Bayreuth

Klimawandel trifft auch die Sahara

Das "Green Talent" Brigadier Libanda aus Sambia forscht in Bayreuth zum Baumwachstum in Afrika.
Artikel drucken Artikel einbetten
Brigadier Libanda und Andreas Hemp bei Messungen zum Wachstum von Bäumen am Albtrauf, dem Steilabfall der Schwäbischen Alb  Foto: Burkhard Reuter
Brigadier Libanda und Andreas Hemp bei Messungen zum Wachstum von Bäumen am Albtrauf, dem Steilabfall der Schwäbischen Alb Foto: Burkhard Reuter

Im vergangenen Jahr gehörte er zu den Siegern des internationalen Nachwuchswettbewerbs "Green Talent", seit drei Monaten ist Brigadier Libanda aus Sambia nun an der Universität Bayreuth zu Gast. Gemeinsam mit Andreas Hemp vom Lehrstuhl für Pflanzensystematik hat er hier seine Forschungsarbeiten zu den Trockenwäldern im südlichen Afrika vorangetrieben - sowohl im Labor als auch bei Feldforschungen im fränkischen Raum.

"Green Talent" ist ein Wettbewerb für Nachhaltigkeitsforschung, der jährlich vom Bundesministerium für Bildung und Forschung ausgeschrieben wird. Der Preis umfasst einen geförderten Forschungsaufenthalt bei einem Wissenschaftler eigener Wahl an einer Hochschule in Deutschland.

Der Klimawandel im subsaharischen Afrika, besonders aber eine intensivere Landnutzung haben bereits heute spürbare Auswirkungen auf die Miombo-Wälder in den Savannen im Süden des schwarzen Kontinents. Diese Trockenwälder sind wertvolle Ökosysteme, die wesentlich zur Artenvielfalt beitragen. Zudem verhindern sie eine Erosion der Böden, stabilisieren den Wasserhaushalt und sind ein Reservoir für Bau- und Brennstoffe.

Dennoch ist die traditionelle Landwirtschaft in diesen Regionen nicht auf Nachhaltigkeit angelegt: Bis heute werden große Teile der Wälder gerodet und verbrannt, um Holzkohle oder Düngemittel zu gewinnen. Auch die ungeregelte Beweidung stellt ein Problem dar. Um neue und nachhaltige Konzepte für die Landnutzung zu entwickeln, ist es wichtig zu wissen, wie schnell sich die Miombo-Wälder und ihre ökologischen Funktionen regenerieren können.

Viele Kontakte geknüpft

Hier setzt das Forschungsprojekt von Brigadier Libanda an: Im Rahmen seiner Doktorarbeit führt er die bisher vorliegenden, aber weit verstreuten wissenschaftlichen Daten zusammen und arbeitet mit Hilfe von Rechenmodellen daran, aus diesen Daten fundierte Erkenntnisse über das künftige Wachstum der Wälder zu gewinnen. Dabei will er zugleich herausfinden, wie sich der Klimawandel in den Regionen der Miombo-Wälder voraussichtlich auswirken wird.

Betreut wird er von Andreas Hemp, der sich seit vielen Jahren auf das Wachstum und die Artenvielfalt der unterschiedlichen Wälder Ostafrikas spezialisiert hat. Bei Forschungsarbeiten in naturnahen Wäldern am Albtrauf hat Brigadier Libanda jetzt neue Methoden zur Gewinnung von Daten kennengelernt, mit denen Wälder in ökologischer Hinsicht charakterisiert werden können.

Darüber hinaus hat er in den letzten Wochen eine Vielzahl wissenschaftlicher Kontakte knüpfen können - sei es zur Klimaforschung, den Umweltwissenschaften oder den Afrikastudien. "Es war für mich eine wissenschaftlich sehr intensive und anregende Zeit, die ich auf dem Universitätscampus verbringen konnte. Darüber hinaus hat es mir aber auch hier in Oberfranken sehr gut gefallen", sagt Libanda.

Schon bald wird er wieder an die Universität Edinburgh in Schottland und nach Abschluss seiner Dissertation nach Sambia zurückkehren, aber dabei weiter im engen Kontakt mit der Ökologie- und Umweltforschung an der Universität Bayreuth bleiben. red

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren