Windheim

Klassik, Pop und klappernde "Spatzen"

Das Pfingstkonzert in Windheim spiegelte die Vielfalt von Chorgesang und Blasmusik wider und wurde zu einem unvergesslichen Erlebnis.
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Die Sängervereinigung "Edelweiß" Windheim beim Auftritt mit den "Rennsteig-Spatzen" Foto: Hubert Martin
Die Sängervereinigung "Edelweiß" Windheim beim Auftritt mit den "Rennsteig-Spatzen" Foto: Hubert Martin

Windheim — Nun ist das 42. Pfingstkonzert in Windheim schon wieder Geschichte, doch das, was die mehr als sechzig Akteure auf die Bühne zauberten, wird den Besuchern noch lange in angenehmer Erinnerung bleiben. Das Gemeinschaftskonzert des Musikvereins Frankenwald Windheim und der Sängervereinigung "Edelweiß" Windheim zeigte eindrucksvoll das breite Spektrum des Chorgesanges und die Vielfalt der Blasmusik.

Erstmals führte Burkhard Neubauer als Moderator gekonnt durch den Abend. Dieser wurde vom Musikverein mit dem Stück "Hymne und Choral" von Horst Brandauer feierlich eröffnet. Es folgten "Trösterin Musik", ein klassischer Titel des Chorgesangs von Anton Bruckner und die schwungvolle Ouvertüre "Modern Time" von Willy Lange, vorgetragen von der Kapelle mit ihrem Dirigenten Stephan Schmidt.

Mit den Stücken "Swing low" und "Meine Seele ist stille in Dir" wurde das Programm wieder ruhiger und Dirigent Markus Häßler und sein Chor schafften ein feierliche Stimmung in der Schulturnhalle. "Oregon" ist ein Bundesstaat im Nordwesten der USA. So abwechslungsreich wie dessen Natur war der gleichnamige Musiktitel von Jacob de Haan. "Zu Anfang malt uns die Kapelle ein Bild von den unendlich weiten Wäldern, ein Vorgeschmack auf das, was uns erwartet. Die Fahrgäste steigen in den Zug ein, die Lok pfeift zweimal, dann treibt die kleine Trommel diese an. Es geht durch viele Naturschönheiten, unterwegs ist die Reise mal angestrengt hektisch, mal getragen und ruhig, bis am Schluss der Blick frei wird auf den Ozean und der Zug nach einem letzten "prestissimo" ruhig in den Bahnhof einfährt" - so beschreibt Moderator Neubauer diese musikalische Reise.

Anschließend wurde es lebhaft auf der Bühne, denn die Sänger wurden von den "Rennsteig-Spatzen", dem Chor der Mittelschule Windheim, kräftig unterstützt. Die Stücke "Fatio" und "Jiriba" brachten afrikanische Rhythmen und Klangfarben in den Raum. Am Klavier begleitete Florian Jungkunz den Peter Maffay-Erfolgstitel "Ich wollte nie erwachsen sein".

In "Canterbury Chorale", arrangiert von Jan van der Roost für symphonisches Blasorchester, versucht der Komponist die Atmosphäre der Kathedrale von Canterbury einzufangen. Schulchor und Männerchor intonierten gemeinsam die beiden Ohrwürmer "Die Schöne und das Biest" und "We are the world", mit "Faszination Blasmusik" wurden die Gäste von der Blaskapelle in die Pause entlassen.

Dass das Erlernen eines Instrumentes an kein Alter gebunden ist, zeigte das sogenannte Vororchester des Musikvereins. In dieser Formation machen Neulinge und Wiedereinsteiger jeden Alters ihre ersten Konzerterfahrungen. Hier spielt schon mal die Mama mit ihrem Nachwuchs oder der Rentner mit seiner Enkelin, und alle haben Spaß am gemeinsamen Musizieren. Diese Besonderheit der Frankenwaldmusikanten stellte der Kreisvorsitzende des Nordbayerischen Musikbundes, Wolfgang Müller, in seinen Grußworten heraus. Er lobte die Nachwuchs- und Ausbildungsarbeit des Vereins und freute sich, dass kürzlich wieder Musikerinnen und Musiker an den Leistungsprüfungen erfolgreich teilnahmen. Er überreichte für bestandene D1-Prüfung das Abzeichen in Bronze an Anne Löffler (Querflöte), Paul Schmitt (Schlagzeug), Melanie Neubauer (Saxophon) und Andreas Vetter (Saxophon). Eine besondere Freude war es ihm, das Abzeichen in Gold für bestandene D3-Prüfung an Josua Wicklein (Posaune) übergeben zu dürfen.

Im weiteren Verlauf glänzte der Chor mit "Hallelujah" und "Can you feel the love tonight". Die Musikkapelle schaffte den Sprung vom Konzertmarsch "Mars der Medici" zum rockig-poppigen Medley "Queen greatest Hits". Es folgte vom Chor "The sound of silence" von Simon and Garfunkel, bei dem Rene Gärtner als Solist überzeugte. "You raise me up" war eine weitere eingängige Melodie, die Gänsehautfeeling erzeugte.

Bei der solistischen Polka "Zwei fröhliche Musikanten" von Franz Watz zeigten Nina Hagen am Bariton und Wolfgang Bär am Tenorhorn ihr Können und anschließend ging es beim Chor mit "Moskau" in russischer Feierlaune weiter.

Der Musikverein beschloss sein Programm mit dem "Teuschnitzer Marsch" von Berthold Jungkunz und der Chor hatte am Ende noch ein humoristisches Highlight aus der Muppet-Show zu bieten. Bürgermeister Thomas Löffler, seine Stellvertreterin Monika Barnickel und Dirigent Markus Häßler brachten drei Mülltonnen vor die Bühne, die sich als sehr musikalisch zeigen sollten. Bei der Erkennungsmelodie "Ma Nah Ma Nah" dieser Puppenshow sangen und klapperten sie mit den Deckeln kräftig mit - denn drinnen saßen Kinder der "Rennsteig-Spatzen" und betätigten diese.

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