Ebermannstadt

Jüngste kommen ins Schwitzen

Beim Fränkische-Schweiz-Marathon lockten die Kinderläufe über 200 Läufer an. Die Piegers aus Schlaifhausen waren gleich zu viert am Start. In der "Mami-Fit-Gruppe" aus Heroldsbach schnallten Mütter ihre Babys auf den Rücken.
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Der Bambinilauf der Mädchen  Foto: Landratsamt Forchheim
Der Bambinilauf der Mädchen Foto: Landratsamt Forchheim

Der Auftakt des Jubiläums-Wochenendes beim 20. Fränkische-Schweiz-Marathon gehört bei den Bambini- und Schülerläufen traditionell dem Nachwuchs. Bei mehr als 30 Grad Celsius kamen nicht nur die Kleinen auf der Strecke, sondern auch die Eltern und Großeltern am Straßenrand ordentlich ins Schwitzen. Es wurde ein aufregender Nachmittag.

Es war ein echter Familientag. Die Piegers aus Schlaifhausen waren gleich zu viert am Start. Die sechsjährige Elina Rose und ihr vierjähriger Bruder Lias durften zum ersten Mal auf die 500-Meter-Runde gehen.

Vorneweg radelte Ralf Ganschow, um die Schaulustigen aus dem Weg zu drängen. Außerhalb Ebermannstadts wartete der Weilersbacher Holger Ganschow als "lebende Wendemarke" darauf, dass ihn die Knirpse umrundeten.

Mit dem Schnuller oder Teddy

Für einige der Bambinis wurde es eine echte Herausforderung, die sie nur mit einem Schnuller im Mund oder einem Kuscheltier in der Hand bewältigen konnten. Manch einer war gerade einmal zwei Jahre jung und hatte den Papa im Schlepptau. Nicht so Lias und Elina Rose, die ihre Grundfitness im Warriors-Gym in Forchheim trainiert hatten.

Mit den Podiumsplätzen hatten die Piegers bei ihrer Premiere trotzdem erst einmal nichts zu tun. Nach ihrem vierten Platz beim letzten Mal siegte Lena Glanz (Weiden) im Bambinilauf der Mädchen vor Magdalena Bächmann (Ebermannstadt) und Amelie Martin. Sie war um vier Sekunden schneller als das bislang schnellste Mädchen Ilka Staub (LG Forchheim) vor sechs Jahren.

Sache der Lokalmatadoren

Eine Sache der Lokalmatadoren war der Bambinilauf der Jungen. Phil Dachwald (TSV Drügendorf/Tiefenstürmig) rannte dem Vorjahresdritten Raphael Kühn (DJK Eggolsheim) und Alexander Stief (Erlebnislauf-Team) nur um eine halbe Nasenlänge davon. Dabei hätte er beinahe den Streckenrekord aus dem Jahr 2014 pulverisiert.

Die älteren Piegers Cedric (10) und Jana (9) hatten schon einmal die Laufschuhe geschnürt. Ihre Vorbereitung bestand im Fußballspielen bei der DJK-FC Schlaifhausen, im Balletttanzen in der "Ballett-Etage" Forchheim und einigen Runden über den Pausenhof. Allerdings schien die Konkurrenz noch mehr getan zu haben, so dass die Geschwister sich mit dem Mittelfeld begnügen mussten.

An der Spitze des Schülerlaufes D kamen Michael Bogartz (LG Forchheim), Leif Thiel (Post-SV Nürnberg) und Daniel Stief (LG Forchheim) ins Ziel. Da waren bereits etliche Kinder außer Konkurrenz über das Kopfsteinpflaster gerannt. Freilich nicht, um aufs Siegertreppchen zu kommen, sondern um einige Eiskugeln zu ergattern, bevor die Warteschlange vor den kühlen Truhen sich bis zum oberen Brunnen erstreckte.

Es hat nicht viel gefehlt, und Jan Pluta hätte den zwei Jahre alten Streckenrekord von Clemens Gundermann (LG Forchheim) auf der 1/10-Marathonstrecke eingestellt. Am Ende war es eine einzige Sekunde, die der Deutsche Triathlon-Meister vom SSV Forchheim langsamer war - trotzdem eine Wahnsinnszeit. Dafür hatte er beim Zehntel-Marathon fast zwei Minuten Vorsprung vor dem Rumänen Ovidiu Veliscu (Running Frenzy) und Sebastian Braick (DJK-SpVgg Effeltrich).

Während es vorne hart zur Sache ging, ging einer der Läufer weiter hinten im Feld auf Nummer sicher und steuerte nicht die Ziellinie an, sondern den Getränkeausschank. Ein anderer ließ, ganz Gentleman, den Damen hinter sich den Vortritt.

Und dann gab es noch die Teilnehmer, die gar nicht mitbekamen, dass sie gerade einen Zehntel-Marathon absolvierten, obwohl sie noch gar nicht laufen konnten. Aber ihre Mütter machten sich auf den Weg: Die "Mami-Fit-Gruppe" von Stephanie Redel aus Heroldsbach hatte ihre Babys auf den Rücken geschnallt und eine zusätzliche Stunde Nach-Schwangerschafts-Gymnastik eingeplant.

Bis zum letzten Schritt

Ein Herzschlagfinale lieferten sich im Schülerlauf C Lukas Eberlein (Pretzfeld), David Bärnreuther und Franz Saffer (LG Forchheim). Innerhalb von nicht einmal zehn Sekunden hechteten alle drei durch den aufblasbaren Triumphbogen, der den Marktplatz überragte. Das war eine überragende Leistung der Jungs, die angesichts der sommerlichen Hitze eine Abkühlung im unteren Brunnen suchten.

So war der Samstag der ideale Auftakt zum Großereignis: spannend, unterhaltsam und mit ganz vielen neuen Gesichtern. Der Fränkische-Schweiz-Marathon darf somit auf Nachwuchs hoffen. red

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