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Coburg
Pädagogik

Keine Panik bei Kindern verbreiten

Angst und Panik ist spürbar. Seit immer mehr Corona-Fälle bekannt werden, drehen sich die Gespräche in der Familie, Schule, auf der Arbeit fast ausschließlich um dieses Thema. Und natürlich bekommen K...
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Angst und Panik ist spürbar. Seit immer mehr Corona-Fälle bekannt werden, drehen sich die Gespräche in der Familie, Schule, auf der Arbeit fast ausschließlich um dieses Thema. Und natürlich bekommen Kinder das mit. Sie reagieren hochsensibel auf die Emotionen ihrer Mitmenschen. Jugendamtsleiter Reinhold Ehl empfiehlt, mit Kindern und Jugendlichen altersgemäß über Covid-19 zu sprechen. "Bitte nicht dramatisieren", lautet sein Appell. Kinder verstehen es, wenn man ihnen sage, dass man sich zum Beispiel durchs Händewaschen gut schützen kann. "Wenn man krank ist, geht man zum Arzt und wird auch wieder gesund." Das verstünden auch kleine Kinder gut.

Ruhe ausstrahlen

Die Coburger Kinderkrippe Bergwichtel sensibilisierte auf ihrer Facebook-Seite am Donnerstag die Eltern, wie mit dem Thema zu Hause umgegangen werden sollte. Gedanken dazu hatte sich das Montessori Haus der Kinder in Wien gemacht: "Mehr denn je braucht es jetzt erwachsene Erwachsene, die Sorge für ihre Umgebung und sich selbst tragen. Denkt bitte daran: Kinder sind sensibel, hellhörig und haben gute Antennen. Vermeidet Gespräche über beängstigende Themen und strahlt Ruhe und Sicherheit aus. Solltet ihr vermehrt Wutausbrüche, Tränen an eurem Kind bemerken, dann seid verständnisvoll, physisch zur Stelle und geduldig. Kinder nehmen die Schwingungen der Bevölkerung sehr stark wahr, seid für sie ein Filter!"

Kinder weniger betroffen

Ob in Coburg alle Einrichtungen geschlossen werden, sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht abzusehen, meinte Ehl auf Nachfrage. Der Föderalismus sehe regionale Entscheidungen vor. Und das sei auch gut so. "Wir müssen die Einzelfälle prüfen und können nicht auf die Situation in Berlin reagieren", sagt der Jugendamtsleiter. Derzeit werde an einer Hygienevorschrift gearbeitet, die an alle Mitarbeiter gehen soll. Außerdem gibt es Richtlinien für Eltern, die per Newsletter verschickt wurden, wann ein Kind in die Einrichtung gehen kann und wann nicht. Sollten alle Kindertagesstätten geschlossen werden müssen, werde es keine Notbetreuung geben können, machte Ehl deutlich.

Ganz abgesehen davon sei bekannt, dass Kinder in der Regel schwache oder gar keine Symptome zeigen. Einige Kinderärzte gehen aktuell davon aus, dass das Virus an spezielle Rezeptoren andocken muss, die bei Kindern eventuell noch nicht so weit entwickelt sind, wie Reinhard Berner, Leiter der Pädiatrischen Infektiologie der Uniklinik Dresden, gegenüber dem "SWR" vermutete. Wenn dies der Fall wäre, könnten sich die Viren nicht festsetzen und Entzündungsreaktionen auslösen. nel

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