Sandberg
Einweihung

Kirchlicher Segen für weißes Kreuz

60 Jahre unfallfreies Jagen - das war für Gustav Söder ein Grund Gott zu danken und zugleich Freunde und Bekannte zu einem kleinen Fest einzuladen. Der Anlass wurde auch genutzt, um das restaurierte u...
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Familie Söder kümmert sich um das "weiße Kreuz" oberhalb von Sandberg. Die Restaurierung und Neugestaltung der Anlage wurde mit einem kleinen Fest zum 60-jährigen Jagdjubiläum von Gustav Söder verbunden (von links): stellvertretender Bürgermeister Claus Kleinhenz, Gustav Söder, Pfarrer Hubert Grütz und Wolfgang Söder.  Foto: Marion Eckert
Familie Söder kümmert sich um das "weiße Kreuz" oberhalb von Sandberg. Die Restaurierung und Neugestaltung der Anlage wurde mit einem kleinen Fest zum 60-jährigen Jagdjubiläum von Gustav Söder verbunden (von links): stellvertretender Bürgermeister Claus Kleinhenz, Gustav Söder, Pfarrer Hubert Grütz und Wolfgang Söder. Foto: Marion Eckert
60 Jahre unfallfreies Jagen - das war für Gustav Söder ein Grund Gott zu danken und zugleich Freunde und Bekannte zu einem kleinen Fest einzuladen. Der Anlass wurde auch genutzt, um das restaurierte und versetzte "weiße Kreuz" zu segnen. Befreundete Jagdhornbläser begrüßten die vielen Gäste und Freunde mit dem Signal "Begrüßung" und sorgten für einen festlichen musikalischen Rahmen der Feierstunde.
Die Restaurierung des Kreuzes war nötig geworden, da es durch die umstehenden Bäume stark vermoost und nahezu völlig eingewachsen war. "Bei jedem Unwetter spielte die Angst mit, dass ein Baum auf das Kreuz fallen und es beschädigen könnte", erklärte Wolfgang Söder. Sein Vater Gustav Söder regte die Restaurierung an und stieß in der Gemeinde, damals war noch Detlef Beinhauer Bürgermeister, auf offene Ohren. Nach Absprache mit der Jagdgenossenschaft und der Gemeinde wurde das Vorhaben bereits 2008 verwirklicht. Zunächst sei der Bereich um das Kreuz abgeholzt worden, um das wertvolle Kreuz vor Sturmschäden zu schützen. Zur Restaurierung wurde es abgebaut und von einer Fachfirma in Stangenroth fachkundig restauriert. Die Fundament- und Pflasterarbeiten wurden über Bekannte und Familienangehörige ausgeführt.
Das Kreuz sei ein Stück versetzt worden, um Platz für eine kleine Anlage und Bepflanzung zu haben, erklärte Wolfgang Söder. Es befindet sich aber immer noch am Wander- und Wallfahrtsweg hinauf zum Kreuzberg. Der Bereich sei so hergerichtet worden, dass die Wallfahrtsgruppen vor dem letzten Anstieg auf den Heiligen Berg der Franken am Kreuz eine kleine Ruhepause einlegen können.
Von Ingbert Holzheimer wurden zwei Sitzbänke gestiftet. Familie Söder trägt dafür Sorge, dass der Bereich um das Kreuz gepflegt und in Schuss gehalten wird.
"Ich wurde gefragt, warum gerade jetzt die Segnung stattfindet. Wir könnten schon fast Zehnjähriges feiern," sagte Söder. "Besser jetzt als nie. Und Anlass ist der Dank für 60 Jahre unfallfreies Jagen." Zum Dank gab es Kreuzbergbier und Wildbratwürste von der Familie Söder für alle Festgäste. Eine Tafel mit Bildern aus alter Zeit erinnerte an das jagdliche Leben von Gustav Söder, zeigte lange verstorbene Jagdfreunde und das Kreuz, wie es zu früherer Zeit aussah.
Bei der Segnung des mit Blumen geschmückten Kreuzes sagte Pfarrer Hubert Grütz, dass es zu wenig sei, das Kreuz nur in der guten Stube oder in einem Amtsgebäude an die Wand zu hängen. "Steht es da wo es hingehört? In der Mitte des Herzens?", fragte er. Kennzeichen eines christlichen Lebens sei das Kreuz im Herzen des Menschen.
Wie lange das Kreuz schon oberhalb Sandbergs steht ist unbekannt. Auch wer es aufstellte, sei nicht mehr nachvollziehbar, sagte Elisa Becker, die für ihren Vater und Großvater Recherchen anstellte. Laut dem Amt für Denkmalpflege könne es sich um eine Art Kriegerdenkmal handeln, erklärte Becker. Die Zeichen auf dem Kreuzesstamm sprechen dafür. Da auch im Raum Bischofsheim ein ähnliches Kreuz stehe, werde die Datierung auf die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts geschätzt. bem


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