Heppstädt

Klassiker in "Kuckucksheim"

Stefan Kügel bringt Goethes "Faust" und den "Jedermann" auf die Bühne.
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Bei Goethes "Faust" steht neben Stefan Kügel nur ein Cellist auf der Bühne. Fotos: privat
Bei Goethes "Faust" steht neben Stefan Kügel nur ein Cellist auf der Bühne. Fotos: privat
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Zwei Vorstellungen gibt es in dieser Woche in Stefan Kügels Theater "Kuckucksheim" in Heppstädt.

Am Donnerstag, 1. November, um 19 Uhr bringt Kügel Goethes "Faust" als Figurentheater für Jugendliche und Erwachsene auf die Bühne. Er selbst schreibt dazu: Der Tragödie erster und zweiter Teil, gekürzt auf 110 Spielminuten, gespielt auf einem 30 Quadratmeter kleinen Podest. Die Faustmaschine dient als Bühne und optischer Rahmen für den Auftritt der Figuren.

Ein Spieler, ein Cellist (Cyriakus Alpermann) und die drei Puppen Mephisto, Faust und Gretchen sind die einzigen Akteure. Die Musik - nicht nur als Rahmen um das Stück, sondern auch als liedhafte Einlage dazwischen - stellt eine sinnliche Komponente der Inszenierung dar. Melodie und Rhythmus schaffen Atmosphäre und spannen auf tönende Weise den Bogen von höchster Frivolität zu tiefstem Kummer dieses Spiels zwischen Himmel und Hölle. Die Regie führt Dietmar Staskowiak.

Letzte Chance für die Welt

"Der fränkische Jedermann" von Fitzgerald Kusz nach Hugo von Hoffmannsthal ist am Samstag, 3. November, um 20 Uhr zu erleben. Zum Inhalt: Gott ist wütend. Schlecht sind die Menschen, eitel und habgierig. Eigentlich würde er lieber heute als morgen zum Jüngsten Gericht blasen lassen. Doch Gott gibt der Welt eine letzte Chance: Wird der selbstsüchtige Jedermann im Angesicht des Todes zum Guten bekehrt, soll die Welt verschont bleiben.

Dieser Jedermann ist ein hartherziger Genussmensch, voller Stolz und ziemlich selbstgerecht. Er hat nur Augen für seinen Reichtum und die Reize seiner Angebeteten, dem "Herza-la". Mitten auf einem Fest erscheint ihm nun aber der Tod höchstpersönlich, um ihn abzuholen.

In der einen Stunde Aufschub, die er dem Tod abhandelt, kann er nicht einen einzigen seiner Freunde und Verwandten dazu überreden, ihn auf seinem letzten Weg zu begleiten. Und auch von seinen angesammelten Reichtümern muss er sich endgültig trennen. Einzig sein "Gwissen" und sein "Glaum", zwei allegorische Figuren, die entsprechend seines bisherigen Lebenswandels eher gebrechlich daherkommen, sind ihm noch eine Stütze und retten ihn vor dem Teufel und der ewigen Verdammnis.

Es spielen Stefan Kügel, Benjamin Seeberger und Lukas Seeberger, die Regie führt Jürg Schlachter. Karten für beide Vorstellungen können unter www.kuckucksheim.de oder Telefon 09195/2142 reserviert werden. red

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