LKR Bamberg

Kitze und Hasen in Gefahr

Wiesenmahd   Bamberger Jäger erläutern die "Feindvermeidungsstrategie" junger Wildtiere. Bei Mähmaschinen wirkt sie nicht. Im Gegenteil.
Artikel drucken Artikel einbetten
Rehkitz im Gras  Foto: Jagdschutz- und Jägerverein Bamberg,
Rehkitz im Gras Foto: Jagdschutz- und Jägerverein Bamberg,
Landkreis Bamberg — Gut versteckt im hohen Gras der Wiesen wachsen derzeit die Kinder der heimischen Wildtiere auf: Rehkitze, junge Hasen und Bodenbrüter wie Fasan, Feldlerche und Rebhuhn. Mit der ersten Wiesenmahd wächst allerdings die Gefahr für diese Tiere, ihren ersten Frühling nicht zu überleben. Allzu häufig werden sie Opfer der Mähmaschinen.
Darauf weist der Erste Vorsitzende der Bamberger Jäger, Klaus Teufel, hin. Problematisch sei die "Feindvermeidungsstrategie" junger Wildtiere, so Teufel: Bei herannahender Gefahr flüchten die Tiere zunächst nicht, sondern ducken sich so lange wie möglich ins Gras, um die Gefahr an sich vorüberziehen zu lassen. Eine Strategie, die bei natürlichen Feinden funktioniert, bei den Mähwerken landwirtschaftlicher Maschinen jedoch unweigerlich zu einem grausamen Tod führt.
Deshalb sind die Landwirte gesetzlich dazu verpflichtet, vor jeder Mahd geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um das Ausmähen junger Wildtiere zu verhindern.
Die Jäger möchten die Landwirte bei dieser wichtigen Aufgabe unterstützen. Sie bitten darum, den jeweiligen Jagdpächter rechtzeitig vor dem Anrücken der Mähfahrzeuge zu verständigen, damit die Jäger die Felder nach Wildtieren absuchen und sie so vor dem sicheren Tod retten können.
Außerdem können die Jäger weitere geeignete Maßnahmen ergreifen, um die Tiere aus der Gefahrenzone zu bringen, zum Beispiel, indem flatternde Plastiktüten am Vorabend des Mähtermins an und in den Feldern angebracht werden. Die Muttertiere führen ihre Jungtiere dann über Nacht aus den Wiesen.
Auch die Landwirte selbst können durch eine einfache Veränderung der Fahrtechnik junge Wildtiere vor dem Mähtod retten und die Hegebemühungen der Jägerschaft für eine artenreiche Feldflur unterstützen: Mäht der Landwirt seine Flächen in herkömmlicher Art "von außen nach innen", hat das Wild keinerlei Fluchtmöglichkeit. Wildtierschonendere Befahrmuster ergeben sich, wenn er zunächst in das Innere der Fläche fährt und dann konzentrisch von innen nach außen mäht bzw. erntet.
Der Bayerische Jagdverband hat einen Flyer herausgegeben, der auf der Homepage abzurufen ist: www.jagd-bayern.de/uploads/media/Flyer_schuetzt_die_Wildtiere.pdf red

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren