Schlaifhausen

"Klimaschutz ist notwendig"

Was macht ein Klimaschutzbeauftragter? Lena Jakob, gebürtige Schlaifhauserin, arbeitet für die Stadt Erlangen und erzählt von ihren Aufgaben, aber auch wie sie versucht, klimaschützend zu handeln.
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Klimaschutzbeauftragte Lena Jakob hat erzählt, was ihre Aufgaben sind und warum ihr Beruf trotz der Herausforderungen Spaß macht. Am meisten gefällt ihr der Kontakt mit verschiedensten Akteuren, die sie rund um den Klimaschutz informiert.  Foto: Theresa Schiffl
Klimaschutzbeauftragte Lena Jakob hat erzählt, was ihre Aufgaben sind und warum ihr Beruf trotz der Herausforderungen Spaß macht. Am meisten gefällt ihr der Kontakt mit verschiedensten Akteuren, die sie rund um den Klimaschutz informiert. Foto: Theresa Schiffl

theresa schiffl "Natürlich schaffe ich es auch nicht, dass ich in meinem Alltag alles klimafreundlich gestalte", gesteht die Klimaschutzbeauftragte Lena Jakob. Es ist ein sehr kompliziertes und vor allem vielschichtiges Thema, weiß die 34-Jährige, die für die Stadt Erlangen arbeitet. Nach ihrem Abitur am Ehrenbürg-Gymnasium Forchheim studierte die Schlaifhausenerin am Institut für Geographie in Erlangen. Während ihres Bacherlor- und Masterstudiums wurde ihr Interesse am Thema Klima immer größer, erzählt sie. Während einer Forschungsassistenz arbeitete sie bei der Stadt Nürnberg und untersuchte bei einem Projekt, wie sich der Klimawandel auf verdichtete Städte auswirkt. Schließlich wurde sie in Erlangen Klimaschutzbeauftragte.

Vielfältiges Aufgabengebiet

Ihr Aufgabengebiet ist sehr groß: Sie ist Ansprechpartnerin zu Klimaschutzfragen für Politik, Bürger, Unternehmen, Vereine, betreut das Klimaanpassungskonzept in Erlangen, wo sie Daten sammelt, Workshops organisiert und moderiert, hält Vorträge für Bürger, Vereine Schulklassen oder auch Vorlesungen an der Universität. "Ich organisiere auch Ausstellungen zu Energiewende, Klimaschutz und Ressourcenschutz in Erlangen. Aktuell arbeite ich an der Ausstellung mit dem Titel "Rettet die Welt", die nächstes Jahr im Januar und Februar in der Stadtbibliothek Erlangen zu sehen ist." Und das sei nur ein Bruchteil ihres Arbeitsbereiches.

Ihr Job macht ihr Spaß, aber manchmal ist er auch alles andere als einfach. Es gefalle ihr zwar, mit so vielen verschiedenen Menschen zu arbeiten oder diese zu informieren, aber gerade das sei auch die Herausforderung. "Das sind so viele unterschiedliche Interessensgruppen."

Zudem sei es schwierig, da Menschen das Klima nicht bewusst erleben können, erklärt Jakob. Klima und Wetter werden sehr oft miteinander verwechselt: "Als Klima wird der Zustand der Atmosphäre über einen Zeitraum von mindestens 30 Jahren bezeichnet. Wetter hingegen beschreibt den Zustand zum aktuellen Zeitpunkt an einem Ort. Durch den Klimawandel kommt es zu häufigeren Extremwetterereignissen wie Hitzewellen oder Stürme. Diese werden dann für uns spürbar."

Es müssten außerdem Gesetze gemacht werden, um bestimmte Bereiche zu regeln und zu kontrollieren, meint die Klimaschutzbeauftragte. "Dadurch könnten dem Konsumenten viele Entscheidungen abgenommen werden", erklärt sie weiter. Wichtig für ein Umdenken in der Gesellschaft sei, dass man die Menschen nicht verschrecke und überfordere.

Im Kleinen könne jeder Einzelne schon etwas Gutes für Klima und Umwelt tun: "Es gibt sehr viele Möglichkeiten, wie man selbst im Alltag einen kleinen Beitrag leisten kann. Lieber mit dem Rad fahren, mehr Leitungswasser trinken, öfters im Bio- oder Bauernladen einkaufen."

In ihrem Schrank im Büro hat sie immer eine kleine Brotzeitbox aus Metall. "Wenn ich mir unterwegs etwas zu essen kaufe, wie eine Suppe, kann ich mir das direkt da reinfüllen lassen und so Verpackungsmüll sparen." Im Rahmen der CO 2 -Fasten-Staffel 2017 hat sie sich im Plastikfasten geübt. In ihrem Beitrag auf der Homepage zu dem Projekt schreibt sie über das Einkaufen: "Eines wird schnell klar. Planung muss sein. Läden suchen, ein bisschen Zeit einplanen, Behältnis mitbringen, frisch kaufen." Es koste zwar etwas Disziplin, aber dadurch esse der Verbraucher auch gesünder, meint die 34-Jährige.

Bei ihrer Ernährung achtet sie darauf, dass sie vor allem saisonale und regionale Produkte verwendet. Im Winter Kirschen essen ist für sie ein Tabu. "Mein Onkel hat viele Kirschbäume. Für uns als Kinder war es immer etwas ganz Besonderes, wenn die ersten Früchte reif waren", erzählt Lena Jakob und lacht.

Acht Transporträder in Erlangen

Ihr macht es viel Spaß mit dem Fahrrad zu fahren, erzählt sie. Seit August 2018 gibt es in Erlangen acht Transporträder mit Elektroantrieb, die an verschiedenen Standorten verteilt sind und kostenlos genutzt werden können. "Ich habe das schon ausprobiert, als ich zu Veranstaltungen in der Stadt unterwegs war. Das war sehr entspannt, weil ich keinen Parkplatz suchen musste und schnell am Ziel war."

Die 34-Jährige sagt: "Das meiste von dem, was wir für die Umwelt tun können, ist nicht neu". Konsumenten sollten sich ihrer Meinung nach immer wieder die Fragen "Was brauche ich?" und "Brauche ich das wirklich?" stellen.

In puncto Kleidung legt Lena Jakob auch Wert auf Qualität. "Mein Kleid wurde biologisch und unter fairen Bedingungen produziert. Das kostet zwar mehr, aber die Kleidungsstücke halten auch länger." Kleidertausch, Flohmärkte und Second Hand Läden, Repair-Cafés für Elektrogeräte und Up-Cyling von Möbeln und Kleidern seien ebenfalls gute Möglichkeiten um Ressourcen zu sparen. "Das macht dann auch wirklich Spaß", sagt die Klimaschutzbeauftragte und lächelt.



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