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Kirchlauter

Klärschlamm geht nach Eltmann

Der Gemeinderat Kirchlauter traf eine Entscheidung zur Behandlung der Reste aus der Abwasserreinigung.
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Die Gemeinde Kirchlauter schließt sich bei der Entsorgung ihres Klärschlamms dem Abwasserzweckverband Eltmann-Ebelsbach an. Hier ein Blick in das dortige Becken für den Klärschlamm, der dann von einem Fachunternehmen entsorgt wird.  Foto: Günther Geiling
Die Gemeinde Kirchlauter schließt sich bei der Entsorgung ihres Klärschlamms dem Abwasserzweckverband Eltmann-Ebelsbach an. Hier ein Blick in das dortige Becken für den Klärschlamm, der dann von einem Fachunternehmen entsorgt wird. Foto: Günther Geiling

Jahrzehntelang durfte der Klärschlamm in der Landwirtschaft als Dünger eingesetzt werden. Nun trat aber eine Verschärfung der Düngeverordnung in Kraft, die das Aufbringen auf den Feldern einschränkt. Damit stehen die Gemeinden und Städte vor großen Problemen bei der Entsorgung. Sie wollen im Landkreis dieses Problem gemeinsam in einem Zweckverband lösen oder ihre eigenen Entsorgungswege suchen. Der Gemeinderat Kirchlauter beschloss in seiner Sitzung, den Fäkalschlamm aus der Kläranlage Kirchlauter in der Kläranlage des Abwasserzweckverbands Eltmann/Ebelsbach in Eltmann anzuliefern.

Der Klärschlamm aus der Kläranlage Kirchlauter wird bisher landwirtschaftlich verwertet. Wie Bürgermeister Karl-Heinz Kandler (SPD) mitteilte, muss die Gemeinde aufgrund der strengeren Auflagen neue Entsorgungswege suchen. Der Gesetzgeber wolle dadurch erreichen, dass künftig nur noch ein geringer Teil des anfallenden Klärschlamms landwirtschaftlich verwertet werde.

Die Gemeinde leitet mit ihrem Ortsteil Neubrunn Abwässer in die Kläranlage in Eltmann. Sie betreibt weiter in Kirchlauter mit Pettstadt eine eigene Kläranlage, in der natürlich auch Klärschlämme anfallen.

Mit Eltmann sei nun über eine mögliche Zuführung des Klärschlamms aus Kirchlauter nach Eltmann beratschlagt worden, erläuterte Kandler. Das Ergebnis sei, dass unter Voraussetzungen wie der Vorlage von regelmäßigen Klärschlammuntersuchungen sowie der Zustimmung des Landratsamtes und der Entsorgungsfirma dies ermöglicht werden könne.

Dem Gemeinderat Kirchlauter lag deswegen eine Vereinbarung vor, wonach der Abwasserzweckverband in Eltmann jährlich maximal 180 Kubikmeter Klärschlamm zu einem Preis von 25 Euro pro Kubikmeter annehmen wird, wobei die Anlieferung des Klärschlamms mit dem gemeindlichen Güllefass erfolgen könnte. Der Vereinbarung stimmte das Gremium zu.

Karl-Heinz Kandler informierte dabei auch über die bisherigen Kosten an der Kläranlage für Kirchlauter und Pettstadt. Sie belaufen sich auf knapp 10 000 Euro.

Damit wäre zukünftig also die Klärschlammentsorgung der Gemeinde Kirchlauter in "trockenen Tüchern". Aber was macht der Abwasserzweckverband in Eltmann mit dem Material? Seit Monaten arbeitet bereits die GUT Haßberge mbH (das kreiseigene Unternehmen wurde für die Umsetzung von Technologien für die Energiewende vor Jahren gegründet) an einer Lösung zur Entsorgung (Verwertung) der Klärschlämme. Das Unternehmen hat mit der Technischen Hochschule Amberg-Weiden den Landkreis bei einer gemeinsamen Lösung über einen Zweckverband unterstützt. Die Lösung könnte so aussehen, dass der Klärschlamm nach Hofheim gebracht und dort auf dem Gelände einer Biogasanlage getrocknet wird. Und das trockene Material wird dann im Gemeinschaftskraftwerk in Schweinfurt (GKS) verbrannt. Im GKS wird auch der Restmüll aus dem Kreis Haßberge verbrannt. Der Landkreis Haßberge ist Gesellschafter des Gemeinschaftskraftwerks. Dort sollen zunächst 10 000 Tonnen Klärschlamm pro Jahr verbrannt werden.

Bedarf angemeldet

Die kreisfreien Städte Aschaffenburg und Schweinfurt sowie der Landkreis Haßberge haben Bedarf angemeldet. Die Organisation soll über einen Zweckverband im Landkreis laufen.

Wie der Sprecher der Gemeinden des Landkreises Haßberge, Dieter Möhring (Bürgermeister von Aidhausen), mitteilte, hat bis jetzt etwa die Hälfte der Gemeinden ihr Interesse an der Bildung dieses Zweckverbands verbindlich zugesagt. Andere Kommunen oder Zweckverbände wollen laut Möhring eigene Wege gehen. Das gelte besonders für den Abwasserzweckverband Eltmann-Ebelsbach mit der Stadt Eltmann sowie den Gemeinden Ebelsbach, Breitbrunn und Kirchlauter sowie für den Allianzbereich von Haßfurt (fünf Kommunen).

Für den Abwasserzweckverband Eltmann-Ebelsbach begründete dessen Vorsitzender, der Eltmanner Bürgermeister Michael Ziegler, die Entscheidung für einen eigenen Weg damit, dass man seit vielen Jahren einen Vertrag mit einem zertifizierten Versorgungsunternehmen habe. Das Unternehmen stelle auf der Kläranlage in Eltmann Container zur Verfügung; dort werde der Klärschlamm eingefüllt und abtransportiert. "Die Firma arbeitet sehr zuverlässig und zu unserer vollsten Zufriedenheit. Deswegen wollen wir diesen Entsorgungsweg aufrechterhalten und mit dem Unternehmen weiter zusammenarbeiten, das seinen Hauptsitz in Landsberg am Lech hat. Außerdem will die Firma selbst eine solche Verbrennungsanlage bauen", erklärt Michael Ziegler.

Interesse an Hofheim

Für die anderen Gemeinden, die sich dem Zweckverband anschließen, stellte Bürgermeister Dieter Möhring heraus, dass die Biogasanlage in Hofheim die besten Voraussetzungen biete, weil sie viel Wärme erzeuge, die sie gar nicht verwerten könne. Damit könne man Klärschlamm auf die geforderte Trockensubstanz bringen. Außerdem könne man auf kurze Transportwege zurückgreifen. Gemeinden aus den Kreisen Rhön-Grabfeld und Bad Kissingen hätten sich hierfür schon interessiert. Nächster Schritt sei somit nun die Gründung dieses Zweckverbandes für diese interessierten Kommunen.

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