Bad Staffelstein
90. Geburtstag

Karl Heinz Röseler ließ sich von Schicksalsschlägen nicht bremsen

Bei erstaunlich geistiger Frische und körperlichem Wohlbefinden feierte Karl Heinz "Charly" Röseler am Reformationstag seinen 90. Geburtstag. Das Geburtstagskind wurde in Düsseldorf als zweites von dr...
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Bürgermeister Jürgen Kohmann (links) gratuliert Karl Heinz Röseler zum 90.  Foto: Gerd Klemenz
Bürgermeister Jürgen Kohmann (links) gratuliert Karl Heinz Röseler zum 90. Foto: Gerd Klemenz

Bei erstaunlich geistiger Frische und körperlichem Wohlbefinden feierte Karl Heinz "Charly" Röseler am Reformationstag seinen 90. Geburtstag.

Das Geburtstagskind wurde in Düsseldorf als zweites von drei Geschwistern geboren und verbrachte die ersten Jahre dort. Durch die Kriegsereignisse kam Karl Heinz Röseler über Braunschweig ins Sauerland. Während der Kriegsjahre musste er mehrere Bombenangriffe erleben, sein damals fünfjähriger Bruder kam dabei ums Leben. Er selbst wurde mit seiner Mutter Jenny verschüttet und konnte erst nach einigen Stunden befreit werden. "Durch einen erlittenen Körperschaden war ich neun Monate später, als ich zur Wehrmacht gemustert wurde, untauglich und musste zum Glück mit 16 Jahren nicht mehr an die Ostfront", erinnerte sich der Jubilar.

Im Anschluss an seine Volksschulzeit begann er als 14- Jähriger eine Lehre als Maschinenbauer in Düsseldorf (1943), die er in Schalksmühle/Westfalen (1947) abschloss. Im zweiten Bildungsweg holte der Jubilar die Fachschulreife nach und legte 1952 an der Staatlichen Ingenieurschule Hagen das Maschinenbaustudium als Diplom-Ingenieur ab. 1953 kam Röseler nach Oberfranken. Hierfür waren die niedrigen Lebenshaltungskosten in der Region ausschlaggebend. In Rodach fand er schließlich eine Anstellung als Konstruktions-Ingenieur bei Siemens, wo er auch seine spätere Ehefrau Brunhilde (geb. Friedrich) aus Rodach kennenlernte. 1954 wurde geheiratet. Aus der Ehe gingen die Söhne Burkhard und Knut hervor, die dem Ehepaar vier Enkelkinder schenkten.

Ein schwerer Schicksalsschlag war der Tod seiner Frau 1991. 1992 lernte Röseler in Norditalien Charlotte Kaiser aus Wiesbaden kennen, mit der er dann seinen Lebensabend verbrachte. 20 Jahre wurde dann zwischen Redwitz und Wiesbaden gependelt. 2015 verstarb Charlotte. Nach zehn Jahren bei Siemens Rodach folgte der Wechsel 1963 ins Siemenswerk Redwitz, wo Röseler eine Führungsposition übernahm. Nach 32 Arbeitsjahren folgte 1987 der Ruhestand.

Sein Ehrgeiz führte Röseler dazu, sich noch mit 68 Jahren selbst das Keyboardspielen beizubringen. "Mit 82 Jahren schaffte ich mir auch einen Computer an, die Bedienung habe ich mir selbst angeeignet", fügte er an. 2017 folgte der Umzug von Redwitz in die Adam-Riese- Stadt, in der sich das Geburtstagskind sehr wohl fühlt. Selbst mit 90 Jahren ist Röseler mit seinem Audi unterwegs, um das Nötigste zu erledigen.

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