Harsdorf

Kinder haben Spaß bei der Wehr

Harsdorfer Brandschützer haben eine Nachwuchs-Gruppe ins Leben gerufen.Mit acht Jahren kann man eintreten.
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Moritz Frank setzt einen Notruf ab: Der Achtjährige hat das bei der Feuerwehr schon mehrfach geübt und keine Probleme, alle W-Fragen korrekt zu beantworten. Fotos: Sonny Adam
Moritz Frank setzt einen Notruf ab: Der Achtjährige hat das bei der Feuerwehr schon mehrfach geübt und keine Probleme, alle W-Fragen korrekt zu beantworten. Fotos: Sonny Adam
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Moritz Frank steht auf der Straße, mitten in Harsdorf. Normalerweise wäre das Feuerwehrauto nicht da, erklärt der Achtjährige naseweis. Ein Unfall sei passiert - er müsse einen Notruf absetzen. Moritz Frank (8) weiß genau, wie das geht.

Er muss die Notrufnummer 112 wählen und dann genau erklären, wo sich der Unfall ereignete, was passiert ist, wie viele Verletzte es gibt. Und natürlich muss er auch seinen Namen sagen. "Das ist gar nicht so schwer. Das kann ich schon", lässt sich Moritz Frank nicht aus der Ruhe bringen.

Dass all die anderen Mitglieder der neuen Harsdorfer Kinderfeuerwehr um ihn herumstehen, dass auch die Feuerwehrführungskräfte zuhören und dass sogar Bürgermeister Günther Hübner mit dabei ist, macht dem Achtjährigen nichts aus. Im Gegenteil: Das, was er bislang von der Arbeit der Feuerwehr weiß, findet er interessant. Und Moritz Frank möchte auf jeden Fall noch mehr über die Feuerwehr und ihre Arbeit erfahren. "Aber Fußball macht natürlich auch Spaß", sagt er ehrlich.

23 Kinder-Wehren im Landkreis

"Es ist wichtig, dass die Feuerwehren sich schon frühzeitig um den Nachwuchs kümmern", sagt Kreisbrandmeisterin Andrea Pfadenhauer-Wagner. Pfadenhauer-Wagner ist im Landkreis Kulmbach zuständig für die Kinderwehren. Inzwischen gibt es schon 23 davon. Die meisten Wehren sprechen Kinder an, die älter als sechs Jahre sind. In Harsdorf können Kinder ab acht Jahren mit von der Partie sein.

Einmal im Monat treffen sie sich: immer samstags, eine halbe Stunde nach dem Probealarm. Wenn also die Sirene erklingt, kommen die Kinder zusammen. "Alle können zum Feuerwehrhaus laufen - nur einer kommt mit dem Fahrrad", erzählen Katharina und Elisabeth Feulner von der Feuerwehr Harsdorf. Aktuell konnten sie neun Jungs für die Belange der Feuerwehr begeistern. "Aber auch Mädchen können mitmachen. Wir versuchen, die Kinder spielerisch an die Arbeit der Feuerwehren heranzuführen", sagt Elisabeth Feulner.

Konkret heißt das, dass die beiden, die sich die Betreuung der Feuerwehr-Kinder zur Aufgabe gemacht haben, Bilderkarten an die Feuerwehr-Nachwuchskräfte ausgeben. "Jetzt sucht mal, wo die Sachen im Feuerwehrauto versteckt sind", laden sie die Kinder ein. Doch die Jungs kennen sich bereits gut aus. "Die Schrift ist hinten", weiß Hugo Gräf (10) auf Anhieb. Er geht schnurstracks ans Heck: "Florian Harsdorf 46/1" steht gleich unter dem Nummernschild. "Für mich war es klar, dass ich mitmache. Mein Freund ist auch dabei", sagt Hugo Gräf ganz cool. Große Pläne hat er auch schon: "Ich möchte später mal Atemschutzgeräteträger werden."

Familientradition

Auch für die anderen Gründungsmitglieder der Kinderwehr war das Dabeisein keine Frage. "Meine Tanten sind bei der Wehr, mein Papa auch. Es war klar, dass ich mitmache. Ich freue mich, dass ich auch helfen kann, andere zu retten", findet Mio Feulner (elf Jahre). Mio möchte das ehrenamtliche Engagement der Familie auf jeden Fall fortführen. Ein Problem, Schule und Feuerwehraufgaben zu vereinbaren hat Mio Feulner aktuell nicht. "Ich gehe in die fünfte Klasse des WWG in Bayreuth. Das schaffe ich schon", sagt sich der Elfjährige.

Tatsächlich möchte die Feuerwehr Harsdorf durch die Gründung der Jugendwehr Zukunftssicherung betreiben, bestätigen Vorstand und Kommandanten. "Die Feuerwehr ist ein Teil der Gemeinde. Wir hoffen natürlich, dass wir durch die Kinderfeuerwehr auch Nachwuchs bekommen und dass die jungen Leute dann auch bei der Feuerwehr bleiben", sagt auch der Harsdorfer Bürgermeister Günther Hübner.

Durch die Ausweitung der Alarmierung - in Zukunft sollen die Floriansjünger auch bei Rettungsmaßnahmen gerufen werden und Wiederbelebungsmaßnahmen durchführen - wird Mehrarbeit für die ehrenamtlichen Kräfte erwartet. "Es funktioniert nicht mehr, wenn die Feuerwehren die Jugendlichen erst im Teeniealter einbeziehen. Es ist wichtig, die Kinder schon früh einzubinden", sagt Kreisbrandmeisterin Andrea Pfadenhauer-Wagner und appelliert an alle Wehren des Landkreises, frühzeitig Nachwuchssicherung zu betreiben.

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