Münnerstadt
Stadtrat

Kein Video-Reisezentrum am Münnerstädter Bahnhof

Eine klare Absage hat die Bayerische Eisenbahngesellschaft der Stadt Münnerstadt erteilt. Die Kommune hatte am 4. Dezember letzten Jahres einen Antrag auf Einrichtung eines Video-Reisezentrums gestell...
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Eine klare Absage hat die Bayerische Eisenbahngesellschaft der Stadt Münnerstadt erteilt. Die Kommune hatte am 4. Dezember letzten Jahres einen Antrag auf Einrichtung eines Video-Reisezentrums gestellt. Nun hat die Eisenbahngesellschaft mitgeteilt, dass dem Wunsch der Stadt nicht entsprochen werden kann. In der jüngsten Stadtratssitzung wurde deutlich, dass die Kommunalpolitiker diese Entscheidung nicht so einfach hinnehmen wollen.

Zum Jahresende hat Adolf Kieslich seine Bahn-Agentur im Münnerstädter Bahnhof geschlossen. Bürgermeister Helmut Blank (CSU) war davon ausgegangen, dass dann ein so genanntes Video-Reiszentrum errichtet wird, wie es sie in Bad Kissingen und Bad Neustadt gibt. An solchen Geräten können Kunden sich per Videoübertragung von Bahnangestellten beraten lassen, die in einem größeren Bahnhof sitzen.

Brief aus München

"Über ihr Interesse an der Einrichtung eines Video-Reisezentrums in Münnerstadt haben wir uns gefreut und Ihr Anliegen auf wirtschaftliche Umsetzbarkeit sowie auch im Hinblick auf andere Rahmenbedingungen geprüft", heißt es in dem Schreiben der Bayerischen Eisenbahngesellschaft. Die Erfurter Bahn, die im Auftrag der Gesellschaft als Eisenbahnverkehrsunternehmen den "Kissinger Stern" betreibt, biete in all ihren Zügen den Verkauf aus Fahrscheinautomaten und auch aufpreisfrei durch Zugpersonal an. Die Ein- und Aussteigezahlen hätten für die Station Münnerstadt 2017 bei knapp 500 gelegen. "Dieses Fahrgastaufkommen kann ohne weiteres durch den Fahrscheinverkauf im Zug, zudem mit persönlicher Beratung, abgedeckt werden", schreibt die Eisenbahngesellschaft. Und: "Die Einrichtung eines Video-Reisezentrums würde die Wirtschaftlichkeit der Fahrscheinverkaufs im Zug schwächen und zugleich Mehrkosten für den Betrieb eines weiteren Vertriebswegs verursachen." Die Bayerische Eisenbahngesellschaft kommt zu dem Schluss: "Unter den gegebenen Rahmenbedingungen bedauern wir daher, Ihrem Wunsch nicht entsprechen zu können."

Es gebe einen Fahrkartenautomaten auf dem Bahnsteig, meinte Bürgermeister Helmut Blank (CSU), nachdem er das Schreiben der Eisenbahngesellschaft vorgelesen hatte. Dieter Petsch (Forum aktiv) meinte aber dazu, dass man den nicht nutzen könne, wenn die Sonne darauf scheint. Man sollte anregen, den Fahrkartenautomaten ins Innere des Bahnhofs zu verlegen, und zwar in die Räume, die in den letzten Jahren von der Bahnagentur genutzt worden waren.

Verlust für die Stadt

Das Schreiben der Eisenbahngesellschaft kam bei einigen Stadträten nicht sonderlich gut an. Leo Pfennig (fraktionslos) meinte, dass die Möglichkeit des zuschlagfreien Fahrscheinkaufs wahrscheinlich nur bei der Erfurter Bahn bestehe. Das sei aber nur jeder zweite Zug. Es sei ein deutlicher Verlust für Münnerstadt, wenn nach der Schließung der Bahnagentur kein Video-Reisezentrum gebaut werde.

Unterstützung versprechen sich die Stadträte vom Landtagsabgeordneten Sandro Kirchner (CSU). Er fahre ja selbst ab Münnerstadt mit dem Zug, hieß es.

Bezüglich der Räumlichkeiten im Bahnhof verwies Helmut Blank auf ein Treffen mit Vertretern des Sanierungsbeauftragten-Büro Schlicht Lamprecht Architekten. Dabei wird das Bahnhofsgebäude besichtigt und über künftige Nutzungsmöglichkeiten gesprochen. Der Bahnhof ist im Eigentum der Stadt Münnerstadt.

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