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Kronach

JU rückt Unionsbilanz gerade

Die CSU konnte bei der Kreistagswahl ihre 21 Sitze nicht halten. Dass die Rechnung der Unionsfamilie dennoch aufging, lag an dem hervorragenden Ergebnis der eigenen Nachwuchsorganisation.
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Marco Meissner Die Rechnung nach der Kreistagswahl vom vergangenen Sonntag ist für den CSU-Kreisvorsitzenden Jürgen Baumgärtner einfach zu lösen: minus zwei, plus vier ist gleich voller Erfolg. Das heißt, obwohl die CSU das erklärte Ziel verpasst hat, hat sie es unter dem Strich doch erreicht.

"Meine Prognose war, mit der CSU die Sitze zu halten und bei der JU zwei zu gewinnen", blickt Baumgärtner auf die Tage vor der Wahl zurück. Die Christsozialen mussten nun jedoch der größeren Zahl an Listen Tribut zollen. Sie büßten zwei Mandate ein. Künftig stellen sie noch 19 Kreisräte.

Ein Ausgleich

Dieser Verlust wurde jedoch innerhalb der Unionsfamilie aufgefangen. Die JU entpuppte sich in ihrem ersten Anlauf nämlich als der große Gewinner der Wahl. Statt der erhofften zwei schickt sie sogar vier Vertreter in den neuen Kreistag.

Für Baumgärtner, der sich besonders freut, dass gleich sechs CSU-Frauen ins Gremium einziehen, ist das keineswegs Konkurrenz unter dem eigenen Dach. "JU und CSU sind eine Mannschaft", betont er. Deshalb sei er mit dem Gesamtergebnis auch "super zufrieden". Die Union im Landkreis habe die jungen Leute auf der politischen Bühne abbilden wollen. Deshalb sei ihnen auch besonders viel Platz in Form einer eigenen Liste eingeräumt worden. Der Erfolg bestätige dieses Vorgehen. Dass mitunter auch kritische Töne von JU-Mitgliedern "aus dem Blickwinkel der Jugend" gegenüber der CSU gefallen seien, ist für Baumgärtner nicht nur legitim, sondern sogar positiv: "Respekt dafür!" Wenn solcher Nachwuchs in der eigenen Jugendorganisation reife, sei ihm nicht Bange um die Zukunft der Frankenwald-CSU.

Ein Vertrauensbeweis

Das wird Markus Oesterlein als JU-Kreisvorsitzender und - Spitzenkandidat gerne hören. "Wir sind überwältigt", stellt er angesichts des Ergebnisses ("ein Vertrauensbeweis") fest. Allerdings räumt er ein, mit einem guten Abschneiden gerechnet zu haben. "Unser Ziel war, das habe ich immer klar gesagt, Fraktionsstärke zu erreichen. Und das haben wir deutlich geschafft."

Dass die CSU als Mutterpartei für die JU-Fraktion natürlich der erste Ansprechpartner im Gremium sein wird, ist selbstredend. Einen Freifahrtschein stellt Oesterlein den Christsozialen jedoch nicht aus. Die Junge Union sei bei allen thematischen Überschneidungen trotzdem eine eigenständige Fraktion. Deshalb könne es durchaus passieren das sie in manchen Punkten auch eigene Wege einschlägt.

Im Vergleich zu den anderen Mitbewerbern ist Oesterlein anzumerken, dass er sich freut, weil sein Konzept aufgegangen ist. "Die Menschen wünschen sich eine Verjüngung", macht er auch daran fest, dass mit Lea Schütz (18) die jüngste Bewerberin als erste JU-Nachrückerin nur hauchdünn einen Platz im Gremium verpasst hat. Und dann meint er noch: "Ich freue mich, dass wir so viele Frauen im Gremium haben, wie SPD und Freie Wähler zusammen."

Für Baumgärtner ist die Wahl jedoch nicht nur mit Blick auf das eigene Ergebnis einer "bärenstarken Liste" ein voller Erfolg. Er schaut auch auf die Mitbewerber. Nur in Schneckenlohe hat die SPD noch einen Vorsprung von sechs Prozent. In Ludwigsstadt und Tettau trennt die Union nur ein knappes Prozent von den Sozialdemokraten. Alle anderen Gemeinden haben die "Schwarzen" für sich entschieden.

Unter dem Strich heißt das für das Duo CSU/JU, dass die nächststärkste Fraktion, die SPD, 13 Sitze weniger vorweist. Zudem stellt die CSU mit Klaus Löffler auch noch den Landrat. "Wir sind damit ein Impulsgeber", betont der Kreisvorsitzende daher. Er sendet aber gleich ein Signal hinterher, diese Position nicht ausreizen zu wollen: "Wir sind ein Impulsgeber, der versuchen wird, alle einzubinden."

Nur einer Partei erteilt er eine klare Absage für jegliche Kooperation. "Eine Zusammenarbeit mit der AfD wird's weder punktuell noch in Personalfragen geben", unterstreicht Baumgärtner. Ehe er die drei Vertreter der Alternative in Entscheidungen einbeziehen würde, nähme er sogar Nachteile für die eigene Fraktion in Kauf, verspricht er, eine kompromisslose Haltung gegenüber der AfD im Kreistag.