Reckendorf
Gemeinderat

Klärschlammausbringung sorgt auch in Reckendorf für Diskussion

Um eine Grundsatzentscheidung anzustoßen, brachte Gemeinderat Andreas Knab (parteilos) in der jüngsten Sitzung einen "Antrag auf Einstellung der umweltschädlichen Klärschlammausbringung auf landwirtsc...
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Um eine Grundsatzentscheidung anzustoßen, brachte Gemeinderat Andreas Knab (parteilos) in der jüngsten Sitzung einen "Antrag auf Einstellung der umweltschädlichen Klärschlammausbringung auf landwirtschaftliche Flächen" vor, womit "die Suche nach alternativen Methoden wie Verpressen und Verbrennung bzw. Rückgewinnung von Phosphor" verbunden sei. Für ihn gilt dies als ethische Gewissensfrage: "Nehme ich die umweltschädlichen Auswirken auf die landwirtschaftlichen Produkte und das Grundwasser in Kauf, um Kosten zu sparen?" Als Beleg für seine Argumentation zitierte Knab den Sachverhalt aus der Veröffentlichung des Umweltbundesamtes. Danach nannte er als Beispielgemeinden Theres und Hofheim, die eine Zentrallösung verfolgen würden, und bemerkte in diesem Zusammenhang, dass die Gemeinden in den Hassbergen immer einen Schritt voraus wären; vielleicht hätten sie noch Kapazitäten frei?

Auch eine Kostenfrage

In der nun folgenden leidenschaftlichen Diskussion erwähnte Zweiter Bürgermeister Erwin Wahl (CSU), dass man sich schon vor einiger Zeit im Landratsamt getroffen und von der Errichtung dreier Verwertungsanlagen im Landkreis Bamberg gesprochen hätte, um Kosten zu dezimieren: "Jedoch wurde dieser mögliche Weg bisher nicht weiterverfolgt."

Gemeinderat Falko Badura (SPD) bemängelte, dass die vorgelegte Kostenberechnung aus dem Jahr 2017 für weitere Überlegungen "zu alt" sei. Auch sollte man die Thematik innerhalb der Bevölkerung zur Diskussion stellen, "denn diese muss es ja schließlich zahlen".

Erster Bürgermeister Manfred Deinlein (SPD) betonte, dass jedes Jahr neu entschieden werde, wie mit dem Klärschlamm umzugehen sei. Dieser sei Dünger für die Landwirte. Wenn er nicht mehr entstehe, würde Dünger-Phosphor künstlich hergestellt und auf die Felder ausgebracht. In Reckendorf hatte man in den Vergangenheit hohe Investitionskosten auf sich genommen, um die Werte des organischen Klärschlamms zu verbessern. Dies sei für ihn die kostengünstigste Lösung.

Nicht mehr zeitgemäß?

Dem stellte Gemeinderat Gerhard Pförtsch gegenüber, dass er sich bei MdL Holger Dremel erkundigt habe, der wiederum geäußert hätte, dass Klärschlammausbringung nicht mehr zeitgemäß sei. Pförtsch dankte Knab für seine Ausführungen, der zuvor auch auf den aktuellen Koalitionsvertrag der Bundesregierung verwiesen hatte. Gemeinderat Ludwig Blum (CSU) fasste zusammen: "Unser Klärschlamm hat gute Werte, aber er ist belastet, und daher ist es eine Gewissensfrage, wie es weiter geht. Warum sich nicht zusammensetzen und gemeinsam verpressen?"

Und so waren sich die einzelnen Fraktionen einig, dass Bürgermeister Deinlein mit Hilfe der VG Baunach oder der Baunach Allianz aktuelle Kosten und Verwertungsarten im Landkreis und bei den benachbarten Gemeinden einholen und nach möglichen Kooperationen anfragen soll, um dann bald weitere Entscheidungen treffen zu können.

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