Haßfurt
Ausbildung

Jungjäger legten das "Grüne Abitur" erfolgreich ab

Der Abschluss des mittlerweile 26. Jungjägerausbildungskurses wurde in der Schnackenlochhütte des Universitätsforstamtes Sailershausen mit einem Wildschweinspanferkelessen bis tief in die Nacht gefeie...
Artikel drucken Artikel einbetten
Lehrgangsleiter Hermann Langguth (zweiter von links) entließ stolz seine Schützlinge in die freie jagdliche Wildbahn. Er erinnerte an das Geleistete im letzten Dreivierteljahr und wünschte allen Waidmannsheil bei ihrer Passion.  Foto: pr
Lehrgangsleiter Hermann Langguth (zweiter von links) entließ stolz seine Schützlinge in die freie jagdliche Wildbahn. Er erinnerte an das Geleistete im letzten Dreivierteljahr und wünschte allen Waidmannsheil bei ihrer Passion. Foto: pr

Der Abschluss des mittlerweile 26. Jungjägerausbildungskurses wurde in der Schnackenlochhütte des Universitätsforstamtes Sailershausen mit einem Wildschweinspanferkelessen bis tief in die Nacht gefeiert.

Lehrgangsleiter Hermann Langguth überreichte den erfolgreichen Absolventen ihr "Grünes Abitur" und ging in seiner Rede auf die aktuellen Probleme des Waidwerks ein. Er rief zur ehrenamtlichen Mitarbeit in der Kreisgruppe, den Hegegemeinschaften, beim Hundewesen oder anderen jagdlichen Sparten auf.

Bunt gemischte Gruppe

Langguth erinnerte an den September vergangenen Jahres, als sich eine bunt gemischte Gruppe zusammenfand, die ein gemeinsames Ziel verband: das Bestehen der bayerischen Jägerprüfung. Dazu mussten sie in sechs Fächern und der Waffenhandhabung auf eine staatliche dreigliedrige Prüfung vorbereitet werden. Dies geschah durch sonntäglichen Unterricht in Wülflingen. Neben der ausgiebigen theoretischen Ausbildung wurden auch viele Praxisstunden angeboten, bei denen Wissen und Erfahrung weitergegeben wurden.

Aktiver Naturschutz

In diesen Praxisstunden wurde aktiv Naturschutz betrieben, indem in Zusammenarbeit mit der Stadt Haßfurt und dem Obst- und Gartenbauverein Wülflingen ein vermülltes Waldgrundstück geräumt wurde.

In Erinnerung an diese Aktion mahnte Langguth neben dem Naturschutz auch den Artenschutz an. Ausgleichsflächen der Kommunen böten mit ihren Bäumen, Sträuchern und Blühstreifen Insekten und Kleintieren Nahrung und Unterschlupf und dürften nicht als Hundeklo dienen. Auch in die Hausgärten gehörten Brennnessel, Totholz und blühende Grasflächen, um das Überleben der Fauna zu gewährleisten, so Langguth. Der Artenschutz könne allerdings nur in der Zusammenarbeit mit den Behörden gelingen. Manche würden die Hegebemühungen allerdings bremsen. Obwohl mit enormem finanziellen Aufwand Lebensräume wie die Mainauen geschaffen wurden, würden Bemühungen der Jäger, Niederwild und Bodenbrüter wie Lerche, Kiebitz, Weihe und Co. zu helfen von Amts wegen verweigert. Dies zeige sich in der von Landkreis zu Landkreis unterschiedlichen Genehmigung von unversehrt fangenden Lebendfangfallen, mahnte Langguth.

Auch die Einteilung von Wildtieren in "nützlich" und "schädlich" erscheine unter dem Aspekt, dass jedes Lebewesen in seinem Lebensraum eine Daseinsberechtigung habe, fraglich. Es wird aber am grünen Tisch entschieden, welche Art welchen Lebensraum besiedeln darf. So wird dem Rotwild, dem König des Waldes, ein Gebiet zugewiesen. Biber, Gans, Wolf und Luchs dürften sich dagegen aber frei ausbreiten.

Ebenfalls hätten die verursachten Schäden dieser Tierarten, für die der Steuerzahler aufkommen muss, nicht den gleichen Status wie der des Rot-, Schwarz- und Rehwilds.

Ein Zusammenarbeiten von Behörde, Naturnutzern, -genießern und Jägern mit ihren unterschiedlichen Interessen könne zum Wohle der heimischen Pflanzen- und Tierwelt sehr gut gelingen. Dazu sei aber ein ständiger Austausch nötig und gewünscht. Es gibt viele Möglichkeiten, dem Niederwild und den Kleintieren unter die Arme zu greifen, aber vom Reden allein geschehe nichts: alle müssten mit Anpacken, so Langguth.

Neben all diesen Überlegungen wünschte der Lehrgangsleiter seinen entlassenen Schützlingen viel Freude bei ihrer Passion in Wald und Flur und entließ sie mit einem kräftigen Waidmannsheil. red

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren