Lichtenfels

Keine stille Nacht in der "Hütte"

Eine Schlägerei unterbrach den Musikabend in der Lichtenfelser "Stadtalm". DJ Denis Boxem reagierte sofort und stellte die Musik ab, bis der Zwischenfall beendet war. Danach feierten die Gäste weiter bis zum "Gute Nacht, Freunde".
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Ließ sich beim Tanzen nicht gerne fotografieren: DJ The Night alias Denis Boxem. Über Stunden sorgte er für gute Laune. Foto: Markus Häggberg
Ließ sich beim Tanzen nicht gerne fotografieren: DJ The Night alias Denis Boxem. Über Stunden sorgte er für gute Laune. Foto: Markus Häggberg

22.45 Uhr - der Abend nimmt eine unerwartete Wendung. Irgendwer schlägt irgendwen - und Wirt Uwe Held geht sofort dazwischen, schreitet resolut ein. Das hatte der Samstagabend in der "Stadtalm" auf dem Marktplatz so nicht verdient, denn drei Stunden lang herrschte gute Stimmung mit Musik vom DJ.

DJ the Night von "Ener.G-Night Music" - nicht leicht aussprechbar, diese Verschmelzung von Künstlername und Veranstaltungsservice. Hinter dem Namen DJ the Night verbirgt sich ein leicht zugänglicher 36-Jähriger namens Denis Boxem. Der Coburger ist hauptberuflicher DJ und sorgte drei Stunden lang für gute Laune. 20 Hörerwünsche wurden an ihn, dessen Arbeitsbereich am Laptop samt Playlist ist, herangetragen. Stets mit Erfolg, weil seine musikalische Datenbank das locker hergibt.

Aufs Publikum vorbereitet

In der Stadtalm spielte er erstmalig und hatte sich auf ein Lichtenfelser Publikum gut vorbereitet. Den Wirt, so der DJ, habe er darüber befragt, wie die Lichtenfelser so drauf seien. Seine nach 23 Uhr eigene gewonnene Erkenntnis: "Am Anfang sind sie so die Bremsen und am Schluss sind sie da!"

Von Dance über House und Après-Ski-Musik, von AC/DC bis Pur, habe er die Gäste einzufangen gesucht. Die saßen meist zu sechst an sechs Tischen, Ausnahme waren die drei Stehtische.

Ein blutiges Gesicht

Dort, in der Mitte des Raumes, sollte es kurz vor Ende der Veranstaltung zu einem Tumult kommen, bei dem es ein blutiges Gesicht gab und bei dem ein junger Mann in Richtung eines Tisches flog. Mitten im Geschehen auch ein junger Mann, auf dessen Shirt der sinnige Aufdruck "Hinfallen, Aufstehen, Weitermachen" stand. Als direkt tatbeteiligt nannte die Polizei einen 54-Jährigen und einen 41-Jährigen, der durch einen Schlag aus der Nase blutete. Hintergrund des Geschehens bildete womöglich eine Eifersucht.

Rund 50 Personen hielten sich über die Stunden permanent im Raum auf, hatten gute Laune und Freude an Geselligkeit zur Musik. Ein Höhepunkt des Abends war der Klassiker Last Christmas von George Michael. Doch als es zum Tumult kam, reagierte DJ Denis Boxem sofort. "Es ist nicht das erste Mal", erklärte der Mann auf die Frage, ob er solches schon öfter erlebt habe. Dann schilderte er auf Nachfrage sein Rezept: "Am besten ist: gleich Musik aus! Mache Musik erst wieder, wenn sich die Situation beruhigt hat. Du musst Musik leise machen, denn laute Musik heizt nur noch an."

Autoritär für Ruhe gesorgt

Wirt Uwe Held zeigte sich mit seinem DJ zufrieden und fand lobende Worte für diese Einsichten. "Ein guter DJ weiß sowas", so der Lichtenfelser. Aber auch er zeigte sich bei dem Zwischenfall von resoluter Seite und sorgte autoritär für Ruhe. "Du musste Leute gleich trennen - und raus mit ihnen, sonst kommt der noch dazu und der kennt dann den und der wiederum kennt wieder den", so Held zu möglichen Wegen in die Verschleppung eines solchen Vorfalls. Er selbst jedenfalls, habe in all den Jahren als Wirt mit so etwas noch nie zu tun gehabt. Der Wirt lobte auch das schnelle Eingreifen der Polizei.

Versöhnlicher Ausklang

Am Ende sollte der Abend versöhnlich ausklingen. Mit "Gute Nacht, Freunde" von Reinhard Mey. Dem Coburger Denis Boxem dürfte der kurze Vorfall nichts ausgemacht haben. Er fand den Auftrittsort in der "Hütte" super. "So was könnte es auch mal in Coburg geben", sagte er.

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