Höchstadt a. d. Aisch

Kirchgeld wird kategorisch abgelehnt

Finanzskandale auch innerhalb der Kirche sowie die Entwicklung der Kirchensteuerfrage veranlassten die katholische Kirchenverwaltung St. Georg dazu, sich für zwei Tage ins Bamberger Bistumshaus St. Ot...
Artikel drucken Artikel einbetten
Die Höchstadter Kirchenverwaltung begab sich im Bamberger Bistumshaus in Klausur und stellte Weichen für die Zukunft. Foto: Markus Appel
Die Höchstadter Kirchenverwaltung begab sich im Bamberger Bistumshaus in Klausur und stellte Weichen für die Zukunft. Foto: Markus Appel

Finanzskandale auch innerhalb der Kirche sowie die Entwicklung der Kirchensteuerfrage veranlassten die katholische Kirchenverwaltung St. Georg dazu, sich für zwei Tage ins Bamberger Bistumshaus St. Otto in Klausur zu begeben. Gemeinsam mit den Leitungen und Verwaltern der drei Kitas und dem Verwalter des Nicolai-Benefiziums, Alois Plätzer, zog man sich zurück, um mit Vertretern der erzbischöflichen Finanzkammer das Verhältnis von ortskirchlichen Bedürfnissen und Stiftungsaufsicht zu reflektieren.

Hierbei ging es angesichts des demografischen Faktors und hinsichtlich der jüngsten religionssoziologischen Erhebung der deutschen Bischofskonferenz auch darum, wie die finanzielle Situation der Pfarrei auf sicheren Füßen bleiben kann. Schließlich gehe es nicht nur um den Erhalt der altehrwürdigen Stadtpfarrkirche, der drei Kindertagesstätten oder anderer Gebäude.

Es geht der Kirchenverwaltung um die Möglichkeit, Menschen bei ihrer Sinnsuche Angebote machen zu können, die ihnen helfen und die sie stützen und begleiten, kurz: um die Rahmenbedingungen von Seelsorge.

Dabei wurde die von der Bistumsleitung eingeräumte Möglichkeit zur Erhebung eines Kirchgeldes in gestaffelten Tarifen, die sich an Verdienst und Auskommen der Pfarreimitglieder orientiert, kategorisch abgelehnt. Sowohl die Kirchenräte Sabine Dorsch und Wolfgang Först als auch Dekan Kilian Kemmer halten eine solche Erhebung für unzumutbar angesichts der Kirchensteuerpflicht. Für projektbezogene Spenden bestehe stets große Aufgeschlossenheit bei den Pfarreiangehörigen. Diese Freiwilligkeit aus eigenem Antrieb und eigener Motivation stelle für die Pfarrei St. Georg einen gerechteren Weg dar als die Verpflichtung auf zusätzliches Kirchgeld.

Getaufte in der Verantwortung

Zudem stellt für Kemmer die Zugehörigkeit zur Kirche keine finanzielle Aufwendung dar, sondern allein das Merkmal der Taufe. "Jeder Getaufte weiß dann auch um seine Verantwortung, zum Gelingen einer nachvollziehbaren kirchlichen Arbeit vor Ort auch einen finanziellen Solidarbeitrag zu leisten."

Die Veränderungen im Umsatzsteuergesetz ab 2021 beschäftigte die Klausur ebenso. Nicht nur die Kirchenräte Johannes Riegler und Hans Werner Denzler bescheinigten auf Grund der Kassenprüfung der wiedergewählten Kirchenpflegerin Tanja Schwägerl eine tadellose Buchführung und Haushaltserfüllung. Auch von der Bistumsleitung nahmen die Höchstadter Kirchenverwaltung und das Nicolai-Benefizium Ermutigungen und Anerkennung entgegen, den eingeschlagenen Weg so solide weiterzugehen wie bisher.

Das gilt auch für die Zukunftssicherung der Kindertagesstätten, die im Rahmen der Tagung breiten Raum einnahmen. Die Verwalter Wolfgang Eggert, Erich Gahl und Harald Goller erarbeiteten Konzepte, wie eine Kita materiell zukunftsfähig aussehen muss. Daneben bleiben die pädagogischen Konzepte Markenzeichen und Alleinstellungsmerkmale der jeweiligen Einrichtung, wie gerade auch die Kirchenrätinnen Evelyn Berier und Karola dos Reis Goncalves betonten. Den Leitungen der Einrichtungen, Beate Gehr und Rita Wittmann sowie deren Stellvertretungen Nicole Hanneder und Daniela Bätz galt der Dank der Kirchenverwaltung, die zu ihren Einrichtungen steht.

Am 19. Mai werden die sanierten Außenanlagen der Kita St. Michael im Rahmen eines Gartenfestes der Öffentlichkeit präsentiert. Am 1. Juni erfolgt die Einweihung der um 1000 Quadratmeter vergrößerten Außenspielanlage der Kita St. Nikolaus. Am 24. Juni wird im Rahmen einer Pfarrversammlung der Rechenschaftsbericht zur Kirchenrenovierung erfolgen. Die haushaltsrechtlichen Fragen der Kirchenverwaltung nach der Bildung neuer Seelsorgebereiche im Erzbistum behandelte das Gremium genauso wie den weiteren Umgang mit dem überraschenden Eigentumszuwachs des Höchstadter Heldenfriedhofes. Auch darüber wird neben vielen anderen Themen in der Pfarrversammlung berichtet werden. red

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren