Ebermannstadt

Kandidat händeringend gesucht

Der CSU-Ortsverband Ebermannstadt will in einer Klausursitzung am 30. August einen Herausforderer von Bürgermeisterin Christiane Meyer (NLE) finden. Denn der Ortsvorsitzende hat auf eine Kandidatur verzichtet.
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Sebastian Striegel galt aus Herausforderer von Bürgermeisterin Christiane Meyer. Er verzichtet.  Foto: Archiv
Sebastian Striegel galt aus Herausforderer von Bürgermeisterin Christiane Meyer. Er verzichtet. Foto: Archiv

JOsef Hofbauer Nun ist guter Rat teuer. Der Verzicht von CSU Ortsvorsitzendem Sebastian Striegel, der öffentlich bekannt gegeben hat, dass er als Bürgermeister-Kandidat bei den Kommunalwahlen im Frühjahr 2020 nicht zur Verfügung steht, hat eine fieberhafte Suche nach einem Kandidaten beziehungsweise einer Kandidatin ausgelöst.

Striegel, der zurzeit in Urlaub ist und für eine persönliche Stellungnahme nicht zu erreichen war, nannte am Rande des Ebermannstadter Altstadtfestes "persönliche Gründe" für seinen Verzicht auf eine Bürgermeister-Kandidatur. Der 35-jährige Jurist, der seit 2013 als Rechtsanwalt tätig ist, war als Herausforderer von Christiane Meyer gesetzt. Er hat seinen Hauptwohnsitz in Ebermannstadt und fühlt sich seiner Familie, den Freunden und dem Vereinsleben seiner Heimatstadt verbunden. Seinen beruflichen Schwerpunkt sieht Sebastian Striegel aber in München. Das soll auch so bleiben.

Ortsverband in der Pflicht

Der CSU-Fraktionsvorsitzende Rainer Schmeußer findet diesen Schritt "äußerst bedauerlich", respektiert aber Striegels Entscheidung. Schmeußer hatte bereits 2014 erklärt: "Ich werde 2020 nicht mehr für das Amt des Bürgermeisters kandidieren". Bei der Suche nach einem Kandidaten sieht er den gesamten Ortsverband in der Pflicht. "Wir sind gehalten, dem Wähler eine Alternative zu Bürgermeisterin Christiane Meyer zu unterbreiten." Das sieht auch Sigrid Hübschmann, Vorsitzende der Frauenunion, so. Auch ihr werden Ambitionen auf den Chefsessel im Rathaus nachgesagt. Sie hat kommunalpolitische Erfahrung, gehörte in der Periode 2008 bis 2014 der CSU-Fraktion des Stadtrates Ebermannstadt an. Aber auch sie winkt ab. "Der Zug ist abgefahren", erklärt Sigrid Hübschmann.

Brauchen einen Kandidaten

Als Mitglied der Führungsriege im Ortsverband ist ihr aber klar: "Wir brauchen einen Kandidaten! Das ist eine Frage der Glaubwürdigkeit." Die Mitglieder des Ortsverbandes gönnten Sebastian Striegel seinen Urlaub, aber dann müsse die Suche mit aller Kraft vorangetrieben werden.

Vizebürgermeister Sebastian Götz, Herausforderer von Bürgermeisterin Christiane Meyer 2014, hat bei der Haushaltsrede in diesem Jahr klar signalisiert, dass er voraussichtlich als Bürgermeisterkandidat 2020 nicht mehr zu Verfügung steht. Gleichwohl fordert der Chef der Jungen Union und Vorsitzende der Fraktionsgemeinschaft Mühlbachtal Oberland Gasseldorf (MOG): "CSU und MOG müssen dem Wähler eine gemeinsame Alternative zu Bürgermeisterin Christiane Meyer anbieten!" Dieser Kandidat, bzw. Kandidatin soll bei der nächsten Sitzung des CSU Ortsverbandes am Freitag, 30. August, gefunden werden. Jetzt schon ein Kandidatenkarussell in Bewegung zu setzen, sei nicht zielführend. Der Ortsverband sei in einer Sondierungsphase, so Götz.

Die Findung eines Bürgermeister-Kandidaten sei ureigenste Aufgabe eines jeden Ortsverbandes, erklärt der CSU-Kreisvorsitzende, Landtagsabgeordneter Michael Hofmann. "Da halte ich mich grundsätzlich raus! Ich wurde in dieser Angelegenheit auch nicht kontaktiert. Deshalb gehe ich davon aus, dass der Ortsverband meine Hilfe nicht benötigt", so Hofmann.

Er zeigt sich zuversichtlich, dass die CSU mit einem Bürgermeister-Kandidaten antreten werde. "Vielleicht sogar jemanden abseits der üblichen Verdächtigen", formuliert ein Insider geheimnisvoll.

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