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Lichtenfels

Keine Väter im Kreißsaal

Die Regiomed-Kliniken - auch das Klinikum in Lichtenfels - wollen alle Möglichkeiten ausschöpfen, um Mütter und Babys vor dem Coronavirus zu schützen.
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Das Regiomed-Klinikum Lichtenfels gestattet es werdenden Vätern nicht mehr, ihre Partnerinnen in den Kreißsaal zu begleiten. Foto: Matthias Einwag
Das Regiomed-Klinikum Lichtenfels gestattet es werdenden Vätern nicht mehr, ihre Partnerinnen in den Kreißsaal zu begleiten. Foto: Matthias Einwag

Ab sofort können werdende Väter ihre Partnerinnen nicht mehr in den Kreißsaal begleiten - zu diesem Schritt haben sich jetzt die Regiomed-Kliniken entschlossen.

"Diese Entscheidung haben wir nicht leichtfertig getroffen", erklärt der Leiter des Regiomed-Hygiene-Instituts, Professor Klaus-Dieter Zastrow. "Für die werdenden Eltern ist das sehr schade, denn die Geburt ist ein ganz besonderer Moment, den man gemeinsam erleben möchte." Das Infektionsrisiko sei aber in so einer besonders engen Situation für Mutter und Kind hoch, so dass man nicht anders handeln könne.

"In der aktuellen Situation, in der sich das Coronavirus immer mehr ausbreitet, ist es unsere Pflicht, alle möglichen Schutz-Maßnahmen zu ergreifen", betont Zastrow. Man gehe in diesem Punkt aktuell sogar über die Allgemeinverfügung des Freistaates Bayern hinaus, die bei Geburten noch Ausnahmeregelungen vorsieht.

Kreißsaalschließung verhindern

"Ich bin persönlich davon überzeugt, dass diese Maßnahmen erforderlich sind, damit wir auch während der Pandemie voll und ganz für die werdenden Mütter in der Region dasein können", sagt Zastrow. "Wenn unser Kreißsaalpersonal plötzlich corona-infiziert wäre, dann müssten wir den Kreißsaal schließen. Das darf nicht passieren!"

Bereits vor einiger Zeit wurde in den Regiomed-Kliniken ein genereller Besucherstopp ausgesprochen. Inzwischen haben auch die Gesundheitsministerien ähnliche Empfehlungen ausgesprochen beziehungsweise Regelungen getroffen.

Concierge-Service eingerichtet

Regiomed geht in einigen Punkten darüber hinaus, um Patienten und die Beschäftigten so gut wie möglich vor dem Coronavirus zu schützen. In allen Häusern wurde ein Concierge-Service eingerichtet, der im Eingangsbereich Taschen mit persönlichem Bedarf wie zum Beispiel frischer Wäsche in Empfang nimmt und auf die Zimmer bringt. Nach Absprache waren bisher einige wenige Ausnahmen erlaubt: zur Begleitung von Kindern, bei schwerst kranken Patienten auf Intensiv- und Palliativstationen und bei Geburten.

"Bisher hatten wir die werdenden Väter im Hochrisikobereich Kreißsaal zugelassen, das ist jetzt nicht mehr möglich. Jedoch dürfen die Väter im Familienzimmer die ersten Stunden mit Mutter und Kind gemeinsam erleben - unter der Voraussetzung, dass die Väter in dieser Zeit die Klinik nicht verlassen", erläutert Professor Stefan Piltz, der als Ärztlicher Direktor am Klinikum Coburg Mitglied im verbundweiten Corona-Spezial-Team ist. Alle Frauen, die sich bei Regiomed zur Geburt angemeldet haben, werden darüber persönlich in einem Schreiben informiert.

Einsatz moderner Videotechnik

Um diese massive Einschränkung wenigstens etwas abzufedern, arbeitet Regiomed mit Hochdruck daran, den werdenden Eltern zu ermöglichen, während der Geburt über moderne Videotechnik miteinander zu kommunizieren.

Die anderen Ausnahmeregelungen vom Besucherstopp bei sehr jungen Kindern mit einem Elternteil als dauerhafter Begleitperson und kritisch kranken Patienten sowie Patienten auf Intensivstation bleiben bestehen. red

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