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Adelsdorf
adelsdorf.inFranken.de  Vier Einrichtungen aus dem Großraum Erlangen haben sich zertifizieren lassen.

Kitas bringen Bewegung in den Alltag

Vier Kindertageseinrichtungen haben sich erneut auf den Weg gemacht, Bewegungskita zu werden: Die Kita "Villa Sonnenschein" aus Adelsdorf, der Kindergarten "St. Marien" aus Bubenreuth, die Kinderkripp...
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Die Übergabe der Urkunden fand noch vor Beginn der Ausgangsbeschränkungen statt. Foto: privat
Die Übergabe der Urkunden fand noch vor Beginn der Ausgangsbeschränkungen statt. Foto: privat

Vier Kindertageseinrichtungen haben sich erneut auf den Weg gemacht, Bewegungskita zu werden: Die Kita "Villa Sonnenschein" aus Adelsdorf, der Kindergarten "St. Marien" aus Bubenreuth, die Kinderkrippe "Zum Guten Hirten" aus Neunkirchen am Brand und der Kindergarten "Sonnenschein" aus Aurachtal werden im Projekt "QueB - Qualität entwickeln mit und durch Bewegung" für ihren Entwicklungsprozess zur Verbesserung der Bewegungsmöglichkeiten in ihrer Einrichtung zertifiziert.

Grundlegend für das Projekt ist die Annahme, dass Bewegung von elementarer Bedeutung für Kinder ist: Bewegung ist ein Grundbedürfnis von Kindern und fördert nachhaltig ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden. Sie ist aber auch der Schlüssel zur Welt: Über Bewegung lernen die Kinder und setzen sich mit sich, mit anderen und mit Ihrer Umgebung auseinander. Ein bewegter Alltag fördert die motorische, kognitive und soziale Entwicklung gleichermaßen. "So wird auch verständlich, dass Bewegung sich nicht nur auf eine Sportstunde pro Woche beschränken darf, sondern als Querschnittsthema gedacht werden muss", so die Projektleiterin Ulrike Ungerer-Röhrich von der Universität Bayreuth. "QueB zielt demnach darauf ab, nachhaltige Strukturen für einen bewegungsorientierten Alltag in Kindertagesstätten zu schaffen."

Auf diesen Weg haben sich die teilnehmenden Kitas gemacht: Jede Kita hat auf der Grundlage einer Bestandsanalyse überlegt, in welchen Bereichen Entwicklungen für sie am meisten Sinn machen und sie die größten Effekte zur Verbesserung ihrer Bewegungssituation erzielen können. So gestalteten sich die erzielten Veränderungen auch sehr unterschiedlich.

Die Kita Villa Sonnenschein aus Adelsdorf beispielsweise möchte das örtliche Schwimmbad als Ressource nutzen und einen Wassergewöhnungskurs für die Vorschulkinder anbieten. Hierzu haben einige Mitarbeiterinnen das Rettungsschwimmabzeichen gemacht und sämtliche Vorbereitungen getroffen wie Anmietung des Schwimmbades, Information der Eltern und Planung der Abläufe. Eine große Bedeutung hatte auch der Ausbau der Ausstattung an Bewegungsmaterialien innen wie außen.

Dem Kindergarten Sonnenschein in Aurachtal liegt vor allem die Bewegung an frischer Luft am Herzen: Zweimal im Jahr gehen die Kinder nun fest für mehrere Tage in den Wald, und die Freispielzeit darf nun auch draußen im Garten ausgekostet werden, wo auch einige neue Bewegungsmöglichkeiten geschaffen wurden. Viel Aktivität erhält der Tagesablauf durch den bewegten Eingangsbereich sowie den bewegten Morgenkreis.

Das Projekt QueB fand in der Region Erlangen, diesmal mit Unterstützung durch die Techniker Krankenkasse, zum zweiten Mal statt, so dass nun insgesamt neun Kitas in der Region sich Bewegungskitas nennen dürfen. Neu in der zweiten Runde war die Weiterqualifizierung von mindestens drei Mitarbeiterinnen oder Mitarbeitern als Bewegungscoaches. Bei dieser Schulung erfahren sie grundlegende theoretische Bewegungsansätze und erhalten viele Impulse zu einer bewegten Kita- Alltagsgestaltung. Als wichtigsten Erfolgsfaktor benennt Verena Popp, die die Kitas in der Region coacht und begleitet, ein stabiles Team: "QueB erfordert eine gemeinsame Anstrengung über viele Monate hinweg, von der Zielformulierung bis hin zur Umsetzung und Überprüfung der Zielerreichung. Wenn es zu großen Personalveränderungen kommt, fängt man fast wieder bei null an, man muss die neuen Mitarbeiter nicht nur informieren, sondern auch motivieren. Aufgrund des Fachkräftemangels ist die Fluktuation in den Kitas aber leider Realität."

Doch der lange Weg lohnt sich: Da die Kitas sich ihre Ziele selbst stecken, setzt das Projekt und die hier angestoßenen Entwicklungen genau am jeweiligen Bedarf an. Durch die nachhaltige Verankerung in den Abläufen und in der Arbeit besteht kein Risiko, dass Erreichtes wieder im Alltagsstress hinten runterfallen, so auch das Fazit der Leitungen. red