Bad Rodach

Keine Liebe auf den ersten Blick

Was vor 40 Jahren nicht überall auf Begeisterung stieß, ist inzwischen zu einem funktionierenden Gebilde geworden.
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Die Tafel mit den Namen aller Stadtteile wird bald im Sitzungssaal des Jagdschlosses ihren Platz finden. Von links: Ernst Wilhelm Geiling, Heinrich Adam Püls, Michael Busch, Egon Dötsch, Tobias Ehrlicher und Horst Mitzel. Fotos: Lothar Weidner
Die Tafel mit den Namen aller Stadtteile wird bald im Sitzungssaal des Jagdschlosses ihren Platz finden. Von links: Ernst Wilhelm Geiling, Heinrich Adam Püls, Michael Busch, Egon Dötsch, Tobias Ehrlicher und Horst Mitzel. Fotos: Lothar Weidner
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Der Marktplatz der Kurstadt war am Freitagabend voll besetzt. Anlass des Zusammentreffens verschiedener Delegationen aus dem gesamten Stadtgebiet war die Feierstunde zum Rückblick auf "40 Jahre Gebietsreform". Mit dieser staatlichen Neustruktierung der Kommunen vergrößerte sich 1978 das damalige Rodach um gleich 14 Stadtteile.

"Es war nicht immer eine Liebeshochzeit", meinte Bürgermeister Tobias Ehrlicher (SPD) in seinem Statement. Dennoch könne man heute sagen, dass die Eingemeindungen der Stadt gut getan hätten. In der Folgezeit sei es schließlich gelungen, dass die Stadt die volle Kraft als attraktiver Wirtschafts-, Wohn- und Freizeitstandort entfalten konnte. "Allerdings stehen uns noch große Herausforderungen bevor", betonte Ehrlicher, der darauf verwies, dass Bad Rodach mit 78 Quadratkilometer die flächenmäßig größte Gemeinde des Landkreises ist, 6400 Einwohner hat, davon 2500 aus den Stadtteilen kommen und 4200 Arbeitsplätze bietet. Resümee des amtierenden Bürgermeisters: "Die damaligen Eingemeindungen waren eine richtige Entscheidung."

Eine Talkrunde auf der Bühne diente als Rahmen, um in den alten Erinnerungen aus der Eingemeindungsgeschichte - insbesondere deren Entstehen - zu kramen. So erinnerte Egon Dötsch, der ehemalige Bürgermeister von den "Langen Bergen", daran, dass die Begeisterung in der Bevölkerung für einen Anschluss an Rodach nicht gerade groß war.

Lieb, aber auch teuer

Für Ernst Wilhelm Geiling (FW), dem derzeitigen Zweiten Bürgermeister der Stadt Bad Rodach, war es kommunalpolitisch eine interessante Zeit. "Rodach hat durch die Eingemeindungen einen kolossalen Aufschwung genommen", meinte Heinrich Adam Püls, während Horst Mitzel daran erinnerte, dass in den einzugemeindenden Orten oft eine Frage im Mittelpunkt stand: Was kann man schnell noch herausholen?

Moderator des Abends war Landrat Michael Busch (SPD). Er stellte fest, dass Bad Rodach dem Landkreis "lieb und teuer ist" und sich neben Seßlach zu einem touristischen Highlight entwickelt habe. dav



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