Hain

Kleidung war auch früher festlich

In der Alten Schule in Hain ist nach telefonischer Voranmeldung und noch bis zum 23. Dezember eine Ausstellung über Konfirmation im Wandel der Zeit zu sehen.
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Diese Aufnahme stammt von der Konfirmation im Jahr 1922, die Sabine Siegelin reproduzierte und an einer Schautafel befestigte.
Diese Aufnahme stammt von der Konfirmation im Jahr 1922, die Sabine Siegelin reproduzierte und an einer Schautafel befestigte.
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Karl-Heinz Hofmann Aus Anlass des 350. Jubiläums der Dreifaltigkeitskirche läuft in Hain eine Ausstellung über Konfirmationen aus der Vergangenheit.

Der stellvertretenden Vertrauensfrau, Sabine Siegelin, kam diese Idee und so sammelte sie mit Leidenschaft und Herzblut alte Fotos und Dokumente früherer Konfirmationsfeiern. "Die Kirche", so sagt sie, "ist nur ein steinernes Gebäude wenn keine Menschen ein- und ausgehen, auch wenn sie 350. Geburtstag feiert". Bedeutung bekomme das Gotteshaus erst durch Menschen, die sich ihr zugehörig fühlen. "Diese Menschen sind Kirche und denen ist die Ausstellung gewidmet", erklärt die Ausstellungsmacherin.

Neun Schautafeln

Über 100 Exponate hat sie auf neun großen Schautafeln zusammenstellen können, die für die Öffentlichkeit in der "Alten Schule" in Hain ausgestellt sind. Das älteste Foto fand sie aus dem Jahr 1922.

Am Anfang wollte sie eigentlich nur eine Bilderreihe der Konfirmanden aus verschiedenen Jahrzehnten zusammentragen. "Allerdings fielen mir dabei auch andere Aspekte auf, die ich interessant fand", erzählt sie während eines Rundgangs. Sie stieß dabei auch auf die Tatsache, dass es die Kirchengemeinde, wie sie heute besteht, erst seit 1860 gibt.

Vorher gehörten die Hainer und Tiefenkleiner nach Weißenbrunn. Zu Hain zählte Schimmendorf, Danndorf und Flurholz. Interessante Informationen fand sie im Konfirmandenbuch der Pfarrei Hain ab 1860. Sie erstellte eine Statistik, nach der seit 1860 rund 764 Konfirmanden in Hain zum ersten Mal das Abendmahl empfingen. Viele Parallelen zur heutigen Zeit fallen in Ausstattung, Kleidung und Ritus von Konfirmationsfeiern zwischen damals und heute auf.

Gabe und Krapfen

Auch die Tradition der Konfirmandengabe und Austeilen von Krapfen an Nachbarn, Freunde und Verwandte wurden bewahrt. Allerdings gab es den Konfirmationsspruch erstmals ab dem Jahr 1919 und dann erst wieder ab 1926. Von diesem Jahr an waren fast immer Konfirmationssprüche eingetragen.

Sabine Siegelin war schon immer von Jubelkonfirmationen fasziniert und der Tatsache, dass viele Jubilare auch nach Jahrzehnten noch ihren Konfirmationsspruch wissen und erzählen, wie wichtig dieser für sie war. Deshalb habe sie einen Teil der Ausstellung den Jubelkonfirmationen gewidmet. Bei der Auflistung sticht die "Engelkonfirmation" hervor. Goldene (50 Jahre), Diamantene (60 Jahre), Eiserne (65 Jahre) oder sogar Gnadenkonfirmation (70 Jahre) sowie auch noch Kronjuwelen- Konfirmation (75 Jahre) sind wohl landauf- landab bekannt.

Selten dürften aber Jubiläen wie Eichenkonfirmation (80 Jahre) und gar Engelkonfirmation (85 Jahre) gefeiert werden.

Die Ausstellung beinhaltet auch etliche Gesangbuchausgaben seit 1814. Insgesamt werde die Ausstellung sehr gut angenommen, vor allem auch Gruppen und Vereine nutzen die Gelegenheit für einen Blick in die Vergangenheit von Konfirmationsfeiern, so Pfarrer Reinhold König. Er dankte für die Initiative und die viele und akribische Arbeit, der Ausstellungsmacherin, Sabine Siegelin, mit einem herzlichen Vergelt's Gott.

Wer die Ausstellung besuchen möchte, kann dies auf Rücksprache und Anmeldung beim Pfarramt Burkersdorf 09264/9750, tun. Die Ausstellung ist bei freiem Eintritt noch bis Sonntag, 23. Dezember (4. Advent) zu bestaunen.

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