Altenkunstadt

Jugend zieht es ans Mainufer

Die Beteiligung an der Ideenwerkstatt war zwar mau, dafür waren die Vorschläge umso konkreter.
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Einen Platz zum Chillen und Grillen wünscht sich die Altenkunstadter Jugend. Das Mainufer unweit des Bootshauses (links) und des ehemaligen Flussbads wäre ein idealer Rückzugsort.  Fotos: Stephan Stöckel
Einen Platz zum Chillen und Grillen wünscht sich die Altenkunstadter Jugend. Das Mainufer unweit des Bootshauses (links) und des ehemaligen Flussbads wäre ein idealer Rückzugsort. Fotos: Stephan Stöckel

Peter Kostromitin trifft sich gerne mit seinen Freunden am Bootshaus. Die jungen Leute lieben die Idylle am Main. "Es wäre schön, wenn es dort feste Rückzugsräume für Jugendliche und Erwachsene geben würde, wo Jung und Alt in friedlicher Koexistenz ihre Freizeit verbringen."

Noch ist der Wunsch Vater des Gedankens. Der 14-jährige Altenkunstadter hofft, dass seine Anregung Eingang findet in das integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept, das in Altenkunstadt derzeit entwickelt wird. Eine konkrete Vorstellung, wie ein solcher Rückzugsraum für junge Leute aussehen könnte, hat der Jugendliche ebenfalls. Ein fester Grillplatz mit Bänken und Pavillon - das wäre für ihn und seine Freunde der Hit.

Der Hofer Architekt Hans Greim und die Landschaftsarchitektin Susanne Augsten aus Naila nehmen den Vorschlag mit in ihre Büros. Er ist einer von vielen, die in das Konzept mit einfließen werden, mit dem die Gemeinde Altenkunstadt die Entwicklung der Kommune steuern will.

Ende März hatten sich die Erwachsenen im katholischen Pfarr- und Jugendheim Gedanken darüber gemacht, wie man Altenkunstadt noch schöner machen kann. Jetzt war die Jugend an der Reihe. Dass nur drei Teenager in den Jugendtreff "Pins" gekommen waren, störte Hans Greim überhaupt nicht: "Nicht die Anzahl der Teilnehmer ist entscheidend, sondern was am Schluss dabei herauskommt." Das jugendliche Trio geht unter Ausschluss der Öffentlichkeit in sich und macht zusammen mit den beiden Architekten und der Leiterin der Einrichtung, Britta Klett, Nägel mit Köpfen. Diese werden im Anschluss der Öffentlichkeit präsentiert.

Die 15-jährige Janika Uzuna wünscht sich einen neuen Anstrich für die Altenkunstadter Mittelschule. Auch die Schließfächer an ihrer Bildungseinrichtung sind ihr und Peter Kostromitin ein Dorn im Auge. "Sie sind eingedellt und kaputt. An einigen fehlen sogar die Türen", sagt sie. Die Skaterbahn auf dem Schul- und Sportgelände in Röhrig sollte von Unrat und Unkraut befreit und mit neuen Geräten ausgestattet werden, waren sich die zwei Jugendlichen einig. "An der Skaterbahn nagt der Zahn der Zeit", so der 14-Jährige.

Der Weismainer Nico Schott würde bessere Busverbindungen begrüßen. Auch am Burgkunstadter Bahnhof sehen die jungen Leute Handlungsbedarf. Die herrenlosen Räder am Fahrradstellplatz sollten entsorgt und das Areal besser vor Diebstahl und Vandalismus abgesichert werden, schlug Kostromitin vor. Toll fände er es, wenn ein Altenkunstadter Hausbesitzer eine Wand zur Verfügung stellen würde, an der das Graffiti-Sprühen erlaubt ist. Alternativ könnte man auch eine Plastikfolie zwischen zwei Stangen aufhängen und besprühen.

Kunst vor leeren Häusern

Die Altenkunstadter Jugendbeauftragte Stephanie Dittrich fand die Idee gut. "Man sollte die Street-Art bewusst vor leer stehenden Häusern aufstellen und damit auf den Leerstand hinweisen", sagte sie. Die Errichtung öffentlicher Hot-Spots fände Kostromitin toll. "Dann könnten wir im Ort oder am Bootshaus mit unseren Smartphones Whatsapp-Nachrichten versenden oder You-Tube-Videos gucken", erklärt der Schüler.

Als Dankeschön überreichte Frank Gerstner, Leiter der sozialen Dienste des BRK-Kreisverbands, den jungen Leuten jeweils einen Gutschein im Wert von zehn Euro für einen Schwimmbadbesuch.

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