Himmelkron

Kampf um Anerkennung

Eine Online-Petition haben die Schüler der Fachschule für Heilerziehungspflege Himmelkron gestartet. Sie wollen damit für eine bessere Anerkennung ihres Berufsstands, für mehr Informationen zu ihrem B...
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Eine Online-Petition haben die Schüler der Fachschule für Heilerziehungspflege Himmelkron gestartet. Sie wollen damit für eine bessere Anerkennung ihres Berufsstands, für mehr Informationen zu ihrem Beruf, für eine bessere Vergütung und damit für mehr Interesse bei Einsteigern kämpfen. Hintergrund, so heißt es in einer Pressemitteilung, sei der Fachkräftemangel im sozialen Bereich. Gerade Heilerziehungspfleger übernähmen für die Gesellschaft "einen äußerst wichtigen Job, der nur leider kaum Beachtung findet".

In der Petition stellen die künftigen Heilerziehungspfleger klar, dass sie pädagogisches Fachpersonal sind und mit und vor allem für Menschen arbeiten, die Behinderungen haben. Ihre Hauptaufgabe sei es, die Stärken der betroffenen Menschen zu fokussieren, sie zu fördern und ihnen ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.

Für viele Betroffene seien die Heilerziehungspfleger der wichtigste Ansprechpartner: je nach Tagesform mal als Förderer, als Zuhörer, als Tröster oder als Helfer. Ein massiver Mangel an Fachpersonal führe jedoch zu eingeschränkten Handlungsmöglichkeiten, was oftmals auf dem Rücken der Hilfsbedürftigen ausgetragen werde. Überstunden seien an der Tagesordnung.

Daneben sei die Ausbildung "mehr als unattraktiv". Die Schüler würden in den kooperierenden Betreuungseinrichtungen als Vollzeitarbeitskräfte eingeteilt, machten sogar Überstunden und erhielten dafür meist nicht einmal ein Gehalt. Dabei könne den Einrichtungen oftmals kein Vorwurf gemacht werden, der Fachkräftemangel zwinge sie zu diesem Handeln.

"Es muss sich etwas ändern. Wir möchten unsere Stimme erheben und uns gegen den Trend des Abschiebens von behinderten Menschen wehren. Unser Beruf ist Berufung und wir wollen die Möglichkeit haben, jeden der uns anvertrauten Menschen spezifisch zu fördern und in einem würdevollen Umgang die Individualität und die Fähigkeiten jedes einzelnen wertzuschätzen", erläutert Carolin Bätz von der Schülerinitiative.

Werbekampagne geplant

Und weiter: "Nur durch eine adäquate Bezahlung und eine gesellschaftliche Anerkennung und Wertschätzung des Berufs werden wir auch genügend Nachwuchs erhalten." Hinzu komme die Problematik des Fachkräftemangel in anderen pädagogischen Bereichen.

Über 7500 Personen haben die Petition schon unterstützt, umfangreichere Werbemaßnahmen

zur Steigerung der Bekanntheit der Kampagne sind geplant. Zusätzlich haben die Schüler auch Briefe an Politiker geschickt, um starke Unterstützer zu gewinnen.

Die Schüler hoffen auf viele Unterschriften, die sie online sammeln möchten. Mehr Informationen und Listen findet man unter change.org/Heilerzie-hungspflegefoerdern. red

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