Obermembach

Kleine Kapelle feiert Patrozinium

Das Kirchlein in Obermembach ist dem heiligen Valentin gewidmet, dessen Festtag gestern begangen wurde.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die Kapelle wurde 1725 erbaut und 1976 renoviert.
Die Kapelle wurde 1725 erbaut und 1976 renoviert.
+1 Bild

Im Seebachgrund ist der Vorname Valentin nicht selten. Die Vorliebe für diesen Namen geht auf die Valentinskapelle in Obermembach zurück, die dem heiligen Valentin von Passau gewidmet ist, dessen Festtag am 7. Januar im Heiligenkalender zu finden ist.

Bereits im Jahr 1725 war die Valentinskapelle in Obermembach erbaut worden. Zu ihr findet sich im Protokollbuch der Pfarrei Hannberg unter dem 20. Oktober 1725 eingetragen: "Margaretha Gumbmännin vidua in Obermembach voverat quod in honorem St. Valentini ect. vellet errare aedificari sacellum aliquod forte 10 pedibus longum et 8 latum." Die Witwe Margarethe Gumbmann hatte demnach eine Kapelle, zehn Fuß lang und acht Fuß breit, zu Ehren des heiligen Valentin errichten lassen.

Die Kapelle wurde am 29. Oktober 1725 durch den Hannberger Pfarrer Johann Andreas Eberlein eingeweiht. Sie wurde im Jahr 1962 umgestaltet und im Jahr 1976 unter dem Hannberger Pfarrer Fritz Fröhlich grundlegend renoviert. Seit rund 100 Jahren betreut die Familie Thomann das kleine Gotteshaus. Über dem Altar erhebt sich ein Kruzifix, flankiert von Maria und Johannes. Ein gemaltes Bild in der Kapelle zeigt den heiligen Valentin als Bischof mit einer vor ihm liegenden Person.

Passauer Bistumspatron

Der Namenstag des heiligen Valentin von Passau ist am 7. Januar im Kalender vermerkt. Er wirkte während der Völkerwanderungszeit des fünften Jahrhunderts im Alpenraum unter der christlichen Bevölkerung als Bischof, wie in der Vita des heiligen Severin nachzulesen ist. Diese wurde von dem Mönch Eugippius niedergeschrieben. Valentin starb an einem 7. Januar auf dem Zenoberg in Mais-Meran, wo er auch begraben wurde. Das Sterbejahr ist nicht bekannt, muss aber für den Zeitraum um 470 angenommen werden.

Bereits frühzeitig nach seinem Tod erfreute sich Valentin allgemeiner Hochachtung und Verehrung, der heilige Korbinian von Freising ließ sich aus diesem Grund in seiner Kirche begraben. Der Bayernherzog Tassilo III. veranlasste um 764 die Überführung der Reliquien Valentins in den Dom von Passau, wo er seither als Bistumspatron verehrt wird.

Darstellungen zeigen ihn stets als Bischof im Ornat mit Stab und Buch. Seit dem späten 15. Jahrhundert wird ihm fast immer zu Füßen liegend ein Krüppel oder Epileptiker abgebildet. Dieses individuelle Attribut charakterisiert ihn als Patron gegen Epilepsie (Fallsucht). Ein Sinnspruch besagt: "Valentin fiel niemals hin."

Die Bedeutung des heiligen Valentin von Passau als Namenspatron ist auch daran zu ersehen, dass für ihn die Kirchenliturgie in Deutschland am 7. Januar eine eigene Messfeier vorsah. Die Valentinskapelle in Obermembach ist jedes Jahr Ziel eines Bittgangs aus Hannberg und Weisendorf und wird auch in unregelmäßigen Abständen für Gottesdienste genutzt.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren