Buch am Sand

Kein Getreide - kein Futter

Landwirte und Politiker trafen sich zum Dialog in Buch am Sand. Dabei legten die Kulmbacher Landtagskandidaten ein Bekenntnis zur bäuerlichen Landwirtschaft ab.
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Betriebsinhaber Jochen Bär (Mitte) führte seine Gäste auch durch den modernen Laufstall.  Foto: Werner Reißaus
Betriebsinhaber Jochen Bär (Mitte) führte seine Gäste auch durch den modernen Laufstall. Foto: Werner Reißaus

Zu einem Gesprächsforum hatte der BBV-Kreisverband die örtlichen Landtagskandidaten auf den Betrieb seines Vorstandsmitglieds Jochen Bär im Neudrossenfelder Ortsteil Buch am Sand eingeladen. Nach einer Führung folgte ein agrarpolitischer Meinungsaustausch, bei dem alle Teilnehmer ein Bekenntnis zur bäuerlichen Landwirtschaft ablegten.

Der junge Landwirtschaftsmeister Jochen Bär stellte seinen 110 Hektar großen Hof vor, auf dem drei Generationen leben. Nach Abschluss der Meisterschule 2013 habe er seinen Betrieb von 25 auf 75 Milchkühe erweitert. Hinzu kommen noch 40 Mastbullen und 100 Stück Jungvieh für die Nachzucht.

BBV-Kreisobmann Wilfried Löwinger bedauerte, dass die Grünen keinen Teilnehmer entsandt hatten. Er machte deutlich, dass die Landwirtschaft unter der großen Trockenheit leidet. "Auf den sandigen Böden zwischen Neudrossenfeld und Mainleus haben wir die schlechteste Getreideernte seit 1976 eingefahren." Milchviehbetriebe hätten zudem ein Problem mit dem Frischfutter. So habe der zweite Grasschnitt nur die Hälfte des sonstigen Ertrags gebracht, der dritte und vierte Schnitt seien sogar total ausgefallen.

Staatsregierung in der Pflicht

MdL Martin Schöffel (CSU) zollte zunächst Jochen Bär großen Respekt: "Ich komme jede Woche auf einen Betrieb, aber das hier schaut alles picobello aus, da ist ein Top-Management gefragt." Schöffel sah die Staatsregierung auch in der Zukunft in der Pflicht: "Wir müssen alles tun, unsere bäuerliche Landwirtschaft zu erhalten." Sein Fraktionskollege Ludwig von Lerchenfeld pflichtete ihm bei: "Es rentiert sich durchaus, wenn drei Generationen unter einem Dach leben."

MdL Klaus Adelt (SPD), früherer Bürgermeister der Stadt Selbitz, meinte, dass die Grenze zwischen bäuerlicher Landwirtschaft und industrieller Produktion nicht immer klar zu erkennen sei. Die Landwirtschaft werde immer im Umbruch bleiben, müsse sich aber auch den geänderten Umweltbedingungen anpassen.

FW-Landtagskandidat Rainer Ludwig war von der Technologie beeindruckt, mit der heute auf vielen Höfen gearbeitet werde. Hier habe der Betrieb Bär Vorbildcharakter. Den Freien Wählern liege die Zukunft der Bauern und der Dörfer sehr am Herzen.

Michael Otte, der für die FDP für den Landtag kandidiert, betonte, dass der Landwirt als Unternehmer immer in der Verantwortung stehe und auch ein Risiko trage. Das habe sich bei der Dürre in diesem Jahr gezeigt. "Für mich ist ganz wichtig, dass ein Landwirt einen systemrelevanten Betrieb führt, der etwas für das Allgemeinwohl tut."

AfD-Landtagskandidat Gerd Kögler meinte, die sechs Wahlprüfsteine der bayerischen Bauernfamilien zur bevorstehenden Landtagswahl fänden zum großen Teil auch die Zustimmung seier Partei.

Oswald Greim, der für Die Linke ins Rennen geht, versicherte: "Es geht uns um den Erhalt der bäuerlichen und nicht der industriellen Landwirtschaft." Der ländlichen Bereich brauche mehr Wertschätzung.

Christiane Zeigler (Bayernpartei) machte kein Geheimnis daraus, dass ihre Partei die wohl radikalste Auffassung vertrete: "Denn das, was bisher in der Landwirtschaft und mit dem Bauernverband gelaufen ist, als immer größer, immer besser, kann auf Dauer nicht funktionieren."

Kreisbäuerin Beate Opel verwies auf die Anliegen und Forderungen der Landfrauen, wobei sie in der Erwachsenenbildung einen eindeutigen Schwerpunkt sah.



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