Knellendorf
Brauchtum

Knellendorfer Kinder "troung das Hefa-Tuotla naus"

Zwei Wochen vor dem Palmsonntag wird in Knellendorf nach alter Überlieferung das Hefa-Tuotla "nausgetroung". Am Samstag wurde aus Stroh eine Puppe zurechtge...
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Zwei Wochen vor dem Palmsonntag wird in Knellendorf nach alter Überlieferung das Hefa-Tuotla "nausgetroung". Am Samstag wurde aus Stroh eine Puppe zurechtgemacht. Sie symbolisiert von je her das Böse, Dunkle, die Winterzeit. Schon um 5.30 Uhr, trafen sich acht Kinder und zogen mit der Stohpuppe durchs Dorf. Mit dem Ruf: "Houch auf, houch auf, troung mes Hefa-Tuotla naus. Häiit mes nier nausgetroung, wä des ganze Knellendorf verlorn".
Rechtzeitig vor dem Sechs-Uhr-Läuten wurde die Strohpuppe am Ortsrand verbrannt. "Knellendorf ist wieder für ein Jahr vom Bösen beschützt". Um 9 Uhr trafen sich die Kinder wieder und gingen von Haus zu Haus, um ihren gerechten Lohn zu fordern. Zum Brauch gehört auch dies: Die Kinder sammeln für das Mittagessen "Backes" (Pfannkuchen). Mit dem Ruf: "Eierla, Dreierla, Butterla, Mehl, Salz, Schmolz, Milich und Geld" klingeln sie an jeder Tür.
Für die "Backes" waren einige Frauen der Frauengruppe um Hannelore Ziegler zuständig und versorgten die Kinder im Sportheim. Anschließend zählten sie auch ihr Geld und teilten es gerecht auf. Schön, dass dieser Brauch, der wohl im Mittelalter nach einer Pestepidemie seinen Ursprung hat, auch in diesen Jahr durchgeführt wurde. red
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