Kronach

Kandidatur polarisiert

Klaus Löffler wird auf der Kreistagsliste der CSU stehen. Die Mitbewerber sehen es kopfschüttelnd. Schließlich ist er bereits Landrat.
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Die CSU steht zu ihrem Kreistags-Spitzenkandidaten Klaus Löffler, dessen Kandidatur in anderen Fraktionen jedoch ein Befremden auslöst. Foto: Archiv/Marco Meißner
Die CSU steht zu ihrem Kreistags-Spitzenkandidaten Klaus Löffler, dessen Kandidatur in anderen Fraktionen jedoch ein Befremden auslöst. Foto: Archiv/Marco Meißner

Marco Meissner Wenn am 15. März 2020 in den Kommunen gewählt wird, taucht auch der Name des Kronacher Landrats auf - obwohl sein Posten gar nicht zur Wahl steht. Klaus Löffler wird als amtierendes Kreisoberhaupt auf der Kreistagsliste der CSU der Spitzenkandidat sein. Eine Entscheidung, die politisch polarisiert.

Für CSU-Kreisvorsitzenden Jürgen Baumgärtner ist Löfflers Nominierung nicht nur ein zulässiger, sondern sogar ein vernünftiger Schritt. "Klaus wird die Liste anführen", versichert er. Darüber herrsche im Kreisvorstand Einigkeit. "Rechtlich ist das problemlos möglich und auch keine Lex Kronach, sondern das Normalste der Welt."

Der Landrat stehe für Fleiß und Engagement, er sei bei den Menschen beliebt und verkörpere die Konzepte der CSU für den Landkreis. Deshalb biete die Partei den Wählern die Möglichkeit, mit der Stimme für den Landrat zugleich für die Ideen zu votieren, die er in seinem Amt letztlich maßgeblich umsetzen möchte. Dass die politischen Mitbewerber daran Kritik üben, hält Baumgärtner für eine Geisterdiskussion. "Man muss ihn ja nicht wählen. Es ist eben ein Angebot, das wir schaffen."

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Richard Rauh (SPD) hingegen glaubt, dass dieses Angebot die Bürger für dumm verkauft. "Was passiert? Die Leute schenken ihm das Vertrauen, und dann tritt er das Amt nicht an!", schimpft er vor dem Hintergrund, dass Löffler wohl kaum auf den Landratsposten verzichten wird, um sich wieder als Kreisrat einzureihen. "Stellt er sich dann vor die Wähler und sagt: ,April, April!‘?" Aus Rauhs Sicht wird die CSU-Taktik dazu führen, dass die Politikverdrossenheit der Bürger noch befeuert wird.

FW-Kreisvorsitzender Tino Vetter sieht das genauso. "Es ist kein Wahlbetrug", unterstreicht er ein legitimes Verhalten der CSU. "Aber es ist ein Betrug am Wähler", zieht er die moralische Seite an dieser Nominierung in Zweifel. Vetter fragt sich, ob die CSU so große Angst habe, dass sie mit solchen Mitteln arbeiten müsse. Seinen bisher großen Respekt vor Löffler verliere er jedenfalls gerade. Aber er schränkt ein: "Wenn er gewählt wird, dann müsste er auch konsequent sein und als Landrat zurücktreten - dann ziehe ich auch wieder den Hut vor ihm."

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