Bamberg
Ankerzentrum

"Kein menschenwürdiger Umgang"

Die Bundestagsabgeordnete Filiz Polat, Fraktionssprecherin der Grünen für Migration und Integration, hat gemeinsam mit Lisa Badum, Abgeordnete für Bamberg/Forchheim, und der Bamberger Landtagskandidat...
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Die Bundestagsabgeordnete Filiz Polat, Fraktionssprecherin der Grünen für Migration und Integration, hat gemeinsam mit Lisa Badum, Abgeordnete für Bamberg/Forchheim, und der Bamberger Landtagskandidatin Ursula Sowa die in "Ankereinrichtung Oberfranken" umbenannte Erstunterkunft für Geflüchtete besucht, um sich über die Situation vor Ort zu informieren.

"Das Ombudsteam der Stadt, der bayerische Flüchtlingsrat und viele ehrenamtliche Helfer - sie alle lehnen das System Ankerzentrum ab. Doch statt auf die mehrjährigen, vornehmlich negativen Erfahrungswerte zurückzugreifen, besteht Innenminister Seehofer auch weiterhin auf seine Ignoranzpolitik", kritisiert Lisa Badum laut der Pressmitteilung ihres Wahlkreisbüros.

Markus Oesterlein, örtlicher Leiter der Einrichtung, und Stefan Krug von der Regierung Oberfranken führten die Grünen-Politikerinnen unter Ausschluss der Öffentlichkeit über das Gelände, auf dem derzeit knapp 1400 Personen aus 15 Nationen untergebracht sind. 100 Ehrenamtliche seien derzeit in der Ankereinrichtung engagiert, im Durchschnitt liegt die Verweildauer der Geflüchteten bei drei Monaten.

Konkrete Maßnahmen seien es, die bitter nötig seien, aber bisher nur versprochen wurden. Ursula Sowa verweist dabei auf die versprochenen zusätzlichen Stellen für Psychologen und Polizisten. Auch die Rechtsberatung vor Ort sei lange noch nicht ausreichend ausgebaut. "Für uns Grüne ist und bleibt eine derartige Unterbringung kein menschenwürdiger Umgang mit Geflüchteten."

Und auch Filiz Polat zeigte sich bestürzt über die besonders strenge Auslegung des bereits restriktiven Bundesgesetzes in den bayerischen Ankereinrichtungen: "Mit den bayerischen Zentren werden nicht nur Geflüchtete, sondern auch die Mitarbeiter der Länder und der Kommunen zu Versuchskaninchen für die nach wie vor unausgereiften Pläne. Kein Wunder, dass der Widerstand der meisten anderen Bundesländer anhält." Ehrenamtliche wie der Bamberger Verein "Freund statt Fremd" hätten die Situation längst erkannt und leisteten wertvolle Arbeit. red



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