Hummendorf

Klinik soll zurückgekauft werden

Die SPD fordert auf ihrer Kreiskonferenz vom Landrat, Gespräche mit dem Helios-Konzern aufzunehmen.
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Wenn es nach der SPD-Kreiskonferenz geht, soll die Frankenwaldklinik Kronach bald wieder dem Landkreis gehören.  Foto: Marco Meißner/Archiv
Wenn es nach der SPD-Kreiskonferenz geht, soll die Frankenwaldklinik Kronach bald wieder dem Landkreis gehören. Foto: Marco Meißner/Archiv

Veronika Schadeck Gedanken um die Zukunft, die Kreispolitik und die Wahlen des Vorstands - das waren am Samstag die Schwerpunkte der SPD-Kreiskonferenz im Gasthaus Göppner. Dabei wurde Ralf Pohl wiederum in seinem Amt als SPD-Kreisvorsitzender mit 51 Stimmen und einer Enthaltung bestätigt.

Sowohl der Vorsitzende des SPD-Gemeindeverbandes Küps, Ralf Pohl, als auch der Fraktionsvorsitzende im Kreistag, Richard Rauh, bekräftigten, dass die Genossen parteiübergreifend die Kreispolitik zum Wohle der Bevölkerung die Kreispolitik gestalten wollen. Insgesamt sprach Rauh von einer guten Zusammenarbeit im Kreistag. Investiert wurden und wird unter anderem in Kreisstraßen und Konzepten.

Dennoch gebe es einige Baustellen mit einigen Fragezeichen. Keinen Zweifel ließen die Genossen daran, dass sie sich von der CSU und auch von MdL Jürgen Baumgärtner mehr als Ankündigungen erhoffen. Nicht zuletzt deshalb will die SPD-Kreistagsfraktion einen Antrag stellen, in dem die Verwaltung mit Landrat Klaus Löffler aufgefordert wird, mit dem Helios-Konzern Verhandlungen zwecks einem Rückkauf der Helios-Frankenwaldklinik aufzunehmen.

Bezüglich des Mobilitätskonzepts wies Rauh darauf hin, dass im Herbst 2019 Diskussionen zwecks Preisgestaltung stattfinden sollen. Für ihn stehe außer Zweifel, dass Mobilität ein wichtiger Baustein für die Zukunft des Landkreises sei, aber die Preise müssten für die Bürger moderat gestaltet werden. Rauh kann sich - so wie es der Ministerpräsident Markus Söder für Coburg angekündigt hat - auch für den Landkreis Kronach ein 365-Euro-Jahresticket für den öffentlichen Nahverkehr vorstellen.

Sanierung der Berufsschule

Genannt wurden auch der Bau einer Stadthalle, der Ausbau des Hochschulstandorts Kronach und die Sanierung der Berufsschule. Bei der Hochschule beispielsweise, so Rauh, müssten noch Finanzierung, Trägerschaften, Räumlichkeiten geklärt werden. Zudem müsse über entsprechende Studienangebote nachgedacht werden. "Ankündigungen alleine nützen nichts, es müsse auch alles durchdacht werden und dann Taten folgen", so Richard Rauh.

Dass die SPD derzeit im Stimmungsbarometer nicht gut dasteht und dass der SPD-Kreisverband Mitglieder verliert - innerhalb von zwei Jahren müssen die Genossen ein 74 Minus auf derzeit 1010 Mitglieder hinnehmen - begründete Pohl zum einen mit Sterbefällen. Zum anderen sorge die Politik auf auf Bundes- und Landesebene für Verdrossenheit. Die SPD habe sich von ihren Kernthemen entfernt, sie erreiche die Menschen nicht mehr. Auch habe der Kreisverband Mitglieder wegen der Koalition mit der CDU/CSU verloren.

Partei erneuern

Der Vorstand der SPD-Kreistagsfraktion ist nun fest entschlossen, seine Partei zu erneuern. "Wir müssen wieder aufstehen lernen!", so Rauh. Ihren nächster Schwerpunkt richten die Sozialdemokraten auf die bevorstehenden Kommunalwahlen. So appellierten Rauh und Pohl an die Genossen, gute Kandidaten bei den Bürgermeistern und Gemeinderatslisten zu werben. Sie wollen den Bürgern einen transparenten und offenen Führungsstil bieten. "Gängelungen wie in anderen Parteien gibt es bei uns nicht!", so Ralf Völkl.

Pohl räumte ein, dass die SPD mit dem Parteiaustritt des Marktrodacher Bürgermeisters Gräbner ein Problem habe. "Für mich ist sein Verhalten immer noch nicht nachvollziehbar!", so Pohl. Er setze nun auf eine einvernehmliche Lösung zwischen den beiden Ortsverbänden Ober- und Unterrodach.

Der Hausherr und Weißenbrunner Bürgermeister, Egon Herrmann, forderte die Ortsbände auf, ihre Bürgermeisterkandidaten zeitnah zu nominieren. Die Weißenbrunner SPD hätte mit Jörg Neubauer ihre Wahl getroffen. Der Kandidat und auch die Bürger haben nun Klarheit und können sich besser kennenlernen.

Hermann befürchtet den Einzug der AfD in die Gemeindegremien im März 2020.

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