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Haßfurt

Keine Beweise

Ein 60-Jähriger soll beim Rangieren ein Auto beschädigt haben. Doch der Vorwurf kann nicht belegt werden.
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Zum zweiten Mal musste ein 60-Jähriger vom Harz nach Haßfurt anreisen, weil bei einem ersten Termin vor dem Amtsgericht nicht eindeutig geklärt werden konnte, ob er sich eines Vergehens des unerlaubten Entfernens vom Unfallort schuldig gemacht hatte.

Laut Vorwurf der Staatsanwaltschaft Bamberg soll er am 29. April 2019 in Haßfurt bei einem Autohändler auf dessen Betriebsgelände beim Rangieren zweimal gegen einen neuwertigen Audi A1 gestoßen sein. Ein Schaden von 6000 Euro war entstanden.

Video zeigt Unfall

Bei der ersten Hauptverhandlung hatte der Beschuldigte alle Schuld von sich gewiesen und angegeben, nichts bemerkt zu haben. Dem entgegen stand die Aussage der Polizeibeamtin, die den Unfall aufgenommen hatte. Auf einem Video sei zu sehen, wie das Heck des Anhängers des Anklagten zweimal gegen den Audi stößt.

Die erste Verhandlung wurde ausgesetzt, um das Video der Überwachungskamera auf dem Firmengelände zu begutachten. Bei der zweiten Verhandlung waren keine Zeugen geladen.

Schon zu Beginn sagte die Richterin, dass sie sich das Video angesehen habe und man hier nicht einen typisch klaren Anstoß erkennen könne. Als dann am Richtertisch der Angeklagte, Staatsanwalt und Verteidiger das Video in Augenschein nahmen, sagte der Angeklagte sofort, dass das Fahrzeug, das auf den Video zu sehen ist, nicht seines sei. "Das ist nicht mein Auto", sagte er kopfschüttelnd. Am Tattag habe er ein ganz anderes Auto gehabt, um bei der Autofirma ein Fahrzeug abzuholen.

Auch nach längerer Inaugenscheinnahme kam man zu keinem Ergebnis, so dass die Richterin sagte, dass sie keinen Tatnachweis erkennen könne. Sowohl Staatsanwalt als auch der Verteidigter beantragen Freispruch. So lautete dann auch das Urteil: Freispruch auf Kosten der Staatskasse.

Ganz überzeugt von der Unschuld des Angeklagten sei sie nicht, sagte die Richterin in der Urteilsbegründung, aber ein Tatnachweis könne aufgrund der Videoaufnahme nicht geführt werden.

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