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Kinder- und Jugendpsychiatrie hilft seit 30 Jahren

"So stimmungsvoll und beschwingt habe ich hier noch keine offizielle Feier erlebt", freute sich Joachim Herrmann (CSU), Staatsminister des Innern und für Integration, bei der 30-Jahr-Feier der Kinder-...
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Blickten zurück auf 30 Jahre Erlanger Kinderpsychiatrie: Prof. Heinrich Iro (Ärztlicher Direktor), Joachim Herrmann, Prof. Gunther Moll, Peter Bauer (Abgeordneter/Wahlkreis Mittelfranken) und Vittoria Moll (Sporttherapeutin/Kinderpsychiatrie). Foto: Sebastian Wurm/Uni-Klinikum Erlangen
Blickten zurück auf 30 Jahre Erlanger Kinderpsychiatrie: Prof. Heinrich Iro (Ärztlicher Direktor), Joachim Herrmann, Prof. Gunther Moll, Peter Bauer (Abgeordneter/Wahlkreis Mittelfranken) und Vittoria Moll (Sporttherapeutin/Kinderpsychiatrie). Foto: Sebastian Wurm/Uni-Klinikum Erlangen

"So stimmungsvoll und beschwingt habe ich hier noch keine offizielle Feier erlebt", freute sich Joachim Herrmann (CSU), Staatsminister des Innern und für Integration, bei der 30-Jahr-Feier der Kinder- und Jugendabteilung für Psychische Gesundheit des Universitätsklinikums Erlangen.

Heute weist rund jedes fünfte Kind Auffälligkeiten in seinem Verhalten oder Gefühlsleben auf - etwa jedes zehnte Kind leidet sogar schon unter einer behandlungsbedürftigen psychiatrischen Störung. Am Uni-Klinikum Erlangen finden junge Patienten und ihre Eltern Hilfe in der Kinderpsychiatrie - und das seit nunmehr 30 Jahren. Gibt es ein Geheimrezept für die jahrelang gute Arbeit? "In unserem Fach können wir nur im Team arbeiten", betonte Abteilungsleiter Prof. Gunther Moll. "Je besser das Team ist, desto besser können wir die Kinder und Jugendlichen in unserer Abteilung ermutigen, an sich zu glauben und mutig ins Leben zu gehen. Wir wollen ihnen zeigen, dass sie trotz psychischer Auffälligkeiten ihren eigenen Weg finden können." Auch Oberbürgermeister Florian Janik (SPD) unterstrich, dass psychiatrische Erkrankungen mittlerweile die Tabuzone verlassen hätten und "Teil der Stadt" sind.

Die Kinderpsychiatrie gehört zu den am schnellsten gewachsenen Einrichtungen des Uni-Klinikums Erlangen: Gab es bei ihrer Gründung nur 20 Betten, bietet die Abteilung heute 67 tagesklinische und vollstationäre Plätze für psychisch erkrankte Kinder und Jugendliche. Diese Entwicklung ist vor allem dem Engagement von Abteilungsleiter Moll und der guten Zusammenarbeit mit dem Klinikumsvorstand zu verdanken. "Es verging kaum ein Jahr, in dem es keinen Bauantrag gab", erinnerte sich der Ärztliche Direktor Heinrich Iro im Rahmen seines Grußwortes. "Wir haben fast alle genehmigt und die Kinderpsychiatrie in den vergangenen zehn Jahren mit insgesamt rund zehn Millionen Euro aus eigenen Mitteln gefördert." Um auch zukünftige Projekte wie eine Traumafolge- und Adoleszentenstation zu realisieren, bat Iro um die Unterstützung durch Politik und Spendengelder.

Iro betonte in seinem Grußwort außerdem die Wichtigkeit der Kindergesundheit für die gesamte Gesellschaft und dankte Moll und seinen Kollegen: "Ihre Arbeit ist nicht mit Geld aufzuwiegen." Wer aber trotzdem ausrechne, welche Kosten psychisch Erkrankte im Erwachsenenalter verursachen könnten, werde nur zu einem Ergebnis kommen: "Die Investition in die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen lohnt sich nicht nur, sie bringt vermutlich auch eine der höchsten Renditen im Gesundheitswesen." red



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