Coburg

Keine 50 km/h auf dem Nordring

Das Gremium erklärt sich für Tempo 50 auf dem Nordring und 1000 Tonnen CO2 im Jahr für nicht zuständig. Am Montag entscheidet der Verwaltungssenat.
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Der Bau- und Umweltsenat hat eine Temporeduzierung auf dem Nordring auf 50 Kilometer pro Stunde abgelehnt. Man sei nicht zuständig, so die Mehrheit. Am Montag behandelt der Verwaltungssenat den Antrag der Klimaschutzbeauftragten der Stadt.  Foto: Christoph Winter
Der Bau- und Umweltsenat hat eine Temporeduzierung auf dem Nordring auf 50 Kilometer pro Stunde abgelehnt. Man sei nicht zuständig, so die Mehrheit. Am Montag behandelt der Verwaltungssenat den Antrag der Klimaschutzbeauftragten der Stadt. Foto: Christoph Winter

Die Geschwindigkeit auf dem Nordring, im Volksmund "Stadtautobahn" genannt, wird nicht reduziert. Der Antrag der Klimaschutzbeauftragten der Stadt erhielt keine Mehrheit. Zuständigkeiten und Vorschriften hatten am Mittwoch in der Sitzung des Bau- und Umweltausschusses Vorrang vor Klima- und Lärmschutz. Der Umweltausschuss ist nach der Geschäftsordnung zwar für Schadstoffemissionen durchaus zuständig, aber eine verkehrsrechtliche Anordnung, also eine Festsetzung der Geschwindigkeit, ist Sache des Verwaltungssenats. Der Umweltsenat hätte nur einen politischen Beschluss fassen können.

Im Umweltausschuss war der Beschlussvorschlag der Verwaltung zugunsten einer Drosselung der Höchstgeschwindigkeit formuliert. Am Montag, 8. April, in der Sitzung des Verwaltungssenats, wird der Beschlussvorschlag der Verwaltung ablehnend formuliert sein. Denn es gibt nach der Straßenverkehrsordnung keinen Grund, das Tempo herabzusetzen. Wie die Leiterin der Straßenverkehrsabteilung, Sandra Geiger, erläuterte, sei der Nordring bei Planung und Bau für 37 000 Fahrzeuge am Tag ausgelegt worden, der bauliche Zustand und die Verkehrssicherheit ließen dies zu und auch die geltende Lärmschutzverordnung erfordere keine Temporeduzierung. Aus Sicht der Polizei und des Straßenbauamtes gibt es ebenfalls keine Gründe für eine Geschwindigkeitsreduktion.

Im Juni vergangenen Jahres hatten die Klimaschutzbeauftragten der Stadt, die Stadträte Wolfgang Weiß, Adelheid Frankenberger und Klaus Klumpers, gefordert, auf dem Nordring zwischen dem Weichengereuth und der Abfahrt Coburg-Neuses die Höchstgeschwindigkeit auf 50 Stundenkilometer zu begrenzen. Zwischen den Anschlussstellen Coburg-Neuses und Lauterer Höhe sollten 70 Stundenkilometer gelten. Bislang können zwischen der Frankenbrücke und Coburg-Neuses maximal 70 Stundenkilometer gefahren werden, dann sind 100 Stundenkilometer möglich. Die Fahrzeit hätte sich um eine Minute verlängert, dafür wären 1000 Tonnen Kohlenstoffdioxid ( CO2 ) im Jahr weniger aus den Auspuffrohren der fast 35 000 Fahrzeuge gekommen, die dort jeden Tag unterwegs sind. Das hat das städtische Umweltamt errechnet. Auch der Lärm hätte sich verringert.

Der Lkw-Anteil ist in den letzten Jahren stark angestiegen. Wenn das Weichengereuth vierspurig ausgebaut ist, befürchten Anwohner einen weiteren Anstieg des Verkehrs. Formaljuristisch ist die untere Straßenverkehrsbehörde, also die Stadt Coburg, befugt, die Geschwindigkeit festzulegen.

Für Grünen-Stadtrat und Klimaschutzbeauftragten Wolfgang Weiß sind alle Voraussetzungen für eine langsamere Fahrt auf dem Nordring gegeben. Die Autobahn entlaste die Stadt nicht vom Durchgangsverkehr, interpretierte er die Zahlen. Mit einigen wenigen Schildern würde ein großer Gewinn für den Klimaschutz erreicht. Das stadteigene Klimaschutzkonzept fordert eine CO2 -Verringerung alle fünf Jahre. Trotz der geltenden Vorschriften solle sich der Verwaltungssenat an den Bedürfnissen der Menschen orientieren, erklärte SPD-Stadträtin Petra Schneider. "Warum trauen wir uns das nicht?", fragte sie. Nur Schneider und Weiß stimmten für Tempo 50 und 70 auf dem Nordring.

Mögliche Verkehrsverlagerung?

Der Umweltsenat sei nicht zuständig, argumentierten Jürgen Oehm (CSU) und Hans-Heinrich Ulmann (CSB). Peter Kammerscheidt (Pro Coburg) ergänzte, möglicherweise würde sich Fahrverkehr vom Nordring wieder in die Innenstadt verlagern, was nicht gewollt sei. SPD-Stadtrat Andreas Gehring sah ebenfalls eine mögliche Verkehrsverlagerung, um gegen eine Temporeduzierung zu votieren. Allerdings vom Nordring auf die Autobahn, "und dann haben wir im Coburger Osten wieder mehr Schadstoffe".

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