Kronach
Hauptversammlung

Junge Union peilt drei Sitze im Kreistag an und will dort Zeichen setzen

Veronika Schadeck Schmölz —  Der Kreisverband der Jungen Union will jünger und weiblicher werden. Zudem streben die Nachwuchspolitiker bei den nächsten Kommunalwahlen Mitte März 2020 mit einer eigenen...
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Veronika Schadeck Schmölz —  Der Kreisverband der Jungen Union will jünger und weiblicher werden. Zudem streben die Nachwuchspolitiker bei den nächsten Kommunalwahlen Mitte März 2020 mit einer eigenen Liste drei Sitze im Kreistag an. Dieses Ziel wurde bei der Mitgliederversammlung am Sonntagnachmittag im Gasthaus Häublein mehrmals angesprochen.

"Unser Landkreis, unsere Zukunft - wer soll diese denn gestalten, wenn nicht wir!", so der Vorsitzender des Kreisverbands der Jungen Union, Markus Oesterlein, der bei den Neuwahlen in seinem Amt einstimmig bestätigt wurde. "Wir sind die Zukunft des Frankenwaldes - wir können feiern, aber auch hart arbeiten", so der Vorsitzende weiter. Das habe die Junge Union bereits in den letzten 20 Jahren gezeigt. Mit einer eigenen Kreistagsliste, mit Kompetenz und mitunter auch Kritik wollen die Nachwuchspolitiker Zeichen setzen. Es gehe darum, möglichst viele Bürger, die auswärts ihren Lebensmittelpunkt haben, zurück in die Heimat zu holen.

Oesterlein ging auch auf das Programm ein (wir berichteten). Unter anderem will die Junge Union sich für die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum einsetzen. Zusammen mit den Kommunen und Privatinvestoren müsse der Landkreis hier Lösungen finden. Es müsse eine Leerstandsmanagement auf Kreisebene geschaffen werden.

Weitere Themen seien Infrastrukur, Digitalisierung, Kostenübernahme für Schüler in der Oberstufe durch den Landkreis. Für die Junge Union steht fest, dass eine gut ausgebaute Infrastruktur, schnelles Internet, niedrigen Lebenshaltungskosten, kostenlose Krippenplätze und Mobilität die Chancen für den Landkreis sind.

Fehlentwicklungen korrigieren

Ein Anliegen ist für die Junge Union auch die ärztliche Versorgung. Ihn freue es, so Oesterlein, dass der neue Geschäftsführer der Helios-Frankenwaldklinik für Diskussionen mit der Politik zur Verfügung stehen will. Er hoffe, dass dadurch einige Fehlentwicklungen korrigiert werden können.

Dass der 253 Mitglieder starke JU-Kreisverband nicht nur politisch, sondern auch gesellschaftlich in 2018 aktiv war, wurde an den Ausführungen von Oesterlein deutlich. Unter anderem berichtete er vom Beachvolleyball-Turnier in Wallenfels, vom Starkbierfest in Ebersdorf und vom Lindenfest in Knellendorf.

Anerkennende Worte fand der Bezirksvorsitzende der Jungen Union, Jonas Geissler für den JU-Kreisverband. "Ich bin stolz auf Euch, weil ein frischer Wind weht!" Er freute sich, dass nun die gesetzlichen Rahmenbedingungen dafür geschaffen wurden, dass die Junge Union mit einer eigenen Kreistagsliste Wahlkampf machen kann. Bisher habe sich die Jugend auf der CSU-Liste schwergetan.

"Wir sind sehr interessiert gewesen mit der Entwicklung der JU-Kreistagsliste", so die stellvertretende Vorsitzende der Frankenwald-CSU, Sibyille Fugmann. Und: "Wir werden euch unterstützen!" In ihren Ausführungen erklärte sie, dass in den nächsten Monaten verschiedene Workshops in den Gemeinden stattfinden sollen, um die Interessen der Jugendlichen im Alter von 16 bis 22 Jahren herauszufinden. Es gehe darum, die Wähler von morgen für die Politik zu begeistern. Sie hoffe zudem, dadurch künftig mehr Frauen gewinnen zu können.

Der Vorsitzende der CSA, Jörg Schnappauf bezeichnete seinen Arbeitskreis als das soziale Gewissen für die CSU. "Wir vertreten die Interessen der Arbeitnehmer!"

Unter Punkt "Sonstiges" kritisierte Theo Zehnter, dass - obwohl eine wichtige Europawahl anstehe - man relativ wenig von den EU-Kandidaten höre. Oesterlein wies darauf hin, dass es noch eine Veranstaltung geben werde. Weiterhin meinte Zehnter, dass das Volksbegehren "Rettet die Bienen" mit mehr Sachverstand hätte durchgeführt werden müssen. Es sei das erfolgreichste Volksbegehren gewesen, das Bayern jemals hatte, erklärte Oesterlein. Die CSU habe da Schwierigkeiten gehabt, Stimmung zu machen. "Der Slogan war geil - es war ein geniales Marketing!" Manche Bürger hätten nur den Slogan wahrgenommen und gleichzeitig sind sie wahrscheinlich um die Welt geflogen, mutmaßt er. Er sei erleichtert, dass man sich nun mit dem Begleitgesetz auf den Weg gemacht habe, um die Interessen der Landwirtschaft zu wahren.

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