Kloster Banz

Kellercharakter gehört Vergangenheit an

Die Hanns-Seidel-Stiftung hat den großen Saal der Bildungseinrichtung für 900 000 Euro auf Vordermann gebracht.
Artikel drucken Artikel einbetten
Von Medientechnik über Belüftungsanlage bis zum beleuchteten Fluchtweg wieder auf modernstem Stand: der große Saal des Bildungszentrums Kloster Banz der Hanns-Seidel-Stiftung. Foto: Mario Deller
Von Medientechnik über Belüftungsanlage bis zum beleuchteten Fluchtweg wieder auf modernstem Stand: der große Saal des Bildungszentrums Kloster Banz der Hanns-Seidel-Stiftung. Foto: Mario Deller

"Wir dürfen Sie heute im Namen unserer Vorsitzenden Professor Ursula Männle herzlich willkommen heißen und möchten Ihnen unseren neu gestalteten großen Saal vorstellen, der nun zeitnah für unseren Seminarbetrieb freigegeben wird." Den Worten von Michael Möslein, Leiter des Bildungszentrums Kloster Banz, wohnte nicht von ungefähr ein feierlicher Tonfall inne, gepaart mit Dankbarkeit und Freude.

Die Rundumerneuerung und Modernisierung des für Tagungen und andere Veranstaltungen genutzten großen Saals mit heller und nicht zuletzt technisch hochmoderner Konzeption darf wohl als Meilenstein in der jüngeren Historie des Bildungszentrum gelten. "Man sieht, was möglich ist, wenn die Spitze hinter einer Einrichtung steht", meinte Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner und würdigte die eingangs erwähnte Vorsitzende Männle als für die Umsetzung wichtige Triebfeder der gelungenen Maßnahme.

Politische Bildungsarbeit

Männle ging kurz auf Wesen und Intention der Hanns-Seidel-Stiftung und den Standort am Obermain im Besonderen ein. Heute sei Banz ein weithin bekanntes Tagungszentrum. Neben den weiteren Tätigkeitsfeldern bezeichnete sie die politische Bildungsarbeit als "Kernstück der Hanns-Seidel-Stiftung" und ergänzte, auf die Generalerneuerung des großen Saal eingehend: "Es ist wichtig, dass wir unserem Bildungsauftrag gerecht werden." Aus den Worten der Vorsitzenden sprach große Zufriedenheit mit dem heutigen "Gesicht" des großen Saales: "Der Raum ist nun sehr offen geworden. Man hat gar nicht mehr den Eindruck, dass man sich im Grund ja im Keller befindet. Wirklich toll gelungen."

Auch Bad Staffelsteins Bürgermeister Jürgen Kohmann zeigte sich begeistert. Die einst den Raum quasi einengenden, heute nicht mehr benötigten Dolmetscherkabinen wurden im Zuge der Maßnahme ausgebaut, was der beabsichtigten Gestaltung jenseits des früheren "Kellercharakters" sehr förderlich war. "Früher konnte man sich hier regelrecht verstecken", veranschaulichte Männle lachend die immense Veränderung zum Positiven.

Welchen Kraftakt die nun abgeschlossene umfangreiche Maßnahme tatsächlich darstellte, war der Schilderung von Dieter Jakob vom beauftragten Architekturbüro Mayer aus Rottach-Egern zu entnehmen. Im August 2017 hatten die Abbrucharbeiten begonnen. "Wegen des laufenden Betriebs war es aber nicht möglich, den Raum einfach für neun Monate zuzusperren." Bauzeitenplan und Vorgehensweise bei der Realisierung mussten so abgestimmt werden, dass auch die Seminare stattfinden konnten.

Für 400 Seminaristen geplant

"Jetzt hat das Bildungszentrum bei Veranstaltungen im großen Saal die Genehmigung für 400 Teilnehmer, vorher waren es 200", nannte der Architekt einen wichtigen Punkt. "Das ist möglich geworden, weil neben moderner Sicherheitstechnik über den Bischofsbau Fluchtwege mit direktem Ausgang nach draußen geschaffen wurden", erklärte Jakob. Durch eine Pufferung der Fluchtwegbeleuchtung würde diese übrigens auch im Falle eines Stromausfalles funktionieren, ergänzte er.

"Von der Technik her ist der Raum für die Zukunft nun top aufgestellt." Große Worte, aber die Ausführungen des Architekten sowie ein Rundgang mit den Ehrengästen bestätigten diesen Satz vollauf. Die Mikros an den Tischen sind kabellos konzipiert, an den Decken angenehm unauffällig WLAN-Router installiert, ferner verfügt der Raum über einen leistungsstarken, aber leisen Beamer sowie über nicht zu gedrungen wirkende Scheinwerfer.

Die ursprünglich aus dem Jahr 1982 stammende bisherige Kühlung erfuhr ebenfalls eine Erneuerung, was ein nun besseres Raumklima mit sich bringt. Im Nebenraum wurde eine aktive Kühlung sowie für die Wintermonate Wärmepumpen eingebaut. Hinsichtlich der Beleuchtung auf der erhöhten Bühne sind je nach Wunsch der Tagungsteilnehmer sogar unterschiedliche Farbgebungen möglich, wie den Ehrengästen demonstriert wurde, zusammen mit Baureferent Norbert Holtz und dem technischen Leiter des Hauses, Hans Schnabl.

"Wir müssen ja auch mit der Zeit gehen", lautete ein Satz von Ursula Männle. Dem trägt der sich einladend und hochmodern gebende große Saal des Bildungszentrums der Hanns-Seidel-Stiftung eindrucksvoll Rechnung.

Betreffend der Investitionskosten war den Ausführungen des Architekten zu entnehmen, dass bisher 900 000 Euro abgerechnet wurden. Emmi Zeulner nutzte die Gelegenheit, um darauf hinzuweisen, dass die Bildungsangebote auf Kloster Banz sich auch an die Menschen aus der Region richten mit Seminaren etwa für Kinder, Jugendliche und Familien. Um vielleicht kursierenden Gerüchten oder Mutmaßungen entgegenzutreten, fügte sie augenzwinkend hinzu: "Und dafür muss man auch nicht zwangsläufig CSU-Mitglied sein."

Planung war das A und O bei bei der Umsetzung dieses großen Projekts der Hanns-Seidel-Stiftung. Nicht vergessen wurden bei der offiziellen Vorstellung aber auch diejenigen, welche das Ganze umsetzten: "In den letzten Wochen haben 20 bis 25 Leute ständig bis zehn oder elf Uhr abends gewerkelt, so dass der Zeitplan eingehalten werden konnte", zog Architekt Jakob den Hut.



was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren