Buttenheim

Keine Lösungen "von der Stange"

Buttenheim setzt bei der Revitalisierung der Ortskerne auf individuelle Architektenberatungen.
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In der letzten Sitzung des Buttenheimer Marktgemeinderats stellte Bürgermeister Michael Karmann (ZWdG/CSU) ein Konzept zur projektorientierten Innenentwicklungs- und Sanierungsberatung in der Allianz Regnitz-Aisch vor.
Im Allianzgebiet, dem neben Buttenheim noch die Gemeinden Altendorf, Eggolsheim und Hallerndorf angehören, ist mit einer stagnierenden beziehungsweise einer leicht zunehmenden Bevölkerungsentwicklung zu rechnen. Insbesondere an der Entwicklungsachse entlang der A 73, der Bahnstrecke und des Rhein-Main-Donau-Kanals besteht ein hoher Baulandbedarf. Gleichzeitig kann man beobachten, dass vor allem die Ortskerne der peripher gelegenen Ortschaften zunehmende Leerstände beziehungsweise Verödungstendenzen aufweisen.
Um die Ausweisung weiterer Baugebiete zu reduzieren und einer fortschreitenden Flächenversiegelung Einhalt zu gebieten, möchte die Allianz eine Revitalisierung der Ortskerne forcieren.
In der Regel weisen die leerstehenden Gebäude innerhalb der Altorte einen erheblichen Sanierungsbedarf auf, was sich in einer erheblichen Verunsicherung möglicher Kaufinteressenten niederschlägt. Da es sich bei älteren, oft ehemals landwirtschaftlich genutzten Anwesen immer um individuelle Probleme und Anforderungen handelt, gibt es hier keine Baulösungen "von der Stange".


Professionelle Begleitung

Als besonders wichtig hat sich in diesem Prozess eine frühzeitige, professionelle Beratung von Bauwilligen oder Kaufinteressenten herausgestellt. Nur mit einer solchen frühen, individuellen Begleitung können von Anfang an Problematiken und Besonderheiten, die bei alten Gebäuden immer auftreten, beachtet und in den Planungsprozess eingebunden werden. Eine Architektenerstberatung kann außerdem schon frühzeitig abschätzen, ob die Maßnahme im Rahmen eines bestimmten Budgets ausführbar und der Flächenbedarf vorhanden ist. Die Verantwortlichen der Allianz Regnitz-Aisch haben sich daher auf ein einheitliches Konzept für sogenannte Beratungsgutscheine geeinigt.
Im Rahmen dieser Beratung sind die Gestaltungswünsche vom Bauinteressenten zu bestimmen, sofern sie mit dem aktuellen Baurecht, dem Denkmalschutz, den jeweiligen Planfestsetzungen und etwaigen Gestaltungssatzungen vereinbar sind. Generell soll ein Erhalt von Bausubstanz einem Abriss vorgezogen werden. Abzudecken sind die Themenbereiche Sanierung und Erhalt vorhandener Bausubstanz, der Erhalt ortsbildprägender Strukturen, barrierefreier beziehungsweise altersgerechter Umbau und energetische Sanierung. Gegebenenfalls kann eine Beratung zum Thema Denkmalschutz erfolgen. Des Weiteren wären eine Bewertung des Gebäudebestands, Tipps und Hinweise zum Umbau und eine grobe Kostenschätzung des Vorhabens denkbar.
Die Inanspruchnahme der Beratungsgutscheine ist lediglich innerhalb der Ortskerne (Innenbereich nach §34 BauGB) möglich. Dazu muss das Gebäude, auf das sich die Beratung bezieht, vor 1970 erbaut worden sein und seit mindestens zwölf Monaten leer stehen. Der Umfang der Beratungen beträgt grundsätzlich acht Stunden. Bei denkmalgeschützten Anwesen erhöht sich der Beratungsaufwand um zwei Stunden.
Die Beratung ist vom beauftragten Architekten schriftlich zu dokumentieren. Die Dokumentation soll neben den allgemeinen Informationen zum Gebäude einen Bericht über die Beratung sowie eine Fotodokumentation enthalten. Gegebenenfalls sind angefertigte Pläne und Skizzen beizulegen. Der Stundenaufwand für die Beratung und für die Dokumentation gehören ebenso dazu.
Der Marktgemeinderat beschloss nach eingehender Diskussion zur Finanzierung der Architektenberatung für das Jahr 2018 eine Summe von 4375,00 Euro in den kommunalen Haushalt einzustellen. Dies entspricht fünf Beratungen zum Maximalsatz von 875 Euro.
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