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Mitwitz

Kauf eröffnet neue Möglichkeiten

Nach dem Erwerb des Mitwitzer Wasserschlosses durch den Landkreis ergeben sich Fördermöglichkeiten für zahlreiche Maßnahmen auch im Umfeld der Immobilie. Davon könnte nun auch die Marktgemeinde profitieren.
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Rund 30 Bäume im Schlosspark sind marode und müssen beseitigt werden. Foto: Veronika Schadeck
Rund 30 Bäume im Schlosspark sind marode und müssen beseitigt werden. Foto: Veronika Schadeck

Veronika Schadeck Das Wasserschloss, das Wahrzeichen der Gemeinde, soll künftig schon von weitem ins Auge stechen. Dafür müssen aber einige Maßnahmen durchgeführt werden, die auch finanziert werden können. Deshalb war der Montag der Vorwoche für Bürgermeister Hans-Peter Laschka (CSU) ein Freudentag. Denn an diesem Tag wurde der Kaufvertrag zwischen dem Baron Theodor Rasso Freiherr von Cramer-Klett und dem Landkreis unterzeichnet. Somit wurden die Voraussetzungen für den Erhalt von Förderungen geschaffen.

Laut Laschka hatte nämlich die Regierung gefordert, dass zum einen die Sicht auf das Wasserschloss am südwestlichen Ortseingang gewährleistet werde und zum anderen dass sich das Areal in öffentlicher Hand befinden beziehungsweise ein sehr langer Nutzungsvertrag geschlossen werden müsse. Jetzt, nachdem der Landkreis Eigentümer der Schlossanlage ist, wird diese Forderung erfüllt. Damit stehen Förderquoten von 90 Prozent in Aussicht. Davon könnte auch die Gemeinde Mitwitz profitieren, die ihr mit 2,9 Millionen Euro veranschlagtes Projekt der städtebaulichen Sanierung weiter vorantreiben möchte.

Städtebauliche Sanierung

Den Worten des Bürgermeisters zufolge betreibt die Marktgemeinde seit rund zehn Jahren die Sanierung auf der Grundlage eines städtebaulichen Entwicklungskonzepts. Neben den Projekten Neugestaltung Ortsdurchfahrt und Neue Mitte Mitwitz wurde auch die Neuordnung der Fischer-Brache an der Coburger Straße und der gegenüberliegende Schlosspark - diese beiden Areale werden aus städtebaulicher Sicht als ein Ganzes gewertet - ins Auge gefasst. Mittlerweile wurde die Fischerbrache von der Gemeinde erworben und die leerstehenden Produktions- und Lagerhallen des einstigen Industriebetriebs zurückgebaut. Der Schlosspark befand sich bis vor wenigen Tagen im Privateigentum und wurde somit in der Förderkulisse nicht berücksichtigt.

Neuer Orientierungspunkt

"Jetzt gilt es, weitere Gespräche mit dem Landkreis zu führen", erklärt Laschka, dass sich die Planungen nun erleichtert hätten. Denn die Gemeinde wolle nicht nur den Blick aufs Wasserschloss ermöglichen, sondern das Bauwerk und die Flächen außen herum als weithin sichtbaren, Identität stiftenden Orientierungspunkt nutzen.

Laut Laschka sollen auf der Fischerbrache Parkplätze und eine öffentliche Grünanlage entstehen. Das grüne Band der Föritzaue soll zudem als Erholungs- und Landschaftsraum erlebbar gemacht werden. Auch sollen der Festplatz am Schloss und die Schlossallee verschönert werden. Zudem soll ein direkter Weg vom Schloss aus über den Festplatz und die Föritzaue zum neuen "Parkbalkon" auf die ehemalige Fischerbrache führen. Die historischen Balustraden im Schlosspark sowie die Natursteinmauern könnten als Vorlage für die Gestaltung des neuen Wegs angebunden werden, meinte der Bürgermeister. Nicht zuletzt soll der Festplatz befestigt werden. An der angegliederten Turnhalle sollen darüber hinaus Stellplätze entstehen. Als Ergebnis soll laut Bürgermeister der Schlosspark verstärkt für wechselnde Veranstaltungen genutzt werden.

Anziehungspunkt

Laschka spricht davon, dass das Areal rund um das Schloss schon seit vielen Jahrzehnten ein Anziehungspunkt für die Öffentlichkeit ist. So entstand an der Schlossallee in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg das Kriegerdenkmal. Vor dieser Zeit wurde der Platz als Reitschule genutzt. Das daneben liegende Areal diente als Turnplatz für viele Sportarten wie Leichtathletik, Volleyball oder Kugelstoßen.

Zwei Euro Miete

Dankbar ist Laschka gegenüber der Familie Cramer-Klett. Für nur jährlich zwei Euro Miete habe die Gemeinde in den vergangenen Jahrzehnten den Schlossplatz für Feiern, Veranstaltungen und Märkte nutzen können. Im Gegenzug habe die Kommune die Anlagen gepflegt. Es sei ein gutes Miteinander gewesen. Durch das Entgegenkommen der Familie Klatt bezüglich der Nutzung des Areals konnte die Gemeinde bereits in der Vergangenheit kulturelle Highlights durchführen. Jetzt durch die neuen Eigentumsverhältnisse und die damit verbundenen Förderungen könnten das Wasserschloss, Schlosspark etc. viel mehr in Szene gesetzt werden.

Ein einziger Wermutstropfen bleibt jedoch. So spricht Laschka davon, dass rund 30 über 100 Jahre alte Bäume im Schlosspark gefällt werden müssen. Das sei aus Sicherheitsgründen notwendig, weil die Bäume marode, innen hohl und einfach in die Jahre gekommen seien. Man werde sich aber über Ersatz Gedanken machen.

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