Großenhül

Kickern für einen guten Zweck

Die Landjugend Großenhül hat sich einen Spieltisch von der Behindertenhilfe "Bamherzige Brüder" bei Erlangen bauen lassen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Der neue Kickertisch wird gut genutzt. Von links: Dominik Pfändner, Johannes Weggel, Alexander Wachtel, Tanja Wölfel Foto: Adriane Lochner
Der neue Kickertisch wird gut genutzt. Von links: Dominik Pfändner, Johannes Weggel, Alexander Wachtel, Tanja Wölfel Foto: Adriane Lochner
Unterkasten, Füße und Spielfeld bestehen aus massivem Buchenholz. Die Figuren sind an Stangen aus geglühtem Manganstahl befestigt für einen präziseren Rundlauf. An ihren Enden befinden sich rutschsichere Sportgriffe aus weichem Kunststoff für besseren Gripp. "Einwandfrei", kommentiert der Vorsitzende der Landjugend Großenhül, Johannes Weggel (23), den neuen Tischkicker, der seit kurzem in den Vereinsräumen im Dorfhaus steht.
Das Spielgerät ist eine Spezialanfertigung. Gebaut wurde es in der gemeinnützigen Einrichtung für Behindertenhilfe "Bamherzige Brüder" in Gremsdorf bei Erlangen. Die Werkstatt beschäftigt rund 250 Menschen mit geistiger Behinderung in verschiedenen Handwerksbereichen. Die Schreinerei hat sich mit ihrer Kickerproduktion überregional einen Namen gemacht. Seit 1999 wird in der Benedikt-Menni-Werkstatt professionell nach Kundenwunsch gesägt, gehobelt, gebohrt, gefräst, geschliffen und lackiert. Die Beschäftigten bauen pro Jahr rund 140 Kicker - für Vereine, Firmen oder Privatleute.


Qualitativ hochwertig

"Wir haben die Werkstatt selbst besucht. Sie ist sehr familiär", erzählt Vereinsvorsitzender Weggel. Der Landjugend Großenhül sei es zwar vor allem darum gegangen, mit der Anschaffung einen guten Zweck zu unterstützen, aber natürlich habe man auch einen qualitativ hochwertigen Ersatz für den alten Kicker haben wollen. Und das ist gelungen. "Holzqualität und Verarbeitung des Kickers sind sehr gut", kommentiert der 56-jährige Schreinermeister Erwin Wölfel, Inhaber der Schreinerei Wölfel in Kleinhül. Gemeinsam mit Weber Zaunbau und Stübinger Dienstleistungen hat Wölfel als Sponsor einen Teil zum neuen Kicker beigesteuert. Unterstützt hat er das Projekt, weil er früher selbst einmal in der Landjugend gewesen ist und weil seine Tochter Tanja Mitglied ist.
Im Landkreis Kulmbach gibt es derzeit vier Landjugenden, und zwar in Großenhül, Zaubach, Rugendorf und Waldau. Drei weitere wurden innerhalb der letzten 20 Jahre aufgelöst, "vor allem, weil niemand die Vorstandschaft übernehmen wollte", erklärt Jonas Gleich, Vorsitzender des Landjugendkreisverbands. Mit 400 Mitgliedern sei jedoch im Moment wieder ein Aufwärtstrend zu beobachten. In Neuenmarkt-Wirsberg gibt es sogar Überlegungen eine Landjugend zu gründen.


Wöchentliche Treffen

Die Landjugend Großenhül hat derzeit mehr als 55 Mitglieder im Alter von 16 bis 30 Jahren aus dem gesamten Gemeindegebiet Wonsees. Beinahe wöchentlich verabreden sich Mitglieder im Dorfhaus zum gemeinsamen Fußballschauen, Kartenspielen oder Kickern. "Der neue Kickertisch wird mindestens einmal die Woche im Einsatz sein", prophezeit Weggel. Zur Einweihung sei demnächst ein Turnier geplant.
Verwandte Artikel
Noch keine Kommentare
Sie sind nicht angemeldet.
Sie müssen angemeldet sein, um Kommentieren zu können!
registrieren