Heßdorf
Abbau

Keine rosigen Perspektiven auf dem deutschen Markt

Michael Busch 85 Millionen Euro mehr soll die Umsetzung des Zukunftskonzeptes einmalig kosten. Doch diese Mitteilung des Zulieferers für unter anderem die Automobilindustrie, aber auch Ausrüster von B...
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Schulers Sitz in Heßdorf - hier geht die Arbeit zunächst einmal wie gewohnt weiter.  Foto: mb
Schulers Sitz in Heßdorf - hier geht die Arbeit zunächst einmal wie gewohnt weiter. Foto: mb

Michael Busch 85 Millionen Euro mehr soll die Umsetzung des Zukunftskonzeptes einmalig kosten. Doch diese Mitteilung des Zulieferers für unter anderem die Automobilindustrie, aber auch Ausrüster von Blechverarbeitern mit Automatisierungslösungen führte bei der Belegschaft nicht zu Begeisterungsstürmen. Denn mit dieser Ankündigung aus der Firmenzentrale in Göppingen war verbunden, dass es zu Abbau auch im Personalwesen kommen soll.

Schuler hatte Ende 2018 konzernweit 6574 Beschäftigte, in Deutschland waren es 4195. Die nun notwendige Verringerung soll so sozialverträglich wie möglich gestaltet werden. "Betriebsbedingte Kündigungen sind allerdings nicht auszuschließen", heißt es in der Pressemitteilung.

Der Standort in Heßdorf ist zunächst nicht betroffen, der Hauptabbau findet in Göppingen und Erfurt statt. In Heßdorf werden vor allem kleinere Pressen für Industriekunden hergestellt. Weiterhin werden Komponenten für die anderen Werke gefertigt.

Schwieriges Feld

Wesentlicher Grund, so der Vorstand der Schuler AG, für die Anpassungsmaßnahmen sei die Situation, dass die Nachfrage von Automotive-, Industrie- und Hydraulikkunden nach vollautomatisierten Pressenlinien, mechanischen Pressen, Servo-Technologie und Schmieden in den vergangenen Jahren zunehmend aus Deutschland und Europa weg insbesondere nach Asien verlagert habe. Diese Entwicklung werde sich fortsetzen. So rechnet Schuler zum Beispiel damit, dass rund 80 Prozent der Aufträge für Pressenlinien künftig auf Produktionsstätten der Automobilindustrie im Ausland entfallen. Die für die heimischen Schuler-Werke relevante Kosten-, Tarif- und Währungsentwicklung in Deutschland erlaube keine Perspektive, diese wachsende internationale Nachfrage wettbewerbsfähig aus Deutschland bedienen zu können. 1963 wurde die Maschinenfabrik Hermann Schleicher in Erlangen zur Herstellung von Bandzuführanlagen an Pressen gegründet. Es gehört zu den ersten Systemlieferanten am Markt. Im Jahr 1990 wurde das Unternehmen durch den Schuler Konzern übernommen, es wurde nach Heßdorf umgesiedelt.

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