Klosterlangheim

Kampf der Geschlechter

Heimatfreunde laden heute zu einer "Wunderübung" des Fränkischen Theatersommers nach Klosterlangheim ein. Einlass ist um 19 Uhr, Beginn ist um 20 Uhr.
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Im Ökonomiehof von Klosterlangheim (im Hintergrund) findet am 14. Juni eine "Wunderübung" statt. Über das Stück des "Fränkischen Theatersommers" freut sich das Veranstaltungsteam der Heimatfreunde Klosterlangheim mit (von links) Claudia Gäberlein, Ulrike Rübensaal-Heinze, Tom Heinze, Elisabeth Klinger, Manuela Schaller, Hans Gehringer und Norbert Schaller.  Foto: Stephan Stöckel
Im Ökonomiehof von Klosterlangheim (im Hintergrund) findet am 14. Juni eine "Wunderübung" statt. Über das Stück des "Fränkischen Theatersommers" freut sich das Veranstaltungsteam der Heimatfreunde Klosterlangheim mit (von links) Claudia Gäberlein, Ulrike Rübensaal-Heinze, Tom Heinze, Elisabeth Klinger, Manuela Schaller, Hans Gehringer und Norbert Schaller. Foto: Stephan Stöckel

Der Ökonomiehof im ehemaligen Klosterort, wo einst die Mönche arbeiteten und heute die Urlausbgäste ihre Seele baumeln lassen, ist auch ein Hort der Kultur.

Hier inszeniert der Fränkische Theatersommer am 14. Juni um 20 Uhr eine ganz besondere "Wunderübung". Die Besucher aus nah und fern werden Zeuge einer Paartherapie, die Geist und Seele erquickt.

Fränkische Tappas

Da es sich um eine Open-Air-Veranstaltung handelt, ist wetterangepasste Kleidung angebracht. Sitzkissen und Decken sind vorhanden. Gegen den kleinen Hunger gibt es zwischen 19 und 20 Uhr fränkische Tappas.

"Ehestreit ist in der heutigen Zeit kein Tabuthema mehr", findet Tom Heinze, Vorsitzender der Heimatfreunde Klosterlangheim. Seit 2012 schlägt einmal im Jahr der Fränkische Theatersommer seine Zelte im Lichtenfelser Ortsteil Klosterlangheim auf.

Zunächst war der Konventbau zwei Jahre lang Theaterkulisse, ehe man 2014 in den Ökonomiehof umzog. Die Initiative, in dem Ort, der an allen Ecken und Enden Historie atmet, Theaterstücke aufzuführen, kam aus dem Ort. Als der Intendant der oberfränkischen Landesbühne, Jan Burdinski, in Seßlach Gedichte von Ringelnatz rezitierte, packte eine Dame aus dem Dorf die Gelegenheit beim Schopfe. "Es war meine Frau Ulrike, die ihn ansprach, ob er sich Klosterlangheim nicht einmal als Spielort ansehen möchte", erzählt Tom Heinze.

Burdinski, der auch Regisseur und Schauspieler ist, ließ sich nicht lange bitten. Nach einer Ortsbesichtigung war er Feuer und Flamme. Der Rest ist Geschichte.

Freude über Möglichkeiten

Welches Gefühl löst es in einem Heimatfreund wie Heinze aus Teil eines kulturellen Netzwerkes zu sein, das sich quer durch Oberfranken zieht? "Kulturelle Veranstaltungen im ländlichen Raum zu organisieren, das Dorf zu präsentieren und den Schauspielern Auftrittsmöglichkeiten zu bieten - das erfüllt mich und meine Freunde mit Freude."

Er empfindet die Theateraufführungen aber auch als Aufwertung von Klosterlangheim, von der sich auch Kulturbegeisterte aus der Fremde angezogen fühlten.

In diesem Jahr steht die Komödie "Wunderübung" auf dem Programm. Sie stammt aus der Feder des österreichischen Bestsellerautors Daniel Glattauer. Der österreichische Filmregisseur Michael Kreihsl setzte den Geschlechterkampf als unterhaltsames Kammerspiel um, das im vergangenen Jahr die Lachmuskeln der Kinogänger strapazierte. Nun hat sich Jan Burdinski des Stoffes angenommen. Joana (Stefanie Rüdell) und Valentin (Jan Burdinski) gehen nach 14 Ehejahren zur Paartherapie. Zwischen ihnen funktioniert gar nichts mehr. Außer, dass sie sich einig sind, getrennte Wege zu gehen.

Fortgeschrittenes Kampfstadium

Der Paartherapeut, gespielt von Michael A. Tomis, sieht sofort, das ist ein Paar im fortgeschrittenen Kampfstadium. Nur in der Polemik sind sie ein perfekt eingespieltes Team. Bei ihrem Gastspiel im Ökonomiehof bleiben sie einander nichts schuldig, auch wenn ihre Beziehung bei einem Tauchurlaub in Ägypten so schön angefangen hatte.

Ein modernes Stück vor historischer Kulisse - für Tom Heinze passt das wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge. Schließlich würden in den altehrwürdigen Gebäuden Menschen leben.

Die Anwesen bildeten den Rahmen für unseren Alltag. "Deshalb nutzen wir sie für derartige Veranstaltungen. Wir machen ‚unsere‘ Häuser der Öffentlichkeit zugänglich und verbinden somit Historie und Gegenwart."

Die Besucher erwartet eine einzigartige Atmosphäre, fränkische Tapas und ein literarischer Stoff, der mitten aus dem Leben gegriffen ist. "Den Zuschauern wird auf humorvolle Art ein Spiegel vorgehalten, in dem sich so mancher mit Sicherheit erkennt und die eine oder andere Lehre für seinen persönlichen Alltag daraus zieht", verspricht Heinze.

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