Bamberg

Killer ist nur eine Lachnummer

Der Bamberger Schauspieler Stefan Evertz ist am Wochenende im Lichtspiel-Kino zu sehen.
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Stefan Evertz spielt einen Profikiller in "Warum Siegfried Teitelbaum sterben musste".  Foto: Arndt Müller
Stefan Evertz spielt einen Profikiller in "Warum Siegfried Teitelbaum sterben musste". Foto: Arndt Müller
Schauspieler sind in Bamberg nicht nur im E.T.A-Hoffmann-Theater oder einer der privaten Bühnen anzutreffen, sondern abends gerne auch mal auf einem der Bierkeller über dem Welterbe. Stefan Evertz zum Beispiel, der diese speziellen Örtlichkeiten liebt: "Dort freue ich mich mit meiner Frau darüber, dass wir nicht mehr in München sein müssen." Am Wochenende ist Evertz aber auch im Kino zu sehen: Das Lichtspiel zeigt den Indie-Film "Warum Siegfried Teitelbaum sterben musste" mit dem Wahl-Bamberger am Samstag und Sonntag jeweils um 17.15 Uhr. Der schwarzhumorige Thriller von Regisseur Axel Steinmüller wurde bereits 2013 mit einem Mini-Budget von 30 000 Euro abgedreht. Allerdings gab es bei der Postproduktion technische und finanzielle Probleme - bis hin zu juristischen Auseinandersetzungen. So zog sich die Fertigstellung und das Vermitteln an Kinos (ohne Verleih-Firma) bis in dieses Jahr hin. Umso mehr freut sich Stefan Evertz jetzt, dass der Streifen in Bamberg läuft.

Wovon handelt der Film?
Stefan Evertz: Der Erdnussbuttersüchtige Profikiller Stefan bekommt den Auftrag, Siegfried Teitelbaum auszuschalten. Doch nichts ist so, wie es scheint, nicht mal bei seinen eigenen Auftraggebern. Zahlreiche andere Killer und Organisationen pfuschen ihm ins Handwerk, ein Spiel mit Verwechslung und Maskerade beginnt. Seine Freundin Samatha muss plötzlich sogar eine Leiche mit dem Oldtimer entsorgen. Das ist übrigens meiner, ein Lancia Fulvia Coupé. Ursprünglich hatte eine Oldtimer-Garage einen Ferrari kostenlos als Filmauto zur Verfügung gestellt. Aber nur für einen Tag, und das hatte nicht gereicht. Und der Koffer mit der Leiche hat auch nicht reingepasst. Also haben wir die Szenen mit meinem Wagen gedreht.

Welche Rolle spielen Sie in dem Film?
Ich spiele einen Gegenspieler von Stefan, einen distinguierten schweizer Profikiller, der sich dann als Lachnummer entpuppt. Er soll Stefan für eine Weile in Schach halten, bis Teitelbaum in Sicherheit ist. Es kommt anders, als er sich das gedacht hat - jedenfalls wurde ich zum ersten Mal teilweise von einem Stuntman gedoubelt. Geht auch nicht gut aus für mich. Es war aber ein Riesenspaß.

In der vergangenen Woche gab es schon eine Preview und ein Publikumsgespräch in Bamberg. Wie war's?
Was kann es für ein schöneres Kino für unseren Film geben als das Lichtspiel. Ein kleiner, schräger, wilder Film wie unserer braucht solche gemütlichen, engagierten Programm-Kinos, und wir wurden unglaublich nett aufgenommen. Das Publikum war nicht so riesig, was natürlich schade ist, aber sehr interessiert und wir haben noch länger mit allen gequatscht. Das war schön.

Warum sind Sie in Bamberg hängen geblieben?
Bamberg ist - man muss es leider sagen - die schönste Stadt der Welt. Ich bin aus beruflichen Gründen nach meinem Germanistik-Studium von hier nach München gezogen. Das war auch wichtig für mich, aber ich war dort 13 Jahre lang unglücklich. Mit meiner Verlobten bin ich vor zwei Jahren dann zurück nach Bamberg gezogen, wir haben hier in der Nähe geheiratet, und hoffen sehr, dass wir hier nie wieder wegmüssen. Beruflich ist es nicht ganz leicht für uns, eine Romanistin mit Doktortitel und ein Schauspieler und Synchronbuchautor, aber ich kann zum Glück viel von zu Hause aus arbeiten.
Die Fragen stellte
Michael Memmel

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