Altenkunstadt
Naturschutz

Kinder legen Blumenwiese für Insekten und Terrasse für Eidechsen an

54 Prozent aller Bienen sind bedroht oder bereits ausgestorben. Über 75 Prozent aller Fluginsekten sind verschwunden. Eine Entwicklung, die gestoppt werden muss, denn nicht zuletzt geht es dabei auch ...
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Aus dem Schatten eines Hanges an einen Ort, wo die Sonne hinkommt, schleppten Jugendliche große Steine. Hier sollen sich künftig Eidechsen wohlfühlen. Foto: Bernd Kleinert
Aus dem Schatten eines Hanges an einen Ort, wo die Sonne hinkommt, schleppten Jugendliche große Steine. Hier sollen sich künftig Eidechsen wohlfühlen. Foto: Bernd Kleinert

54 Prozent aller Bienen sind bedroht oder bereits ausgestorben. Über 75 Prozent aller Fluginsekten sind verschwunden. Eine Entwicklung, die gestoppt werden muss, denn nicht zuletzt geht es dabei auch um das Überleben des Menschen. "Aber was können wir als Kinder dagegen tun?", fragten sich die Mädchen und Jungs des Kids-Clubs der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Altenkunstadt/Strössendorf.

"Ihr könnt sehr viel tun. Zum Beispiel ein Insektenhotel bauen", schlug Mitarbeiterin Anna Krausche vor. Doch damit nicht genug. "Unsere Kirchengemeinde besitzt hinter der Kreuzbergkirche eine große Wiese, die nicht genutzt wird. Wir könnten eine Blumenwiese und damit ein Paradies für Insekten daraus machen", erklärte die junge Frau, die an der Universität Bayreuth Biologie auf Lehramt studiert.

Die Kinder waren von der Idee begeistert; am liebsten hätten sie gleich angefangen. Doch solch ein Projekt bedarf gründlicher Vorbereitung und natürlich der Genehmigung seitens des Kirchenvorstands. Im leitenden Gremium der Kirchengemeinde fand man die Idee großartig und gab grünes Licht. Fachmännische Beratung erhielten die Kinder von Kreisfachberater Michael Stromer. "Das Gelände ist für eine Blumenwiese wie geschaffen", stellte der Experte bei einer Begehung der 600 Quadratmeter großen Fläche fest.

Starke Beteiligung

Mit rund 30 Mädchen und Jungs war die Beteiligung am ersten Arbeitseinsatz unerwartet groß. "In Deutschland gibt es mehr als 500 Wildbienenarten. Im Gegensatz zur Honigbiene leben die meisten als Einzelgänger", erläuterte Anna Krausche. Mit großen Rechen ausgerüstet, säuberten die jungen Umweltschützer die Wiese von Abfällen und den Relikten des Winters. Vor allem aber musste das Moos entfernt werden. "Das muss sein, denn sonst geht unser Samen nicht auf", gab Kids-Club-Leiterin Sabine Krausche zu bedenken. Den Blumensamen will Kreisfachberater Michael Stromer besorgen. Damit die Bienen im Gestrüpp ihre Flügel nicht verletzen, wurden die Sträucher am Hang gelichtet. Gemäht wird die Wiese künftig nur noch einmal im Jahr. "Und zwar im Herbst, wenn alles abgeblüht ist", erklärte Krausche.

Auf einen Vorschlag des Kreisfachberaters hin wurde eine Eidechsen-Terrasse angelegt. Jugendliche schleppten dafür große Steine, die im Schatten des Hanges lagerten, an einen Platz, wo die Sonne hinkommt. Vornehmlich schwarze Steine, denn die speichern Wärme besonders gut. Für den Bau eines Insektenhotels hatte das Kids-Club-Team den Altenkunstadter Hobbykünstler Ernst Müller, der ausschließlich mit Holz arbeitet, hinzugeholt. Während Kinder und Jugendliche die Wiese auf Vordermann brachten, suchten er und die Mitarbeiter für das Hotel einen "Bauplatz". Als Material wird Müller zufolge Hartholz wie Eiche, Buche oder Kirsche benötigt: "Die Einfluglöcher, die gebohrt werden müssen, sollten einen Durchmesser von zwei bis neun Millimeter haben." "Und beim nächsten Mal bauen wir dann für die Bienen ein Hotel", grinsten Linda und Caroline. bkl

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