Ebern
Hochregallager

Junge Liste Ebern bejaht die Uniwell-Pläne

Nichts wird in Ebern derzeit so kontrovers diskutiert, wie die Pläne der Firma Uniwell für ein gigantisches Hochregallager im Gewerbegebiet Eyrichshof. In der gestrigen Ausgabe dieser Zeitung erst hat...
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Nichts wird in Ebern derzeit so kontrovers diskutiert, wie die Pläne der Firma Uniwell für ein gigantisches Hochregallager im Gewerbegebiet Eyrichshof. In der gestrigen Ausgabe dieser Zeitung erst hatte Kreisheimatpfleger Günter Lipp sich in einem Leserbrief gegen die aktuelle Planung ausgesprochen und dabei vor allem die negativen Auswirkungen auf das Landschaftsbild als Begründung angeführt. Zudem hatte der Heimatpfleger kritisiert, dass die politischen Parteien das Thema vor der Debatte im Stadtrat nicht bei Ortsversammlungen thematisiert hätten.

Jetzt meldet sich die Junge Liste (JL) in einer Stellungnahme zu Wort. "Nachdem wir uns in Ruhe die verschiedenen Positionen auf den entsprechenden Veranstaltungen angehört und mit einigen Beteiligten gesprochen haben", kommt die JL zu einem anderen Schluss als der Heimatpfleger. Sie befürwortet das Projekt: "Um Ebern als Standort für Firmen attraktiv zu halten und die Zukunftsfähigkeit in Bezug auf Arbeitsplätze und Gewerbesteuer zu sichern, sollte die Firma Uniwell unserer Meinung nach in ihrem Vorhaben unterstützt werden."

"Überzogen oder entkräftet"

Die jungen Politiker, die am heutigen Mittwoch ihre Kandidaten für die Stadtratswahl im kommenden Jahr nominieren wollen (18 Uhr; Veracruz), gehen davon aus, dass der "anfängliche Mangel an Transparenz und Informationen wohl ein wesentlicher Faktor für die Aufregung einiger Eyrichshöfer war".

Mittlerweile sehe die Gruppierung "einige Argumente der Bürgerinitiative als überzogen, bzw. bereits entkräftet an".

Entgegen der Aussage, dass durch ein vollautomatisiertes Hochregallager keine neuen Arbeitsplätze entstehen würden, habe Uniwell durch die Geschäftsfelderweiterung, mit der auch der Bau des Lagers begründet ist, bereits Arbeitsplätze geschaffen und wolle weitere schaffen. Eine Lärmbelästigung, wie von der Bürgerinitiative befürchtet, sei durch das Hochregallager selbst nicht zu erwarten, "da die Lärmbelastung 0 bis maximal 20 db betragen wird". Zudem sieht die Junge Liste "die unterschiedliche Auslegung der Höhenberechnung kritisch, da unserer Ansicht nach von Seiten der Bürgerinitiative ein übergroßes Modell für Entsetzen gesorgt hatte".

Die Autoren des von Susanne Giebfried via E-Mail versandten Schreibens räumen ein, "dass ein Hochregallager an besagter Stelle alles andere als schön aussehen wird". Den Ansatz, dass alles so bleiben soll, wie es ist, halte die Junge Liste allerdings für "sehr kurzfristig gedacht und wenig zukunftsträchtig".

Es sei die Pflicht einer Stadt, Unternehmen möglichst im Ort zu halten und strategisch nachvollziehbare und nötige Maßnahmen wie Erweiterungen möglich zu machen, um Unternehmen langfristig zu binden und so Arbeitsplätze zu erhalten und zu schaffen. Dies rechtfertige auch eine Bebauungsplanänderung, vor allem in einem mit Fördermitteln erschlossenen Gewerbegebiet.

Wörtlich heißt es in der Stellungnahme: "Grundsätzlich haben wir Verständnis für die Aufregung und den Ärger der Eyrichshöfer. Zum einen, weil der großflächige Ausbau Anwohner natürlich auf den ersten Blick abschreckt. Zum anderen, weil das Argument des erhöhten Lkw-Aufkommens sicher nicht von der Hand zu weisen ist." Dennoch stelle sich die Frage, ob diese Beeinträchtigungen nicht auch oder besonders durch Outsourcing an einen anderen Standort entstehen würden.

Stellplätze schaffen

Besondere Sorge hatten die Eyrichshöfer wegen des Verbleibs der Lkws geäußert, die außerhalb der Anlieferungszeiten der Firma Uniwell anreisen und über Nacht oder übers Wochenende in Eyrichshof stehenbleiben. "Die Stadt sollte dringend dafür sorgen, dass im Gewerbegebiet Stellplätze für LKW geschaffen werden, die rund um die Uhr genutzt werden können", fordert die Junge Liste, "insbesondere deshalb, weil es durchaus möglich und gewünscht ist, dass sich auch weitere Firmen im Gewerbegebiet ansiedeln und Stellplätze für Lkw somit unbedingt nötig sind." So könne den Anwohnern die Sorge genommen werden, die Lkw könnten irgendwo in Eyrichshof, womöglich sogar unerlaubt auf privaten Grundstücken, parken. eki

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