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Keiner glaubt an Fortsetzung der Bayernliga-Saison

Die Corona-Krise setzt den Sportbetrieb auf unbestimmte Zeit außer Kraft. In einigen Disziplinen wurde bekanntgegeben, wie die unterbrochene Saison zu werten ist. Nicht im Fußball. Die Verbände hoffen...
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Die Corona-Krise setzt den Sportbetrieb auf unbestimmte Zeit außer Kraft. In einigen Disziplinen wurde bekanntgegeben, wie die unterbrochene Saison zu werten ist. Nicht im Fußball. Die Verbände hoffen auf eine zeitlich überschaubare Begrenzung der Pause und halten sich mit Entscheidungen bedeckt - auch der Bayerische Fußball-Verband. Für die Vereine bedeutet das: keine Planungssicherheit, da für einige Mannschaften ja noch Auf- und Abstiegsfragen zu klären sind.

Der "Münchner Merkur" hat zu diesem Thema in einer Leserumfrage zehn mögliche Szenarien durchgespielt, wie man die Fußball-Saison fortführen oder abbrechen könnte. Diese Szenarien sehen vor für einen einen Abbruch: 1. nur die Hinrunde zu werten, 2. die aktuelle Tabelle zu werten, 3. die Saison zu annullieren, 4. die aktuellen Aufsteiger aufsteigen zu lassen, auf Absteiger zu verzichten und die Ligen aufzustocken; für ein Play-Off-System um Auf-und Abstieg: 5. Auf-und Absteiger in einer Gruppe auszuspielen; 6. Auf-und Absteiger in unterschiedlichen Gruppen auszuspielen; 7. Auf-und Absteiger im K.o.-System auszuspielen; für eine zeitliche Anpassung des Spielbetriebs: 8. mehr Englische Wochen, 9. die Saison später zu Ende spielen, 10. die Saison nächste Saison weiterzuspielen mit einer jetzt langen Pause. Die Redaktion hat die fünf Bayernligisten der Region - den TSV Abtswind, TSV Großbardorf, TSV Karlburg, FC Sand und Würzburger FV - auf die Szenarien angesprochen. TSV Abtswind Sportleiter Thorsten Götzelmann: "Von Denkansätzen wie Play-Offs - oder einer Wertung der Hinrunde halte ich nichts. Das wird man wohl nicht gerecht hinbekommen. Da die Europameisterschaft verschoben wurde, könnte man die Saison später beenden." Team-Manager Christoph Mix: "Aufgrund der Nachrichtenlage gehe ich davon aus, dass die Ausgangsbeschränkung nur sukzessive gelockert wird. Ansammlungen von größeren Menschenmengen - wozu ich Fußballspiele zähle - werden als letztes aufgehoben. Der Spielbetrieb sollte nicht vor der zweiten Mai-Hälfte aufgenommen werden. Selbst wenn man alle Spiele in Englischen Wochen abspulen würde und Nachholspiele berücksichtigt, wäre das Saisonende frühestens Anfang Juli denkbar. Play-Offs wären eine halbwegs gerechte Option, die gerechteste aber wäre für mich: Saisonabbruch und Annullierung." TSV Großbardorf Sportleiter Andreas Lampert: "Ich gehe zu 99 Prozent davon aus, dass die Saison nicht fertig gespielt wird. Der Verband müsste sich ja nach Ostern darauf festlegen, Anfang Mai den Spielbetrieb erneut zu starten. Die einfachste Lösung wäre zu sagen: Die Saison hat nie stattgefunden. Im Sommer fängt man mit denselben Clubs bei Null an. Immer vorausgesetzt, dass man dann wieder spielen kann. Besser wäre es, wenn es eine Wertung gäbe. Und zwar auf der Basis aller absolvierten Partien. Es wird ein Quotient gebildet. Wer den höchsten Punkte-Schnitt hat, ist Meister und steigt auf. Der mit dem niedrigsten Quotienten steigt ab. Nur die Begegnungen der Hinrunde als Basis heranzuziehen, ist keine Option. Es wäre totaler Krampf, wenn absolvierte Spiele wegfallen würden. Play-Offs wären für Amateurvereine nicht zumutbar." TSV Karlburg Sportleiter Michael Gehret: "Wir müssen abwarten, wie sich die Lage entwickelt. Es ist das Wichtigste, dass sich die Gesundheitssituation in Deutschland bessert. Gut wäre, dass der Verband eine Entscheidung fällt, mit der die Vereine längerfristig planen können. Vielleicht mit Play-Offs im Mai oder Juni. Im Augenblick haben unsere Jungs ihre Trainingspläne, aber keiner hat ein wirkliches Ziel, weil niemand weiß, wie es weitergeht. Klar ist: Eine gerechte Lösung für alle kann es nicht geben." FC Sand Sportleiter Erich Barfuß: "Es wäre das Beste, die Saison zu annullieren, denn die anderen Möglichkeiten sind mit Unwägbarkeiten verbunden. Natürlich ist das hart für die Vereine, die vorne stehen, aber ließe man die aufsteigen, dann wollen die Zweitplatzierten auch ihre Relegation - aber gegen wen, wenn keiner absteigen soll. Außerdem glaube ich, dass für eine Relegation keine Zeit bleibt. Eine Vorbereitung auf die nächste Saison ist kaum möglich, sollte der Spielbetrieb nochmals aufgenommen werden. Wenn man schnell die Annullierung der Runde bekanntgäbe, könnten die Vereine sicher planen. Der wichtigste Punkt für mich ist aber, dass man auch später reagieren kann. Sollte im Juli kein Spielbetrieb möglich sein, könnte der Verband die Runde später starten. Die Vereine wüssten von Spieltag eins an, wie sie die Saison spielen müssen." Würzburger FV Finanz-Vorstand Peter Büttner: "Als Tabellensiebter haben wir mit Auf- und Abstieg nichts zu tun. Ich gehe davon aus, dass die Pandemie noch lange nicht ausgestanden ist, und bin für eine Annullierung der Saison. Die drei Spitzenklubs dürften sich nicht zu laut beschweren, weil aufgrund des geringen Punkteabstandes keiner sicher für die Regionalliga planen kann. Ich gehe davon aus, dass es erst Ende August mit der neuen Runde weitergehen kann. Die Winterpause könnte man verkürzen, nachdem es bei uns mittlerweile sehr mild ist. Wenn die Corona-Pandemie noch länger anhalten sollte, könnte ich mich mit der Variante anfreunden, die laufende Saison im Frühjahr 2021 zum Ist-Stand fortzusetzen." Mitarbeit: dog, ele, dra, jr, urs

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