Hiltpoltstein

Keine Alternative zum alten Weg

Eine verkehrssicheren Wirtschaftsweg zu schaffen, war die Planung für den Ausbau der Kreisstraße. Doch ein Neubau gestaltet sich schwierig, weshalb der alte, bereits weggebaggerte Weg wieder hergestellt werden muss.
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Die Zufahrt zum Wirtschaftsweg wurde weggebaggert, wird nun aber wieder hergestellt. Foto: Petra Malbrich
Die Zufahrt zum Wirtschaftsweg wurde weggebaggert, wird nun aber wieder hergestellt. Foto: Petra Malbrich

Der Straßenbelag ist abschnittsweise abgefräst, zum Teil bereits erneuert und die Fahrbahn verbreitert. Die Bauarbeiten zum Ausbau der Kreisstraße FO 33 von Hiltpoltstein nach Schossaritz gehen voran. Bald nach dem Ortsende Hiltpoltstein liegen einige zerkleinerte Felsbrocken am Straßenrand, bei der Einmündung des Wirtschaftsweges. Der führte zu den am Hang liegenden landwirtschaftlichen Flächen und wurde nun weggebaggert.

Nicht der ganze Weg, aber die Einmündung und damit auch die Felsgesteine, die dort im natürlichen Boden vorkommen und den Hang gestützt haben. Der Weg sollte eigentlich aufgelassen werden, im Zuge des Ausbaus. Nur ist das ein Weg, der sich im Besitz der Gemeinde befindet und somit öffentlich gewidmet ist. Einfach auflassen, geht nicht so einfach. "Man kann einen gewidmeten Weg nicht einfach entwidmen", erklärte Hiltpoltsteins Bürgermeisterin Gisela Schulze-Bauer.

Die Gemeinde wurde aber nicht wirklich gefragt. "Jein", meint Dieter Els, der Leiter des Tiefbauamts. "Aus Gründen der Verkehrssicherheit sollte eine andere Zufahrt geschaffen werden." In den historischen Karten ist dieses Gemeindegrundstück nicht verzeichnet. Der Weg wurde erst im Rahmen der Flurbereinigung geschaffen, um die Erschließung der land- und forstwirtschaftlichen Flächen zu sichern. Zum Ende der Flurbereinigung wurde die Fläche an die Gemeinde übertragen, samt Verpflichtung, diesen Weg weiterhin zu erhalten und zu pflegen sowie die Baulast dafür zu tragen.

Keine andere Zufahrt

Die Eigentümer der landwirtschaftlichen Flächen fürchteten jedoch, dass der Hang durch Fehlen der natürlichen Stütze aus Felsgestein rutschen könnte. Die Gemeinde wollte die Baulast für den Hang deshalb nicht tragen. Dass der Wirtschaftsweg nun doch wieder hergestellt wird, hat andere Gründe.

Der ursprüngliche Plan, an anderer Stelle einen Wirtschaftsweg zu schaffen, war nicht umsetzbar. "Die Zufahrt auf dem anderen Grundstück zu schaffen, gestaltete sich als schwierig", bestätigt Els. "Die alternative Zufahrt wäre nur mit extremen Aufwand möglich gewesen und hätte nur zu einem der Grundstücke geführt. Eine Verbindung zu den anderen Grundstücken könnte nicht geschaffen werden", erklärt Schulze-Bauer, warum die Alternativen letztendlich nicht infrage kamen.

Dazu gab es ein Treffen vor Ort, bei dem auch Vertreter der zuständigen Behörden und der Polizei dabei waren. Auch die Verkehrssicherheit wäre nicht so gegeben wie gedacht. Trotzdem hätte die Zufahrt zum bestehenden Wirtschaftsweg weggebaggert werden müssen. "Es kam eine Entwässerung hinein. Dort ist nun eine Rohrleitung drin. Deshalb mussten wir weiter raus", erklärt der Leiter des Tiefbauamts.

Die Böschung wird wiederhergestellt. Aus gewachsenem Material, wie eine Böschung eben aussieht. "Die neue Böschung ist mit einer Regelneigung von 1 zu 1,5 vorgesehen", erklärt Els. In der vergangenen Gemeinderatsitzung erklärte die Bürgermeisterin, dass die Baulast für die Böschung das Landratsamt übernimmt. Das ist dem Umstand geschuldet, dass VG-Geschäftsführer Stefan Kohlmann bei einem Ortstermin darauf hingewiesen hatte, dass die höherwertige Straße die Baulast für die Böschung übernehmen müsse. Damit liegt die Baulast nun beim Kreis. "Die Böschung wäre ohnehin in unserer Baulast gewesen, denn sie gehört zur Straße", bestätigt Dieter Els.

Gestein gibt Halt

Die Sorge, dass der Hang rutschen könnte, teilt er nicht. Zum einen werde er durch eine Böschung stabilisiert, zum anderen sei auch Felsgestein unter den Flächen. Diese würden ebenfalls Halt geben. Abgetragen wurde nur das sichtbare Gestein im Bereich der Zufahrt. Für den Ausbau der Kreisstraße FO 33 von Hiltpoltstein nach Schossaritz war der Auftrag bereits im Dezember 2018 vergeben worden - zum Angebotspreis von 2,2 Millionen Euro. Laut Els werden durch die Wiedererrichtung des Wirtschaftsweges keine Zusatzkosten entstehen. "Der andere Weg hätte auch hergestellt werden müssen", erklärt Els.

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