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Bad Kissingen

Jüdisches Kurheim wird umbenannt

Das koscher geführte Kurheim "Eden-Park" erhält den Namen des ehemaligen Direktors des jüdischen Wohlfahrtsverbandes.
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Der neue Name steht schon auf dem Parkhinweis: Das Kurheim Eden-Park wird ab April mit Beni Bloch, dem früheren Direktor der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland, verbunden sein. Foto: Steffen Standke
Der neue Name steht schon auf dem Parkhinweis: Das Kurheim Eden-Park wird ab April mit Beni Bloch, dem früheren Direktor der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland, verbunden sein. Foto: Steffen Standke

Steffen standke An diesem Mittwoch öffnet das jüdische Kurheim Eden-Park wieder - noch unter seinem "alten" Namen. Denn ab April wird es nach einem Menschen benannt, ohne den es die Einrichtung gar nicht geben würde - Beni Bloch.

Bloch (1943 - 2019) wurde in Jerusalem geboren und leitete von 1987 bis Juni 2018 die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland (ZWST) mit Sitz in Frankfurt. In seine mehr als 30-jährige Amtszeit als Direktor fiel 1993 die Eröffnung des jüdischen Kurheims in der Bad Kissinger Rosenstraße. "Ein Meilenstein des Engagements von Beni Bloch", heißt es in einer Pressemitteilung des Verbandes.

Das Kurheim Eden-Park biete laut Mitteilung Senioren aus jüdischen Gemeinden in ganz Deutschland "die Möglichkeit, sich in einem familiären Rahmen weiterzubilden und neue Kontakte zu knüpfen". Jährlich würden bis zu 1300 Menschen erreicht, meist Zugewanderte aus der früheren Sowjetunion.

Synagoge und koschere Küche

Bildungsinhalte aus den Bereichen Sprache, Kultur, Gesundheit und Politik werden mit gruppenpädagogischen Aktivitäten wie Tanz, Gesang, Theater sowie Ausflügen und Diskussionen kombiniert, heißt es weiter. Auch werden jüdische Traditionen vermittelt, die viele Teilnehmer in ihren Herkunftsländern nicht offen ausleben durften. Das Haus unterhält eine eigene Synagoge und Küche für koschere Speisen.

Am 1. April wird mit einem Festakt die Umbenennung offiziell vollzogen. Sprechen soll unter anderem Josef Schuster, Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland.

Ein beliebter Kurort

Einen direkten Bezug zu Bad Kissingen besaß Namenspatron Bloch nicht. Als in den 1990er Jahren viele Juden aus der Ex-Sowjetunion zuwanderten und sich die Mitgliederzahlen in den jüdischen Gemeinden mehr als verdreifachten, platzte die zentrale ZWST-Bildungsstätte in Bad Sobernheim aus allen Nähten. Ein Makler fand ein Haus in Bad Kissingen. Die Stadt war ein beliebter Kurort auch für jüdische Gäste aus dem Ausland.

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