Thurnau

Keramik statt Kitsch

Der Weihnachtstöpfermarkt in den Höfen des Thurnauer Schlosses ist seit fast 30 Jahren ein großer Anziehungspunkt.
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German de Juana und Organisatorin Andrea Labuhn freuen sich auf viele Besucher. Foto: Katharina Mülle-Sanke
German de Juana und Organisatorin Andrea Labuhn freuen sich auf viele Besucher. Foto: Katharina Mülle-Sanke

Katharina Müller-Sanke Der 29. Thurnauer Weihnachtstöpfermarkt ist eröffnet. 60 Töpfer aus Deutschland und der Welt haben ihre Stände im Schloss aufgebaut. Es sind herausragende Vertreter ihres Faches.

Die Warteliste für einen der begehrten Standplätze in Thurnau ist lang. "Wir haben wie jedes Jahr versucht, eine abwechslungsreiche und durchgehend hochwertige Auswahl unterschiedlicher Töpfer zusammenzustellen", so Organisator Jörg Labuhn. Er und Ehefrau Andrea organisieren den Markt seit vielen Jahren gemeinsam.

Die beiden und ihr Organisationsteam sind eines der Gründe, warum der Markt so eine riesige Anziehungskraft hat. Da sind sich viele Töpfer einig. "Nicht nur die Keramik, auch die Organisation ist handgemacht, persönlich und individuell", sagte Bürgermeister Martin Bernreuther.

Die Labuhns plakatieren selbst für die Veranstaltung. Von dem anonymen Hochglanz einer Werbeagentur sind ihre Plakate so weit entfernt wie die individuelle Keramik von Industrieware. Kitsch findet man nicht.

Eintritt frei

Der Markt ist nach wie vor für Besucher kostenlos zugänglich. "Er ist dafür da, dass Leute Keramik kaufen und nicht dafür, dass sie dafür bezahlen, sie anzuschauen", erklärt Jörg Labuhn das Konzept.

Ein Töpfer aus Spanien wird in diesem Jahr schmerzlich vermisst. Er ist wegen der Straßenblockaden in Frankreich nicht durchgekommen und kann nicht am Markt teilnehmen.

Sein ebenfalls spanischer Kollege German de Juana ist bereits vor einer Woche angekommen - da war das Autofahren gerade noch möglich. Er freut sich sehr auf die kommenden Markttage. Die letzten Jahre haben ihm bereits gezeigt: Das Thurnauer Publikum ist interessiert und aufgeschlossen und schätzt gute Keramik.

Im Pferdestall des Schlosses gibt es in diesem Jahr noch eine Besonderheit: Keramiker aus Uganda zeigen ihre Töpferkunst. Insgesamt erwartet die Besucher die ganze Vielfalt des Keramikhandwerks im Schlosshof, im unteren Schlosshof und auf dem Brandplatz.

Sophie Weiß ist neu dabei

Erfahrene Keramiker wie Jürgen Strohm, die schon seit über 25 Jahren in Thurnau dabei sind, sind genauso vertreten wie Sophia Weiß, die sich erst kürzlich selbstständig gemacht hat. "Schon bevor ich meine Werkstatt hatte, kannte ich Thurnau vom Hörensagen. Wegen des Weihnachtstöpfermarktes." Es spricht sich herum.



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