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Kronach

Kirche lässt Gläubige nicht im Stich

Trotz der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie wollen die Geistlichen im Kreis Kronach die Christen gut durch die Festtage geleiten.
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Die Geistlichen im Landkreis Kronach, hier Pfarrerin Rebekka Pöhlmann, bemühen sich nach Kräften, den Gläubigen ein würdiges Osterfest zu bereiten.  Foto: Heike Schülein
Die Geistlichen im Landkreis Kronach, hier Pfarrerin Rebekka Pöhlmann, bemühen sich nach Kräften, den Gläubigen ein würdiges Osterfest zu bereiten. Foto: Heike Schülein

Aktuell gibt es keine Gottesdienste - auch zu Ostern nicht. Viele Gemeinden haben sich darauf eingestellt, sich besondere Angebote einfallen lassen oder geben Impulse zur Gestaltung dieser Tage. Einige davon stellen wir hier vor.

"Es ist eine Fastenzeit mit extrem herben Einschnitten geworden, die bis zum Osterfest noch nicht enden werden", bedauert Pfarrer Thomas Teuchgräber vom katholischen Seelsorgebereich Kronach die Situation. Er lädt daher ein, auch daheim zu beten und zu singen sowie die Riten und Zeichen der heiligen Woche zu vollziehen. Man könnte zum Beispiel ein Kruzifix am Palmsonntag mit einem Zweig schmücken und das Evangelium vom Einzug Jesu in Jerusalem oder die Passionsgeschichte im Matthäus-Evangelium lesen und besprechen. Die Chrisammesse am Mittwoch um 18 Uhr wird im Livestream aus Bamberg (bamberger-dom.de) übertragen.

Am Gründonnerstag um 20 Uhr werden die Glocken der Pfarrkirche läuten. Am Karfreitag ab 14.30 Uhr ist es möglich, die im Livestream übertragene Liturgie aus der Nagelkapelle des Bamberger Domes mitzufeiern. Die Osternachtfeier wird am Karsamstag um 21 Uhr ebenfalls aus der Nagelkapelle übertragen. Am Ostersonntag läuten die Glocken früh um 6 Uhr. Für Ostersonntag regt Teuchgräber an, neben dem Anschauen des "Urbi et orbi"-Segens des Papstes mittags aus Rom zu Hause die Evangelien des Osterfestes zu betrachten.

In den Kirchen liegen zum Osterfest gesegnete Kerzchen zum Mitnehmen bereit. Eine Übersicht über Gottesdienstübertragungen findet sich unter www.kirche.tv. Im Netz unter www.pfarrei-kronach.de werden einstweilen "Sonntagsimpulse" eingestellt sowie alle paar Tage auch kurze Videoclips.

Übertragungen

Eigene Video-Gottesdienste und -andachten aus der Christuskirche stellt seit Beginn der Ausgangsbeschränkungen die evangelische Kirchengemeinde Kronach unter www.evangelisch-kronach.de ein. Alle Gläubigen können den Youtube-Kanal "Christuskirche Kronach" abonnieren.

"Jeden Samstagabend stellen wir einen neuen Gottesdienst zur Verfügung. Der Karfreitags-Gottesdienst ist ab Donnerstagabend online", informiert Kronachs Pfarrer Achim Gerber. Denkanstöße zum jeweiligen Wochenspruch finden sich in der täglich geöffneten Christuskirche sowie ebenfalls auf der Homepage.

In der evangelischen Kirchengemeinde Küps wird es Video-Gottesdienste zu Karfreitag und Ostern geben, "produziert" von Pfarrer i. R. Friedrich Seegenschmiedt. "Angeregt durch die im Internet veröffentlichten Gottesdienste der Kronacher, hatten mich Gemeindeglieder aus Küps darum gebeten", erzählt er. Dem habe er gern entsprochen. Hierfür habe er die von ihm bereits verfassten Predigten neu geschrieben. Auch ein Drehbuch für den Einstieg, die Kamerapositionen, die Einstellungen und den Nachspann habe er erstellt. "Neben den Filmaufnahmen gibt es eine eigene Tonaufzeichnung für die optimale Tonqualität. Und schließlich müssen die Szenen, Einblendungen und Tonaufzeichnungen so zusammengestellt werden, dass sich Hörer und Zuschauer angesprochen fühlen", erläutert der Pfarrer. Unterstützt wurde er von Konrad Boxdörfer an der Orgel sowie Sigrid Pöhlmann, Rosemarie Ritter und Christina Sammet bei der Gestaltung des Altarraumes und als Sprecher. Film- und Tonaufzeichnungen, Schneiden sowie die Bearbeitung habe er im Nachgang erledigt.

