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Naturschutz

Kattenbeck: Biotopkartierung von Streuobstwiesen bringt nur Vorteile

Zum Thema Biotopkartierung, das vor allem die Obstbauern in der Fränkischen Schweiz aufgeschreckt hat, nimmt Heinrich Kattenbeck von der "Bürgerinitiative pro Wiesenttal ohne Ostspange" (Biwo) Stellun...
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Zum Thema Biotopkartierung, das vor allem die Obstbauern in der Fränkischen Schweiz aufgeschreckt hat, nimmt Heinrich Kattenbeck von der "Bürgerinitiative pro Wiesenttal ohne Ostspange" (Biwo) Stellung. Biotope erfüllen demnach wichtige Aufgaben im Naturhaushalt.

"Biotope sind in Gefahr durch den Siedlungs-, Gewerbe- und Verkehrswegebau bis hin zu Sport und Freizeitaktivitäten", heißt es in der Pressemitteilung. Biotopkartierung sei eine Bestandsaufnahme, eine Inventarisierung. Sie liefere eine Übersicht und schütze vor Rodung. Wie man sehe, seien die Streuobstwiesen durch das Vorgehen einiger Bauern (FT vom 23. April) durch Umsägen gefährdet. "Streuobstwiesen gehören damit zu den am stärksten gefährdeten Biotoptypen. Streuobstwiesen sind ein landschaftsprägender Lebensraum mit herausragender Artenvielfalt", bekundet Kattenbeck.

Wer seine Heimat mit allen Mitteln schützen wolle, der könne beim Biotopschutz für Streuobstwiesen anfangen. Bei allen Horrorvisionen und Panikmache bis zu Enteignung sei zu fragen: Welchen Nachteil hat der Bauer durch die Anwendung der Biotopkartierung von Streuobstwiesen, wo extensive Obstanlagen über 2500 Quadratmeter unter Biotopschutz gestellt werden sollen?

Keine, nur Vorteile, meint Heinrich Kattenbeck: "Der Bauer bekommt Geld. Für die Förderung des Streuobstanbaues und die Vermarktung von Streuobstprodukten gibt es jede Menge Förderprogramme. Von wegen Enteignung. Keinem Bauern wird der bisherige oder künftige Gebrauch der Streuobstwiese untersagt oder in der Weise eingeschränkt, dass ihm Eigentum entzogen wird." Für Äpfel, Birnen, Kirschen, Mirabellen, Pflaumen, Zwetschgen, Nüsse bestehe uneingeschränkte Nutzung und Anbau. Die Verbraucher könnten den Biotopschutz durch Kauf der regionalen Produkte fördern.

Die Biotopkartierung sei eine Erfassung der Lebensräume, um diese hinsichtlich ihrer Bedeutung für den Naturhaushalt zu bewerten. Es gehe um die Inventarisierung der Landschaft nach naturschutzfachlichen Gesichtspunkten. Und es gehe darum, gesetzliche Maßnahmen zu ergreifen, um die immer seltener werdenden Lebensräume für Tiere und Pflanzen vor Beeinträchtigung und Zerstörung zu bewahren. "Streuobstwiesen in einer reich strukturierten Kulturlandschaft wie der Fränkischen Schweiz brauchen gesetzlichen Biotopschutz, um nicht zerstört, gerodet oder geschädigt werden zu können, so will es das Volksbegehren", führt Kattenbeck aus. red

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