Pommersfelden

Kaum Interesse an einem Bürgerbus

Nur wenige Pommersfeldener wollten diskutieren, wie man bessere Verbindungen in die nahen Städte schaffen kann.
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Es gibt viele nachvollziehbare Gründe für einen Bürgerbus oder ein Bürgermobil. Dass der öffentliche Nahverkehr nicht alle Wünsche erfüllt, ja nicht erfüllen kann, ist bekannt. Randgemeinden wie Pommersfelden leiden darunter mehr als andere im Dunstkreis der Städte.

Um die "Lücken" zu füllen, ist bei einigen Bürgern aus Pommersfelden der Wunsch nach einem gemeindlichen Fahrangebot laut geworden. Die Handhabung stellt sich jedoch als schwierig heraus, wie bei einer Zusammenkunft im Rathaus zu hören war. Sehr unterschiedlich sind die Wünsche. Stündlich eine Fahrt nach Höchstadt, die ein Bürger möchte, scheint kaum realisierbar. Ein anderer fand es eine Zumutung, wenn seine Kinder nach der Schule eine Stunde auf den Bus warten müssen. Einem Teilnehmer schweben Einkaufsfahrten nach Höchstadt am Wochenende vor. Ein anderer hingegen fand es ausreichend, für Senioren Fahrten zum Arzt zu organisieren.

Organisatoren werden gesucht

Schwierig, alles unter einen Hut zu bringen. Vor allem, weil Organisation, Voraussetzungen und Auflagen die Ausführung nicht einfach machen. Das haben auch etliche Gemeinden im Landkreis Bamberg erfahren, die ihre Fahrangebote wieder eingestellt haben. Wesentlich vorangekommen ist man in Pommersfelden auch beim zweiten Termin nicht. Jetzt soll ein neuerlicher Aufruf gestartet werden. Vor allem wird nach einem Team gesucht, das die Organisation übernimmt, und nach "einem Kopf, der vorangeht".

Das Gemeinderatsgremium stehe dem Thema positiv gegenüber, berichtete Bürgermeister Hans Beck in der Versammlung. Beck könnte sich sogar die Anschaffung eines Elektroautos vorstellen. Die Gemeinde hatte zunächst durch Fragebögen den Bedarf ermittelt. Aber schon die Resonanz darauf löste Enttäuschung aus. Nur 57 Bögen fanden den Weg zurück ins Rathaus. Um das Verhältnis darzustellen: Pommersfelden hat 2383 "unterzeichnungsberechtigte Bürger", wie seit der Diskussion um ein Bürgerbegehren bekannt ist. Bei den eingegangenen Antworten zielten die meisten Wünsche auf Fahrten ins nahe Höchstadt ab. Dann erst kam Bamberg.

An der ersten Zusammenkunft im September beteiligten sich acht Bürger und drei Gemeinderäte. Einige der Anwesenden zeigten sich auch bereit, ehrenamtlich Fahrdienste zu übernehmen. Daraufhin schrieb die Verwaltung die rund 40 Vereine in der Gemeinde an, sich doch zu einer neuerlichen Zusammenkunft einzufinden. Der Aufruf verhallte - beinahe - ungehört. Nur zwei Feuerwehren nahmen teil.

Dass diese Schreiben praktisch keine Wirkung zeigten, enttäuschte vor allem Irene Beck von der Verwaltung. Zusammen mit Geschäftsleiter Fedor Glinka hatte sie sich gründlich in das Thema eingearbeitet. Am Mittwoch waren wiederum nur zehn Bürger anwesend. Ihnen stellte Glinka die möglichen Förderprogramme vor, die allesamt auf Ehrenamtlichkeit basieren. Zunächst ein staatliches Förderprogramm, das "sehr verwaltungsaufwändig" ist.

Die ehrenamtlichen Fahrerinnen und Fahrer brauchen einen erweiterten Führerschein und die bescheinigte Eignung zur Personenbeförderung. Eine feste Linie ist Voraussetzung und muss von der Regierung genehmigt werden. Sollte es nach Höchstadt gehen, müsste sogar bei zwei Regierungen (Ober- und Mittelfranken) nachgesucht werden.

Ganz neu aufgelegt werde ein Programm des Landkreises Bamberg, mit dem Bürgerbusse oder Bürgermobile gefördert werden können. Dazu bedürfe es keiner gesonderten Fahrerlaubnis, sofern ein Auto eingesetzt werde.

Beispiel Burgebrach

Fahrten dürften jedoch "grundsätzlich" nur innerörtlich, das heißt innerhalb der Gemeinde stattfinden. Ausnahmen, zum Beispiel Besuche bei Fachärzten, die vor Ort nicht wahrgenommen werden können, müssten begründet werden. Das könne ein sogenanntes "Rufmobil" sein, wie am Beispiel der Gemeinde Burgebrach aufgezeigt wurde. Burgebrach hat jedoch einen Vorteil: Am Ort gibt es ein Busunternehmen, das diese Fahrten durchführt.

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