"Die Videos werden auf der Homepage der Kirchengemeinde, des Dekanats (www.dekanat-kronach-ludwigsstadt.de) und auf Pfarrer Seegenschmiedts Facebook-Account zu sehen sein", informiert Pfarrer Hans-Peter Göll, der mit der Vakanzvertretung in der Kirchengemeinde Küps beauftragt ist. Am Gründonnerstag werden die Glocken - ebenso wie im ganzen Dekanat - in den Kirchengemeinden Küps, Burkersdorf und Hain um 18 Uhr läuten, am Karfreitag um 15 Uhr und am Ostersonntag um 12 Uhr.

"Äußerlich auf Abstand, aber miteinander verbunden - so sind viele neue Ideen entstanden, wie wir Gottes Wort zu den Menschen bringen", freut sich stellvertretende Dekanin Kristine Wachter. Viele folgten der Einladung der evangelischen Kirche und fänden sich abends um 19 Uhr auf ihren Balkonen, Terrassen oder vor dem offenen Fenster ein, um "Der Mond ist aufgegangen" zu singen.

Gottesdienste würden auf verschiedenen TV-Sendern übertragen. Das Dekanat Kronach-Ludwigsstadt sei am 26. April an der Reihe. Als Ersatz für die ausgefallenen Gottesdienste können bisherige Nichtleser das Sonntagsblatt für einige Wochen kostenfrei beziehen.

Sachspenden für den Sozialladen "Das Lädla" oder Einkaufsgutscheine der Lebensmittelläden können im Pfarramt abgegeben werden.

Neue Wege

"Auch im katholischen Seelsorgebereich Frankenwald stehen wir vor der Herausforderung, neue Wege der Verkündigung und Liturgie zu finden", so der leitende Pfarrer, Dekan Detlef Pötzl. Die Glocken läuten täglich um 6, 12 und 20 Uhr und rufen zum Gebet auf. "Dass das - auch ohne Krise - täglich geschieht, wurde fast nicht mehr wahrgenommen", bedauert er. Jetzt bestehe die Chance, neu darauf hinzuweisen.

Am Wochenende des Palmsonntags ergehe an alle Haushalte der 28 Kirchengemeinden eine eigens gedruckte Broschüre zur Betrachtung der heiligen Woche. Am Ostersonntag werde in den Kirchen die Osterkerze brennen, um das Osterlicht abholen zu können.

Pfarrer Thomas Hauth stellt fest: "Alle unsere Kirchen sind offen: in Reichenbach, Haßlach, Steinbach am Wald, Kehlbach und Ludwigsstadt. Die Kirchen werden auf Ostern geschmückt, die Osterkerze steht im Mittelpunkt." Auf dem Korn-Kanal Ludwigsstadt werden Andachten und Grußworte am Karfreitag und an Ostern laufen.

"In Ludwigsstadt wird zum Geläut um 19 Uhr die Osterkerze bei einem Gebet angezündet. Die Gemeindeglieder können in dieser Zeit das Licht nach außen tragen, eine Kerze anzünden und in ihr Fenster stellen", wünscht sich Pfarrerin Rebekka Pöhlmann. Am Ostersonntag und -montag wird die neue Osterkerze brennen. Auch in der Woche nach Ostern werden kleine Kerzen zum Mitnehmen ausgelegt.

"Ich finde es wichtig, zuversichtlich zu bleiben", betont die Pfarrerin. Vielleicht bringe diese Zeit für die Menschen auch ihren bestimmten Segen? "Vielleicht ist plötzlich mehr Zeit für etwas, was schon lange liegen geblieben ist, oder für Menschen, mit denen der Kontakt abgerissen ist?", hofft sie. Manchmal öffneten herausfordernde Zeiten neue Türen.

Bei alledem lohnt stets ein Blick auf die Internetseite der eigenen Gemeinde. Die Kirchen sind täglich für persönliche Gebete und auch Stille geöffnet. Andachtsmaterialien zu den jeweiligen Sonn- und Feiertagen liegen aus und können mitgenommen werden. Die Geistlichen betonen, auch in diesen Zeiten für die Gläubigen da zu sein. Wer ein Anliegen habe, ein Seelsorgegespräch wünsche, Sakramente empfangen möchte oder praktische Hilfe benötige, möge sich melden.

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